Meine Woche

Alles in Bewegung

Stadtroda.  Frank Kalla über Tempolimits, Müllgebühren und die CDU

Frank Kalla Stadtroda OTZ Redaktion

Frank Kalla Stadtroda OTZ Redaktion

Foto: Jens Henning / OTZ

Kleine Ursache, große Wirkung: Das hat sich das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr bestimmt nicht träumen lassen, dass ihm eine Baumaßnahme auf der Autobahn A4 bei Stadtroda auf die Füße fällt. Weil Bleifußfahrer, notorische Verfechter von sogenannten Elefantenrennen – gemeint sind die Brummifahrer, die quälend versuchen einen anderen Laster auf der Autobahn zu überholen –, aber auch stinknormale Kraftfahrer wegen der Erneuerung des Mittelstreifens auf der A4 in diesem Bereich auf der Bremse bleiben mussten, hatten Quirlsche, Dornaer und Rodsche plötzlich eine ungeahnte Ruhe vor dem Fenster. Vogelzwitschern statt Verkehrslärm: Manche, die bereits ein Hörgerät im Lauscher hatten, merkten plötzlich, dass es auch ohne geht. Klar, einige wenige waren auch traurig. Konnte man sich sonst wegen des Verkehrslärms damit herausreden, die Anweisungen der Frau schlicht überhört zu haben, war es mit diesem Argument nun vorbei. Nun, da wieder der Wahnsinn auf der Autobahn unterwegs ist, fordert Stadtroda ein Tempolimit in den Abendstunden. Für das Landesamt ist das Ansinnen vor allem eines: Stress, den man gar nicht haben will. Aber so ist das halt. Wenn man die Bewegung bremst, kommt irgendwann alles in Bewegung.

Viel Bewegung gibt es auch beim Thema Müllgebühren im Kreis. Wer will, dass seine müffelnde Tonne pünktlich entleert wird, muss möglicherweise bald tiefer in die Tasche greifen. Gut haben es jene, die ihren guten alten Kachelofen behalten haben. Da wandert bestimmt bald noch mehr Müll durch die Esse als in die Tonne. Ach ja, die Biotonne und die Küchenabfälle: Inzwischen gibt es ja auch Literatur, wo man wunderbar nachlesen kann, dass selbst Eierschalen oder Knochen noch zu irgendwas Genießbarem taugen. Die Telefonnummer vom Zahnarzt sollte man aber besser bei der Mahlzeit gleich neben den Teller legen.

Spannend ist, wer denn in diesen Tagen bei der CDU auf der Strecke bleibt. Seit den Landtagswahlen dauert ja die Nacht der langen Messer an. Der alte Spruch, dass die schlimmsten Feinde in der eigenen Partei zu finden sind, er ist in diesen Tagen für manche Christdemokraten bittere Realität. Aber auch in der Politik gilt: Alles fließt, wie bereits Heraklit bemerkte.

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