Zum Musizieren kommt in Schmölln der Mundschutz ab

Schmölln.  Die Musikschule Altenburger Land hat den Einzelunterricht wieder aufgenommen. Nächste Woche sollen dann auch die Kleingruppen starten

Musiklehrer Holger Runge und Schülerin Luise Hofmann können wieder gemeinsam in einem Raum musizieren.

Musiklehrer Holger Runge und Schülerin Luise Hofmann können wieder gemeinsam in einem Raum musizieren.

Foto: Andreas Bayer

„Wir wurden auch davon überrascht, dass wir seit dieser Woche wieder öffnen dürfen. Wir haben das aus den Medien erfahren“, sagt Musikschulleiterin Gabriele Herrmann. „Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.“

Zum Glück hatte man das Hygienekonzept fertig in der Schublade liegen, so dass seit Dienstag wieder Unterricht von Angesicht zu Angesicht möglich ist.

Diszipliniert und mit Mundschutz warten die Schüler geduldig am Eingang, bis sie von ihren Lehrern abgeholt werden. Im Unterrichtsraum dürfen die Schüler den Mundschutz ablegen, aber es gilt ein Mindestabstand von zwei Metern.

„Es gibt auf jeder Etage Desinfektionsmittelspender, nach Möglichkeit auch in den Räumen. Denn gerade die Klaviere und Pianos müssen nach jedem Schüler gründlich gereinigt werden“, sagt Herrmann. Wo dies nicht ohnehin schon der Fall war, hat man ein E-Piano dazugestellt, damit die Lehrer nicht dasselbe Instrument wie ihre Schüler benutzen müssen.

Unterricht in Kleingruppen ab Montag

Einige hätten Bedenken geäußert, was die Blasinstrumente anbetrifft, sagt Herrmann. Das sei aber unnötig, denn es gebe bereits Studien, die belegen, dass beim Spielen eines Blasinstruments die Keimlast in der Raumluft nicht höher sei als beim normalen Sprechen. Ab nächster Woche soll auch Kleingruppenunterricht abgehalten werden. Das bedeutet, maximal drei Schüler auf einmal in einem Raum. Das betrifft etwa das Instrumentenkarussell.

Seit dem 16. März waren die Türen der Musikschulen in Altenburg und Schmölln nur für das Personal geöffnet. In der Folgewoche begann bereits die Umstellung auf digitalen Einzelunterricht.

Von den rund 1000 Schülern der Musikschule des Landkreises hätten fast 500 dieses Angebot wahrgenommen.

„Den Lehrern haben wir nahegelegt, den Kontakt zu ihren Gruppen zu halten. Das wird gut angenommen. Manche machen das über Videos, andere über E-Mails oder Briefe“, so die Schulleiterin.

Den digitalen Unterricht, überlegt sie, könne man auch in Zukunft weiterhin anbieten, wenn etwa ein Kind längere Zeit krankheitsbedingt zu Hause bleiben müsse.

Aus der Erfahrung Lehren gezogen

„Das ist aber nur eine Notlösung, weil manchmal die Internetverbindung zusammenbricht oder Ton und Bild zeitversetzt übertragen werden“, sagt Holger Runge, Leiter des Schmöllner Musikschulteils. Zudem sei die Qualität der Audiospur meist miserabel.

Über das persönliche Zusammentreffen mit den Lehrern freut sich Luise Hofmann aus Schmölln, die im zweiten Jahr Violine lernt: „So ist es besser und einfacher, weil man manche Sachen zu Hause einfach nicht hinbekommt.“

Einige Vorteile hat der Online-Unterricht aber. So werde den Schülern, die teilweise auch in Ronneburg, Glauchau oder Meerane wohnen, der weite Weg zur Musikschule erspart. „Auch habe ich gemerkt, dass manche Kinder häufiger geübt haben als sonst“, sagt Runge.

Von Kollegen habe er erfahren, dass die Schüler mit Vorerkrankungen dankbar seien für die Wahlmöglichkeit, ob sie weiter über Videotelefonate oder vor Ort unterrichtet werden wollen.