Weihnachtshof Gößnitz läuft nach holprigem Start gut an

Gößnitz.  Speisen und Getränke zum Mitnehmen statt Rummel und Geselligkeit finden Zuspruch

Für den kleinen privaten Weihnachtsmarkt in Gößnitz interessierte sich auch ein Kamerateam des mdr Thüringen-Journals.

Für den kleinen privaten Weihnachtsmarkt in Gößnitz interessierte sich auch ein Kamerateam des mdr Thüringen-Journals.

Foto: Andreas Bayer

Fast zwei Drittel ihres Jahresumsatzes verdient die Schaustellerfamilie van Elkan normalerweise auf Weihnachtsmärkten. Da diese aktuell wegen der Pandemie nicht stattfinden dürfen, ist der kleine und private Weihnachtshof in Gößnitz eine Alternative.

Von irgendwas müsse er ja leben, sagt Peter van Elkan. Die in Aussicht gestellte Novemberhilfe hat der 72-Jährige nicht beantragt, da ihm die 75 Prozent vom Umsatz des Vorjahres wenig helfen würden. Außerdem habe er noch nie finanzielle Unterstützung beantragt und dies auch nicht vor, „solange ich noch krabbeln kann“, sagt er. Nach langem behördlichen Hin und Her öffnet er nun an den Adventswochenenden jeweils von Freitag bis Sonntag sein Privatgelände im Stadtzentrum und versucht, das Beste aus der Lage zu machen.

Glühbier als Ersatz für den Glühwein

„Man muss auch für die faulen Kartoffeln dankbar sein“, sagt er angesichts des schleppenden Starts. „Wir werden nicht das letzte Mal hier gewesen sein“, sagt ein Mann, der seinem Sohn einen Langos kauft. Er wolle regionale Händler in dieser Notlage unterstützen, so der Vater aus dem Vogtlandkreis. Ein anderer Besucher empört sich: „Was im März gelaufen ist, habe ich alles verstanden. Aber für das, was jetzt läuft, habe ich kein Verständnis.“ Er sei selbstständig und im Frühjahr auch an Covid-19 erkrankt gewesen. Er kritisiert, dass man im Flugzeug auch dicht gedrängt sitzen dürfe, während Weihnachtsmärkte als zu riskant gelten.

Dann füllt sich der kleine Hof doch noch einigermaßen: Als die Dunkelheit hereinbricht und die zahlreichen kleinen Lichter zur Geltung kommen, läuft plötzlich auch der Absatz des Glühbiers. Im Laufe das Samstags seien etwa 200 Gäste da gewesen, über den Zeitraum von 14 bis 20 Uhr verteilt, schätzt Peter van Elkan. „So viele werden wir heute bestimmt auch erreichen. Wenn es so bleibt, wäre das in Ordnung“, so der Schausteller am Sonntagnachmittag. Er zeigt sich hoffnungsfroh, dass er zumindest kein Minus erwirtschaften wird, obwohl alles, was Spaß mache, verboten sei. Für den kommenden Sonntag hat er einen Nikolaus organisiert, der den Kindern Geschenke bringen soll.