Zwischen Glücksmomenten und Schwierigkeiten

Altenburg/Gera.  Cellist Sebastian Fritsch erklärt, was für ihn das Besondere an Schumanns Konzert für Violoncello ist.

Cellist Sebastian Fritsch.

Cellist Sebastian Fritsch.

Foto: Uwe Niklas

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Im fünften philharmonischen Konzert ist am 22. und 23. Januar in Gera und am 24. Januar in Altenburg Cellist Sebastian Fritsch als Solist zu erleben.

Er führt das Konzert für Violoncello von Robert Schumann auf. Die Entstehungsgeschichte von Schumanns Cellokonzert ist sehr bewegt: Nachdem er es 1850 hoch motiviert in nur zwei Wochen komponiert hatte, konnte die Uraufführung nicht stattfinden, weil der ausgewählte Cellist und Widmungsträger Emil Bockmühl Änderungen verlangte. Diese wollte Schumann nicht gewähren und so fiel die Uraufführung aus.

Fritsch konnte mit Schumanns Cellokonzert bereits 2018 einen Erfolg feiern, als er es im Finalkonzert des Tonali-Cellowettbewerbes in der Hamburger Elbphilharmonie aufführte.

Konzertdramaturgin Birgit Spörl hat ihn gefragt, ob er zu diesem Werk eine besondere Beziehung hat und was für ihn das Besondere an diesem Konzert ist:

„Im Cellokonzert von Robert Schumann geht es um ein Gesamtkunstwerk aller Beteiligten, des Solo-Cellos und des Orchesters. Große Intervall-Sprünge in den Kantilenen, wechselnde Register einzelner Motive in hohem Tempo (wie im dritten Satz) und signifikante Rhythmen sind dicht verflochten mit dem Solo- und Orchesterpart und setzen höchstes instrumentales Können voraus. Der gemeinsame schöpferische Augenblick dieses Kunstwerks entsteht nur dann, wenn sich die Interpreten einerseits als Personen und Instrumentalisten zurücknehmen, andererseits aber bereit sind, sich persönlich auf die Höhen und Tiefen dieser Musik einzulassen. Anders ausgedrückt: Nur der gelebte Schmerz und die empfundene Verzweiflung über das Wissen um die eigenen Abgründe der Seele lassen auch die euphorische Freude am Leben und an der Liebe zu einer weltumarmenden Geste werden, voll Hoffnung und Zuversicht. Die Widersprüchlichkeit der menschlichen Seele beschreibt Schumann selbst in den „Liebeszeiten“ an Clara: ’Florestan den Wilden, Eusebius den Milden, Tränen und Flammen, nimm sie zusammen, in mir beide, den Schmerz und die Freude’. Und damit sind auch die Glücksmomente und Schwierigkeiten dieser großartigen Musik aufgezeigt. Für mich persönlich ist die Beschäftigung mit ihr eine unendliche Quelle der Entdeckung und Inspiration, die mich als Künstler immer wieder neu herausfordert, formt und reifen lässt.“

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