Eisenberger genießen Fête de la Musique zum zweiten Mal

Ulrike Demuth
| Lesedauer: 3 Minuten
Eins - zwei - drei - vier! Schlagzeuglehrer Philipp Böttcher zählte ein, und schon rummsten die fetzigen Rhythmen von "Quattro Beats" über den Platz.

Eins - zwei - drei - vier! Schlagzeuglehrer Philipp Böttcher zählte ein, und schon rummsten die fetzigen Rhythmen von "Quattro Beats" über den Platz.

Foto: Ulrike Demuth

Eisenberg.  Selten haben Musikfans die Möglichkeit, ohne Eintritt ein abwechslungsreiches Musikprogramm genießen zu können.

Eine Stadt voller Musik, die den Beginn des Sommers feiert - das ist in jedem Jahr zum 21. Juni die Idee hinter der weltweit gefeierten „Fête de la Musique“. In Eisenberg ist Steffen Much der Kopf hinter, vor, über und inmitten dieser besonderen Musik-Party. Der sonst im Stadtrat und im Kreistag aktive Linke hängt für einen Abend die Politik an den Haken, schlendert durch „sein“ Eisenberg und genießt die Musik, die an jeder Ecke der Innenstadt zu hören ist. „Jeder, der `ne Klampfe hat, kann sich vor sein Haus stellen“, sagt der Organisator mit einem Lächeln. Aber viele Musiker haben sich im Vorfeld zur Fête in Eisenberg angemeldet.

Rap, Rock oder Kirchenmusik: Jeder kommt auf seine Kosten

So rückte die „Studio B Musikschule“ aus Buchheim gleich mit vier Schlagzeugen an, die neben dem Rathaus aufgebaut wurden. Es war die Gruppe „Quattro Beats“, die unter der Leitung von Schlagzeuglehrer Philip Böttcher den Platz buchstäblich zum Beben brachte. Gleich auf der anderen Seite des Rathauses hatte der Posaunenchor der Stadtkirche St. Peter Aufstellung genommen und erfreute die Passanten mit seinem sommerlich-schwungvollen Repertoire. Folgte man dem Strom der entspannt schlendernden Eisenbergern, so traf man auf dem Steinweg Liedermacher Wilfried Mengs, der vor dem Antiquariat Aufstellung genommen und von einer konzentriert arbeitenden Dame am Spinnrad Gesellschaft bekommen hatte. Weiter die Straße hinunter gab es den nächsten Menschenauflauf auf dem Hof der Stadtbibliothek: Hier wurde mit Leib und Seele gerappt, und das entspannt-fröhliche Publikum nickte und wippte begeistert im Beat, als unter anderem Rapper Klaus’n aus Stadtroda in seinen Songs aus seinem Leben erzählte. Auf dem Weg zum Roßplatz marschierte plötzlich der Spielmannszug „SV Klengel Serba 09 e.V.“ an den erstaunten Musik-Spaziergängern vorbei und erfüllte den Steinweg mit seinen fröhlichen Klängen. Rockig wurde es bei Steffen Much, der sein Zuhause am Roßplatz höchstselbst für die Musikfreunde aus der Nachbarschaft geöffnet hatte: Hier sorgten die Bands „Seitenstreifen“ und „Nightrock“ für Unterhaltung und gute Stimmung auf dem gefüllten Hof.

Kein Eintritt, kein Catering, einfach nur Musik

„Es gibt hier kein Catering, jeder bringt sein Bier mit“, beschreibt der Veranstalter das Besondere an der Eisenberger Variante des Musikfestes. Auch ein Eintritt wird traditionell bei der Fête nicht verlangt. Erfreut ist Much über die erneute Zusammenarbeit mit dem Eisenberger Kunstverein, der auch im vergangenen Jahr bereits das Fest unterstützte, und über die Sponsoren: „Sie ermöglichen es, dass die Musiker und Bands wenigstens ein kleines Dankeschön bekommen, denn eine Gage wird ja heute nicht gezahlt“, so Much. Dass sich der Aufwand dennoch lohnt, ist dem Publikum an jeder Stelle, an der an diesem Abend Musik zu hören ist, anzumerken: Ob entspannt mit dem kühlen Getränk in der Hand, stehend oder wippend und im Takt der Musik nickend, auf allen Gesichtern ist zu sehen, dass sie den Musikabend genießen.