Lichtblicke gleich zweifach in Weißensee

Weißensee.  Zwei gute Nachrichten für die Weißenseer: Das Wohnprojekt Sonnenhof wird ab Frühjahr gebaut und die alte Gaststätte Palmbaum Eigentum der Stadt.

Die Stadt Weißensee hat das baufällige Grundstück der ehemaligen Gaststätte Palmbaum erworben. Das Schandfleck soll Stück für Stück verschwinden.

Die Stadt Weißensee hat das baufällige Grundstück der ehemaligen Gaststätte Palmbaum erworben. Das Schandfleck soll Stück für Stück verschwinden.

Foto: Ina Renke

Nach einem Jahr vermeintlichen Stillstandes kommt Bewegung in das Senioren-Wohnprojekt „Sonnenhof“ der Arbeiterwohlfahrt. Das versicherte in der jüngsten Einwohnerversammlung der Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer des Awo-Regionalverbands Mitte-West-Thüringen. Frank Albrecht nutzte das Podium, um die Weißenseer über den Stand des Bauvorhabens zu informieren, dessen Ende eigentlich für den Jahreswechsel 2019/20 geplant war. Nach dem symbolischen ersten Spatenstich am 30. November letzten Jahres tat sich allerdings nicht viel.

Ein Jahr Stillstand

Er habe in seiner gut 20-jährigen Leitungstätigkeit für die Awo keine solche Baustelle erlebt, gab Albrecht unumwunden zu. Als problematisch erwies sich die Sicherung der Nachbargebäude nach Schaffung der Baufreiheit. Die alte Bausubstanz in Fischerstraße, Landgräfin-Jutta-Straße und Halbe Straße und die fehlende Gründung war vom Planungsbüro in den Ausführungsunterlagen kaum berücksichtigt worden. Das gesamte Projekt drohte zu scheitern. „Wir haben zu Jahresbeginn ein neues Planungsbüro beauftragt, das den Sonnenhof noch einmal überplant hat“, informierte der Awo-Chef. Mit der Quintessenz, dass das Projekt mit rund 5 Millionen Euro um 2 Millionen teurer, aber auch etwas größer wird. Drei altersgerechte Wohnungen sowie sieben Plätze in der betreuten Wohngemeinschaft kommen hinzu. Die Tagespflege sei für 12 Plätze konzipiert.

Das Ausschreibungspaket sei gepackt, Anfang Dezember gehe es raus, so Albrecht. Läuft alles nach Plan, könnte der Sonnenhof im Sommer 2021 fertig sein. Die bereits eingestellten Pflegekräfte seien derzeit im ambulanten Pflegedienst der Awo im Raum Bad Tennstedt unterwegs und „nähern sich langsam der Kreisgrenze und Weißensee“.

Ideenbörse zum „Palmbaum“

Bürgermeister Matthias Schrot brachte seine Erleichterung zum Ausdruck, dass die Awo nach allen Querelen nicht vom Projekt abgesprungen ist. Für die Weißenseer hat er eine weitere positive Information parat: Die Stadt Weißensee habe nach jahrelangen Verhandlungen mit einer Erbengemeinschaft das Gebäude, Hof und Nebenanlagen der ehemaligen Gaststätte „Palmbaum“ erwerben können. Im September seien die Unterschriften unter den Notarvertrag gesetzt worden. Das marode Areal an der Ortsdurchfahrt war auch stets ein Kritikpunkt in der Bürgerschaft. Die Nutzung des Palmbaum-Saales seit 2009 durch die Stadt und ihre Vereine sei stets eingeschränkt gewesen. Die WC-Container auf dem Hof sollten ursprünglich kein Dauerzustand werden, inzwischen stehen sie schon zehn Jahre.

Die Vorschläge der Bürger und Vereine seien nun gefragt, lädt Schrot zur Ideenbörse ein: Was wollen wir mit den neu gewonnenen Möglichkeiten machen? Der Saal solle größer und attraktiver werden. Pläne schmieden ist auch angesagt für die Nebengebäude. Augenmaß sei allerdings gefordert. „Das sind für die Stadt freiwillige Leistungen“, so der Bürgermeister. Alles könne nur Stück für Stück in Angriff genommen werden. Priorität habe die Fertigstellung der Stadt-Information am Markt und die mit Planungen begonnene Umgestaltung des Schützenhauses zum Sportvereinshaus.

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