Barocke Engel in der Ollendorfer Kirche

Ollendorf.  Die Vorfreude in Ollendorf steigt. Zum Gottesdienst am Heiligabend sollen sie erstmals die barocke Fassung der Tonnendecke bewundern können

Ottmar Ellinger (links) und Volker Reifarth besichtigen die barocke Bemalung der Holztonnendecke.

Ottmar Ellinger (links) und Volker Reifarth besichtigen die barocke Bemalung der Holztonnendecke.

Foto: Annett Kletzke

„Die Ollendorfer dürfen gespannt sein“, weckt Ottmar Ellinger die Vorfreude. Zum Gottesdienst am Heiligabend sollen die Baugerüste aus der St.-Philippus-und Jakobus-Kirche gewichen und die barocke Bemalung der Holztonnendecke wieder sichtbar sein, informiert der Kirchenälteste, der seit 1990 Mitglied

im Kirchenvorstand ist.

Vor drei Monaten hatten die Arbeiten begonnen. Kirchgemeinde und Denkmalpflege hatten sich darauf verständigt, die barocke Fassung der Innendecke wieder ans Tageslicht zu holen. Sie war zugunsten einer klassizistischen Fassung verputzt worden, weiß Ottmar Ellinger zu berichten. Da sich der reich verzierte Kanzelaltar ebenfalls in der Zeit des Barocks präsentiert, wird beides künftig wieder eine harmonische Einheit bilden. Die Restaurierung schlägt mit Kosten in Höhe von 60.000 Euro zu Buche. Das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, der Kirchenkreis, die Landeskirche, und die Vereinigte Kirchen- und Klosterkammer sind genauso im Boot, wie die politische Gemeinde und die Kirchgemeinde.

Große Unterstützung für kleine Kirche

Froh ist der Kirchenälteste, dass die Kirche für viele Ollendorfer zum Dorf gehört. Es gebe viele treue Spender, darunter auch Vereine, die den Kirchenbau seit Jahren unterstützen. „Viel haben wir schon geschafft“, ist Ottmar Ellinger überzeugt und erinnert an den schlechten baulichen Zustand des Gotteshauses zu Wendezeiten. „Die Kirche drohte auseinanderzubrechen“, schildert er die dramatische Situation. Ein um das Mauerwerk gespannter Ringanker sorgte für die notwendige Stabilität. Weitere Sicherungsarbeiten fanden im Dachbereich des Kirchturmes und des Kirchenschiffes statt. Ebenso wurde die Fenster des Schiffes überarbeitet oder erneuert und das Dach mit neuem Schiefer versehen. Nach wie vor finden regelmäßige Arbeitseinsätze statt. Erst vor zwei Wochen ist das Balkenwerk am Kirchenaufgang mit frischer Farbe versehen worden. Im vergangenen Jahr hatten die Ollendorfer für einen neuen Weg zur Kirche gesorgt, berichtet er.

Gute Zusammenarbeit im Dorf

Dass Kirchgemeinde und politische Gemeinde in Ollendorf gut zusammenarbeiten, wird auch am Pfarrhaus deutlich. „Die Kirchengemeinde half, als der Kindergarten der Gemeinde drohte, aus allen Nähten zu platzen“, berichtet Bürgermeister Volker Reifarth. Seit vergangenem Jahr wird eine Gruppe im Pfarrhaus betreut. Die Gemeinde schaffte dafür die baulichen Voraussetzungen, investierte in die Sanitäranlage, führte Malerarbeiten aus und erneuerte den Fußboden. Durch den neuen Raum habe sich die Platzkapazität des Kindergartens von 24 auf 30 Kinder erhöht. Volker Reifarth ist froh, Ollendorfern eine Perspektive zu bieten und auch Anfragen aus Nachbardörfern beantworten zu können. Klar sei aber, dass die Betreuung an zwei Standorten keine Dauerlösung sein könne. Im Fünf-Jahresplan der Gemeinde sei deshalb der Neubau eines Kindergartens fest geankert. Ausschau gehalten werde bereits nach einem geeigneten Standort. Der jetzige Kindergarten in der Großmölsener Straße lasse keine bauliche Erweiterung zu, sagt der Bürgermeister.

Heiligabend: 17 Uhr Gottesdienst mit Krippenspiel in der St.-Philippus- und Jakobuskirche

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