Sportfläche in Thal: Klappt es im zweiten Anlauf?

Ruhla.  Die Stadt Ruhla will einen neuen Versuch zur Sanierung der Sportfläche in Thal starten und hofft auf 90-prozentige Förderung.

Die Stadt Ruhla unternimmt einen neuen Anlauf, um das Sport- und Freizeitzentrum in Thal  zu sanieren und aufzuwerten.

Die Stadt Ruhla unternimmt einen neuen Anlauf, um das Sport- und Freizeitzentrum in Thal  zu sanieren und aufzuwerten.

Foto: Peter Rossbach

„Hier realisiert die Stadt Ruhla“, steht ganz oben auf dem schon ordentlich verwitterten Schild. Die Nägel, die es halten, haben Rost angesetzt – kein Wunder, steht das Schild doch schon gut eineinhalb Jahre. Hinter dem Schild tat sich nichts, obwohl das Sport- und Freizeitzentrum Thal zu einer über den Ort hinaus strahlenden Sportstätte entwickelt werden sollte.

Das könnte nun anders werden. Der Stadtrat Ruhla hat beschlossen, sich an den ja bereits vorhandenen Plänen bei einem neuen Förderprogramm des Bundes zu beteiligen – und dies nicht trotz der corona-bedingten Haushaltsnotlage der Stadt, sonder eher genau wegen dieser Notlage. Man ist dabei ein schmerzliches Haushaltssicherungskonzept auf die Beine zu stellen. Bürgermeister Gerald Slotosch (parteilos) stellte das Vorhaben vor und der Rat stimmte zu. Ob tatsächlich Geld aus dem Programm nach Thal kommt, ist noch ungewiss, aber die Chance darauf will sich niemand in Ruhla verbauen.

Im März 2019 hatte der Rat bereits für den ersten Bauabschnitt des rund 2,5 Millionen teuren Plans zugestimmt. Alles, so Slotosch, war damals schon mit den künftigen Nutzern intensiv besprochen worden, also mit Schulen und Vereinen, vor allem mit den Kickern des EFC Ruhla. Immerhin soll dann der Rasenplatz im Stadion „Mittelwiese“ in Ruhla nicht mehr für den großen Wettkampfbetrieb genutzt werden, die intensive Pflege dort falle also weg.

In Thal soll der große Hartplatz zum Kunstrasenplatz werden, Leichtathletikanlagen mit Tartanbahn, Sprungbereichen und mehr entstehen. Eine Baugenehmigung liegt bereits vor. Nur: Dem Fördermittelantrag der Stadt wurde nicht zugestimmt. Immerhin ist aber ein neues Sozialgebäude entstanden, mit Umkleiden, Sanitärbereichen und Übungsflächen für kleinere Gruppen.

Seit September 2020 ist nun bekannt, dass der Bund ein neues Förderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ auflegt, um Investitionen in Infrastruktur in den Kommunen zu ermöglichen. Der Clou dabei: Normalerweise soll die Kommune dabei 55 Prozent der Baukosten übernehmen, die restlichen 45 kommen vom Bund. Wenn sich die Stadt allerdings in einer Haushaltsnotlage befindet, steigt der Anteil des Bundes auf bis zu 90 Prozent.

Die Stadt Ruhla hat also eine fertige Planung, sich vom Kreis bereits die Haushaltsnotlage bestätigen lassen und nun den Beschluss des Stadtrates – damit alle drei Bedingungen erfüllt, die das Programm vorschreibt. Die Fristen sind knapp. Bereits Anfang/Mitte 2021 soll das Verfahren durch sein und die ausgewählten Kommunen die Förderbescheide erhalten.

Angesichts der derzeitigen Kostenplanung kämen rund 250.000 Euro auf die Stadt zu. „Damit könnten wir zeigen, dass wir auch in Zeiten der Haushaltssicherung ein Großprojekt auf die Beine stellen können“, warb Slotosch im Stadtrat. Das fanden alle gut, auch Stefan Hartung, der dennoch zu bedenken gab: „Wenn wir heute zustimmen, muss uns klar sein, dass wir damit im eh vermutlich schmalen Haushalt 2021 schon 250.000 Euro blockieren.“

Und noch ein weiteres Vorhaben fand die Zustimmung im Rat. Für rund 31.300 Euro sollen ab Anfang nächsten Jahren Zaun und Krone der Stützmauer, die das Außengelände des Gymnasiums von der Gartenstraße trennt, saniert werden. Die Mauer selbst, so ein Gutachter, sei noch statisch gut, allerdings müssten der Zaun auf einer Länge von 160 Metern demontiert, aufgearbeitet und wieder aufgestellt sowie die Krone saniert werden. Ansonsten drohe in nur wenigen Jahren eine komplette Sanierung.

Der Wartburgkreis als Schulträger plane zudem, so der auch im Kreistag sitzende Slotosch, den Schulhof zu sanieren. Insofern sei das städtische Vorhaben aus städtebaulicher Sicht wichtig, zumal das Gymnasium im kommenden Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiere.