Nach kurzzeitiger Stagnation geht es vorwärts

Weißensee.  Alles gut in Weißensee? Bürgermeister Matthias Schrot ließ in der Einwohnerversammlung letztes und dieses Jahr Revue passieren.

Das erste Teilstück der Weißenseer Promenade wurde neu gestaltet. Alte Bäume mussten weichen, neues Grün säumt den Weg, der von den Weißenseern gern genutzt wird.

Das erste Teilstück der Weißenseer Promenade wurde neu gestaltet. Alte Bäume mussten weichen, neues Grün säumt den Weg, der von den Weißenseern gern genutzt wird.

Foto: Ina Renke

Die Befürchtung des Bürgermeisters, viele Stühle im Palmbaumsaal könnten unbesetzt bleiben, erwies sich als unbegründet. Als Matthias Schrot zur Einwohnerversammlung am Donnerstagabend das Wort ergriff, waren die Stuhlreihen gut gefüllt. Mehr als 150 Weißenseer – Städter und Ortsteilbürger – waren der Einladung gefolgt und auf die Informationen aus erster Hand gespannt. Aufmerksam hörten sie dem fast anderthalbstündigen Monolog Schrots zu.

Aktuell 3692 Einwohner

Auf der Leinwand der Bühne prangten für jeden sichtbar alle Zahlen und Stichpunkte in großen Lettern, die der Bürgermeister zu Gehör brachte. Die letzte Einwohnerversammlung Weißensees hatte es im Mai 2018 gegeben. Aus diesem Grund schlüsselte Schrot noch einmal die Haushaltsdaten und Investitionen für das vergangene Jahr auf und tat dies ebenso für das laufende Jahr. Interessante Eckdaten waren die aktuelle Einwohnerzahl und die Verschuldung der Stadt. Im Einwohnermeldeamt waren per 7. November 3692 Bürger mit Hauptwohnsitz in Weißensee und seinen Ortsteilen registriert. Der Einwohnerrückgang stagniere zwar, dennoch gebe es nach wie vor mehr Sterbefälle als Geburten. „Natürlich kein Weißensee-spezifisches Problem“, so Schrot. Der Schuldenstand der Stadt in Höhe von rund 10,599 Millionen Euro (per 31.12.2018) erschrecke zwar im ersten Moment, aber „Schulden sind keine Schande. Man muss sie nur tilgen können“, führte das Stadtoberhaupt aus. Der städtische Haushalt stehe auf soliden Beinen und bei den Tilgungen sei man weit vorangeschritten. „In ein paar Jahren wären wir schuldenfrei“, blickte Schrot voraus.

Gut gewirtschaftet

Die Steuereinnahmen bewegen sich in diesem Jahr laut Schätzung in Richtung 6 Millionen Euro, jedoch müsse die Stadt mit Rückerstattungen rechnen. Gestiegen sei die Umlage, die an den Landkreis zu zahlen ist – die sogenannte Kreisumlage. Das Geld fließe aber auf Umwegen zurück, sei es in die Schulen oder den ÖPNV. „Wir haben keinen Grund zum Jammern, uns geht es finanziell gut. Hoffentlich bleibt das so, wir werden vernünftig mit dem Geld umgehen und haushalten“, resümierte Schrot.

Zwei brennende Themen, die die Bürgerschaft bewegen, griff Schrot auf. So werde am kommenden Montag der Startschuss für den Bau des Radweges in Richtung Unstrutbrücke Leubingen/Sömmerda fallen. Ein Projekt, das seit 2011 die Stadt beschäftigt und nun realisiert wird. Damit habe man in puncto Infrastruktur wieder einen Schritt nach vorn gemacht. Vorerst sieben Bauplätze kann die Stadt an der Sömmerdaer Straße Häuslebauern anbieten. Dabei solle es nicht bleiben. Es gebe laut einer Studie derzeit großen Mehrbedarf – etwa 60 Bauwillige. „Wir sind dran, ein größeres Gebiet durch Aufstellung eines Bebauungsplanes anbieten zu können“, so Schrot. Baustart für die Erschließung der Baugrundstücke an der Sömmerdaer Straße sei am 2. Dezember.

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