Neuer Lebensraum für die Rohrweihe

Frohndorf.  In den Lossa-Wiesen bei Frohndorf wird die Landschaft neu gestaltet. Es handelt sich um einen Ausgleich für den Neubau der Autobahn.

In den Lossa-Auen bei Frohndorf wird gerade ein Ausgleichsprojekt für den Autobahnbau realisiert.

In den Lossa-Auen bei Frohndorf wird gerade ein Ausgleichsprojekt für den Autobahnbau realisiert.

Foto: Peter Hansen

In den Lossa-Auen bei Frohndorf finden gerade großflächig Erdarbeiten statt. Die Baumaschinen sind nicht zu übersehen und Autofahrer bekommen das Projekt auch dadurch zu spüren, dass zwischen Frohndorf und dem Kreisverkehr Richtung Kölleda im Bereich der Brücke Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten.

Es handelt sich um Ausgleichsmaßnahmen zum Neubau der Bundesautobahn A 71 AD Südharz (A 38) – Erfurt-Bindersleben (B 7), Streckenabschnitt Landesgrenze Sachsen-Anhalt/Thüringen – AS Sömmerda-Ost. Der Bau dieses Streckenabschnitts erfolgte zwischen März 2010 und Dezember 2015, informierte Lutz Günther vom Bereich Kommunikation der Deges Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH auf Nachfrage der Thüringer Allgemeine.

Aus Intensivgrünland wird eine Feuchtwiese

Durchgeführt werden in den Lossa-Wiesen Landschaftsbauarbeiten zur Herstellung zweier Ausgleichsmaßnahmen. Diese Arbeiten umfassen die Umwandlung von Intensiv- in Extensivgrünland (Feuchtwiese), die Anlage von sechs Feuchtsenken, die Pflanzung von 20 Einzelbäumen (Silberweide und Schwarz-Erle) sowie von zahlreichen Feldgehölzen (Hecken). Dadurch soll ein Ergänzungslebensraum für die Vogelwelt, insbesondere für die Rohrweihe geschaffen werden, heißt es seitens der Deges. Der Lebensraum werde auentypisch gestaltet, wobei die Bodenfunktionen aufgewertet und das Landschaftsbild neu arrangiert wird.

Dies geschieht auf einer Gesamtfläche von rund 10,7 Hektar. Die Baukosten liegen bei insgesamt rund 150.000 Euro. Umgesetzt wird das Projekt zwischen Herbst 2019 und Frühsommer 2020, anschließend ist laut Deges bis Herbst 2022 die Fertigstellungs- und Entwicklungspflege vorgesehen.

Verzögerung durch Grundstücksfragen

Die Planfeststellung zu diesem Projekt erging bereits Ende 2009. In diesem Baulos verzögerten schwierige Grunderwerbsverhandlungen und ungeklärte Flächenverfügbarkeiten aber die Realisierung, erklärt Lutz Günther. Die aktuellen Arbeiten stellen allerdings eines der letzten Landschaftsbaulose an der A 71 dar. Der überwiegende Anteil der landschaftspflegerischen und Naturschutzmaßnahmen zwischen dem Dreieck Südharz (A 38) und Sömmerda sei längst fertiggestellt worden, zum Beispiel auch im Bereich der Verkehrsanlage südlich des Schmücketunnels.

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