Statt auf Plakate setzen Parteien im Kyffhäuserkreis mehr auf Flyer im Wahlkampf

Sondershausen  Zwischen den Europa-Plakaten der großen Volksparteien fällt bislang in Sondershausen nur eine kommunale Wählervereinigung auf.

An der Kreuzung in der Sondershäuser Alexander-Puschkin-Promenade werben Parteien mit Großaufstellern für die Europawahl am 26. Mai. Gleichzeitig werden auch die Kommunalparlamente gewählt.

An der Kreuzung in der Sondershäuser Alexander-Puschkin-Promenade werben Parteien mit Großaufstellern für die Europawahl am 26. Mai. Gleichzeitig werden auch die Kommunalparlamente gewählt.

Foto: Christoph Vogel

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Auf Wahlwerbung von Parteien wartet vermutlich niemand wirklich gespannt. Aber es fällt auf, dass zwar zur Europawahl plakatiert ist, jedoch zur Kommunalwahl nur spärlich Plakate hängen.

Ja, mit Gemeinplätzen werben Linke und NPD um Aufmerksamkeit an den Ausfallstraßen in Sondershausen. Aber die Plakate bekommt man in ganz Thüringen zu Gesicht. Das wird sich nach Auskunft des Linken-Kreischefs Dietmar Strickrodt auch nicht ändern. Die Plakate werden zentral in Erfurt bestellt und von einer Firma gehängt. Für die Wähleransprache auf kommunaler Ebene in den Stadträten und für den Kreistag beschränke man sich auf Flyer. Das Wahlprogramm verteilt die Linke regelmäßig freitags an ihrem Infostand. Auch in Ebeleben soll es noch einen geben, kündigt Strickrodt an. Zum Verteilen in die Briefkästen sind ebenfalls Flyer gedruckt. Ein hohes vierstelliges Budget wird die Linke in den Wahlkampf stecken, schätzt der Kreischef. Dafür greife man auf die Mitgliedsbeiträge zurück und bekomme Unterstützung von der Landespartei.

Als Einzige nicht zu übersehen ist im Sondershäuser Stadtbild zurzeit die Wählervereinigung Volkssolidarität. Für die Stadtratswahl am 26. Mai hat die Volkssolidarität (VS) schon groß plakatiert, die Litfaßsäulen beklebt. In den nächsten Tagen folgen noch die Großaufsteller, auf denen die Wählervereinigung um Stimmen werben wolle, sagt Spitzenkandidat Tobias Schneegans. „Ich bewerbe mich um ein Mandat bei den Bürgern. Da muss ich auch Gas geben und dem Bürger mitteilen, was ich will“, fasst er das Anliegen der VS zusammen. Die Wahl finde schließlich auch nur alle fünf Jahre statt. Die Summe, die die VS ausgibt, nennt er „erklecklich“. Finanziert wird der Wahlkampf von den Kandidaten, deren Beitrag freiwillig ist und nach Ermessen eingezahlt wird – eben jeder, wie er könne, sagt Schneegans.

Davon hat die Wählervereinigung auch allerhand Werbegeschenke bezahlt, die an den Infoständen verteilt würden. Dort gibt es neben Gesprächen mit den Stadtratskandidaten auch das Wahlprogramm für zu Hause. Das komme aber auch als Flyer in den Briefkasten.

In „den Kampf um die Briefkästen“ wird auch die AfD im Kyffhäuserkreis einsteigen. Ihr Kreissprecher Jens Cotta kündigte an, dass auch die AfD Flyer mit ihrem Wahlprogramm verteilen werde. Auf Großplakate verzichtet man dagegen. Zu groß sei die Gefahr, dass diese zerstört würden. Aber Plakate soll es geben. In den kommenden Tagen beginnen die Mitglieder sie aufzuhängen, sagte Cotta. Das Budget der AfD sei – trotz nach eigener Aussage zahlreich neu gewonnener Mitglieder – nicht sehr hoch. Einen niedrigen vierstelligen Bereich werde die AfD in Wahlwerbung für die Kreistags- und Stadtratswahlen in Sondershausen und Roßleben-Wiehe stecken.

Ganz auf Plakate verzichten werden die Freien Wähler bei der Kreistagswahl. „Ich lasse mich nicht von diesen Sprüchen beeinflussen, und ich denke, die Bürger auch nicht“, sagt Freie-Wähler-Chef Mario Merten. Er hält die enormen Kosten für rausgeschmissenes Geld. Die Freien Wähler informieren die Bürger mit Flyern, in Gesprächen und an ihren Infoständen auf dem Marktplatz.

Die SPD plakatiert in den kommenden Tagen, erklärte Sprecher Steffen Lupprian. Die Feiertage und die Vielzahl der Wahlen in diesem Jahr hätten zu Verzögerungen bei der Auslieferung der Wahlplakate geführt. Die Mitglieder der Ortsvereine holen das jetzt nach. Über das Programm zu den Kommunalwahlen habe man Flyer und ein Magazin drucken lassen und in den Fußgängerzonen verteilt. Zu den Kosten des Wahlkampfs macht die SPD keine Angaben.

Auch die CDU hat sich ihre Plakate noch aufgespart. „In den nächsten zwei Wochen wollen wir Akzente setzen im Stadtbild für die Stadtrats- und Kreistagswahl“, sagt CDU-Kreischef Stefan Schard. An diesem Wochenende werden die Mitglieder anfangen, Plakate aufzuhängen. An Infoständen sei man dagegen schon aktiv gewesen, habe Flyer mit dem Wahlprogramm verteilt. Bezahlt wird die Wahlwerbung wie bei den anderen Parteien aus den Mitgliedsbeiträgen.

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