Kein Kahlschlag im Schwanseer Forst

Schwansee.  Während vielerorts Fichten unter Trockenheit und dem Borkenkäfer leiden, hat dem Schwanseer Forst das Eschentriebsterben stark zugesetzt

Revier Förster Alexander Albrecht zeigt auf kranke Eschen im Schwanseer Forst.

Revier Förster Alexander Albrecht zeigt auf kranke Eschen im Schwanseer Forst.

Foto: Annett Kletzke

Dass im Schwansee Forst gearbeitet wird, ist weder zu übersehen noch zu überhören. Dennoch halten die rot-weißen Sperrbänder sowie Warnschilder manche Hundehalter und Spaziergänger nicht davon ab, entlang des Verbindungsweges zwischen Mühl- und Westkanal unterwegs zu sein, berichtet Revierförster Alexander Albrecht. An Waldbesucher richtet er deshalb den Appell, sich an die Warnhinweise zu halten. Wie er informiert, laufen hier seit Anfang letzter Woche Waldpflegearbeiten. Es handele sich um einen regulären Einschlag, der alle fünf Jahre stattfinde. Vorgesehen ist, 1500 Kubikmeter Holz zu ernten. Mit modernen Holzerntemaschinen werden gezielt nur einzelne Bäume entnommen. Genauer gesagt Eschen, für die der Schwanseer Forst bekannt ist. Das harte und doch flexible Holz sei gefragt. Das aktuell geschlagene Holz geht an einen Kunden im Erzgebirge. Unter anderem für Holzbildhauer und für andere Künstler soll es Verwendung finden.

Fällen nach dem Zukunftsbaumprinzip

Bei den Fällarbeiten wird auf das so genannte Zukunftsbaumprinzip gesetzt. Dafür werden die Bäume nach ihrem Erscheinungsbild identifiziert. Vitale Bäume mit prächtiger Krone werden speziell markiert und genießen einen Schutzstatus. „Bedränger“, also Bäume, die den Zukunftsbäumen Licht und Wasser streitig machen könnten, werden gefällt. „Daneben gibt es noch die Habitatbäume, die Lebensräume für andere Lebewesen bieten. Auch sie bleiben stehen“, erklärt Alexander Albrecht, der seit 2015 für den Schwanseer Forst zuständig ist. Zu seinem Revier gehören ebenso Witterda, ein Großteil der Fahner Höhen sowie kleinere Waldstücke in Nöda und Markvippach.

Neben der regulären Durchforstung haben die Waldarbeiter auch ein Auge auf kranke Bäume. Das Eschentriebsterben habe vielen Bäumen im Schwanseer Forst stark zugesetzt. „Sind die Eschen vom Pilz befallen, faulen die Wurzeln und die Kronen sterben ab. Die Bäume sind dann dem Untergang geweiht“, erklärt der Förster. Wie er sagt, sei das Eschentriebsterben überall präsent. In Schwansee sei der Befall aber massiv. Ein Kahlschlag jedoch wird ausbleiben. Lediglich entlang der Waldwege werde krankes und totes Holz entnommen.

Junge Setzlinge geben Hoffnung

Ein Hoffnungsschimmer flammt mit einem Forschungsprojekt des Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrums mit Sitz in Gotha auf. So wurden im Schwanseer Forst Eschen ausgemacht, die trotz der gleichen Standortbedingungen ein gesundes Erscheinungsbild aufweisen. „Es wurden Proben und Samen genommen und Setzlinge gezogen“, erzählt Alexander Albrecht. Daraufhin sind im Frühjahr die ersten Jungpflanzen in Schwansee in die Erde gekommen. Bislang haben sie sich gut entwickelt, ist der Förster gespannt auf die nächsten Jahre.

Ebenfalls gut entwickelt hat sich auch die Eichenkultur, die 2016 auf einem etwa halben Hektar angelegt wurde. Gut 2500 Bäume sind bereits ihren Schutzhüllen, die Mäusefraß genauso verhindern wie den Abrieb der Geweihhaut von Hirschen, entwachsen. Albrecht zeigt dabei einige gut ausgebildete Gipfelknospen. „Für viele Tiere ist das wie ein Bonbon. Deshalb müssen wir sie schützen.“

Noch etwa vier Wochen sollen die Arbeiten im Schwansee Forst dauern. Im Anschluss sollen alle Wege wieder Stück für Stück in Ordnung gebracht werden.
Der Revierförster bittet um etwas Geduld.

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