Mehr Mobilität in bewegten Bildern

Landkreis.  Der Landkreis Sömmerda will stärker vom transeuropäischen Hauptknotenpunkt Erfurt partizipieren. Ein neues Projekt soll dafür die Weichen stellen

Maja schlägt ein. Sie gehört der Europa-AG an, die zusammen mit Markus Grysczok einen Videofilm produzieren will.

Maja schlägt ein. Sie gehört der Europa-AG an, die zusammen mit Markus Grysczok einen Videofilm produzieren will.

Foto: Peter Hansen

Für Marcus Grysczok ist es ein Heimspiel. Der Filmemacher und Stop-Motion-Künstler ist in Scherndorf geboren und in Kannawurf zur Schule gegangen. Sein Abitur hat der heute 37-Jährige im Albert-Schweitzer-Gymnasium in Sömmerda abgelegt. Die nächsten Wochen wird er hier wieder häufiger ein- und ausgehen. Zusammen mit den Schülern der Europa-AG wird er einen Videofilm produzieren. Grysczok spricht von einer Herausforderung. Die Arbeit mit Kindern ist ihm jedoch nicht fremd. In verschiedenen Workshops oder über das Programm der Kulturagenten hat er in der Arbeit mit Schülern Erfahrung gesammelt und bei ihnen Interesse für bewegte Bilder geweckt.

Filmproduktion bis Ende des Jahres

In den nächsten Wochen werden sich Schüler und Künstler kreativ mit der Zukunft des Nahverkehrs im Landkreis beschäftigen. Die persönlichen Erfahrungen der Schüler sollen in einen etwa zweiminütigen Videofilm einfließen. „Seid kreativ! Bringt euch, eure Sichtweise und Geschichten ein! Wir geben nichts vor“, stimmte Markus Bals, Amtsleiter für Öffentlichkeitsarbeit im Landratsamt Sömmerda, ein. Wie er gestern zum Auftakt informierte, soll die Filmproduktion bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Mit dem Film sollen die Bewohner des Landkreises auf ein neues Projekt mit dem Namen „SubNodes“, auf Deutsch „Sub-Knoten“, aufmerksam gemacht werden. Anliegen ist es, künftig in der Region stärker von transeuropäischen Netz-Knoten Erfurt zu partizipieren.

In der Projektbeschreibung tritt der Landkreis Sömmerda als sogenannter „Sub-Knoten“ auf. Die Stadt Erfurt gilt wie Frankfurt oder Paris im transeuropäischen Eisenbahnnetz als wichtiger Hauptknotenpunkt. „Die Nahverkehrsanbindung des Umlandes zu Hauptknotenpunkten ist allerdings in vielen Fällen unzureichend, so dass Anwohner bisher nur eingeschränkt von Hochgeschwindigkeitsnetzen profitieren können“, schilderte Konrad Braun, Ansprechpartner für das Projekt im Landratsamt, die gegenwärtige Situation.

Von Hauptverkehrsknoten langfristig profitieren

Im „SubNodes“-Projekt gehe es darum, neue Strategien zu entwickeln, um den öffentlichen Personennahverkehr kleiner Städte in der Umgebung der Hauptknotenpunkte auszubauen. Diese Städte sollen so zu Mittelzentren der Verkehrsinfrastruktur, also zu Sub-Knoten, weiterentwickelt werden. „Ziel ist, ein attraktives Angebot zu schaffen, von dem die Menschen und Unternehmen im Umland des Hauptverkehrsknotens langfristig profitieren“, erklärte er.

Der Landkreis Sömmerda ist dabei ein Projektpartner und eine Modellregion für Thüringen. Neben Deutschland beteiligen sich Projektpartner aus Italien, Polen, Tschechien, Slowakei und Slowenien. Unterstützt wird der Landkreis vom Thüringen Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und der Fachhochschule Erfurt, die den Prozess wissenschaftlich begleitet. Der Landkreis Sömmerda tritt als Projektkoordinator auf.

Mit dem Konzept des Integrativen Taktfahrplans wird im Landkreis eine Möglichkeit für die Zukunft gesehen. Dahinter verbirgt sich ein System, in dem Busse und Bahnen aufeinander abgestimmt und in festen Linientakten verkehren. Im April habe der Kreistag mit einem einstimmigen Beschluss die Bereitschaft für eine Umstellung auf das System signalisiert. Der neue Nahverkehrsplan des Kreises soll sich an den Zielen des Konzeptes ausrichten, so Markus Bals.

Einen Einblick in die europäische Zusammenarbeit gab es gestern für die Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums. Per Video schickten Schüler aus Slowenien eine Grußbotschaft und und wünschten viel Spaß bei den Dreharbeiten.

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