Die Sirenen heulen nur noch selten – Feuerwehr setzt auf neue Wege

In und um Stadtroda heulen kaum noch die Sirenen. An welcher Neuerung das liegt, erklärt Stadtbrandmeister Hendrik Staps.

Hendrik Staps ist Stadtbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr von Stadtroda

Hendrik Staps ist Stadtbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr von Stadtroda

Foto: Jens Henning

Man hört in der Stadt Stadtroda kaum noch die Sirenen heulen. Woran liegt das, Herr Staps?

Unsere Feuerwehrleute werden künftig nur noch bei einem bestätigten Brand in Stadtroda über die Sirenen alarmiert. Sonst erfolgt die Alarmierung nur noch über die kleinen Funkmeldeempfänger, die fast jeder Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau mit sich trägt.

Sind die vorhandenen Sirenen dann nur noch Auslaufmodelle, oder warum gibt es jetzt diese Neuerung?

Nein, ganz und gar nicht. Die Rettungsleitstelle in Jena hat ihren Umzug abgeschlossen. Die Systeme funktionieren. Jetzt können wir unsere Feuerwehrleute noch koordinierter einsetzen. Für einen Notarzt-Zubringer müssen nicht mehr 20 Kameraden am Gerätehaus erscheinen. Wenn die Leitstelle alarmiert, geht der Empfänger an. Man kennt das Gerät als Piepser. Und dann erhalten wir eine erste Durchsage, was passiert ist. Dann wissen wir Bescheid. Wenn die Sirene anschlägt, heißt das, alle verfügbaren Kameraden müssen erst einmal zum Feuerwehrgerätehaus kommen.

Damit wird es auch für die Bevölkerung in Stadtroda und in den Ortsteilen ruhiger, wenn die Sirenen nicht mehr so oft anschlagen. Sie sind ja auch schon mächtig laut.

Das stimmt. Ich kann sogar noch einen Zusatzeffekt ausmachen. Wenn die Sirene zu oft heult, verliert sie in der Bevölkerung an der nötigen Aufmerksamkeit. Dann wird jede Alarmierung als etwas völlig Normales wahrgenommen. Dabei hat jeder Einsatz, den wir Kameraden bestreiten, nichts mit Normalität zu tun.

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