Halbzeit in Panama für 20-jährige Eisenbergerin

Eisenberg.  Für Theresa-Sophie Losse aus Eisenberg hat die zweite Halbzeit in Lateinamerika begonnen.

Theresa-Sophie Losse (rechts) aus Eisenberg absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr in Lateinamerika. Als Lehrassistentin arbeitet sie an einer Schule mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt.

Theresa-Sophie Losse (rechts) aus Eisenberg absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr in Lateinamerika. Als Lehrassistentin arbeitet sie an einer Schule mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt.

Foto: Privat

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Für Theresa-Sophie Losse aus Eisenberg hat die zweite Halbzeit begonnen: Am 21. August 2019 startete die damals 19-Jährige ihre Reise nach Panama, um dort über den Verein „AFS Interkulturelle Begegnungen“ ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. In einem kleinen Dorf in der Nähe von Las Tablas, der Hauptstadt der panamaischen Provinz Los Santos, lebt sie in einer Gastfamilie und arbeitet an einer Schule mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt.

Für ein Zwischenfazit hat sich die junge Frau jetzt wieder bei unserer Zeitung gemeldet. „Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich in der ersten Hälfte meines Jahres schon viel gelernt und erlebt habe. Nicht nur über eine sich von Deutschland stark unterscheidende Kultur, sondern auch über mich selbst. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Getrübt werde ihr Auslandsjahr derzeit allerdings vom Coronavirus, das sich seit kurzem auch in Panama ausbreite. „Deshalb sind die Schulen geschlossen worden, und wir sollen unsere Wohnorte nicht mehr verlassen“, berichtet sie. „Einige andere, die ebenfalls über die Organisation nach Lateinamerika kamen, haben ihren Auslandsaufenthalt jetzt sogar aus Angst abgebrochen, nicht mehr nach Deutschland einreisen zu können.“ Sie aber wolle Ruhe bewahren und abwarten, wie sich die Situation weiter entwickelt.

„Andere Art der Kommunikation“ in ihrer Gastfamilie

Der Alltag in einer panamaischen Gastfamilie sei aufgrund kultureller Unterschiede nicht immer einfach, sagt Theresa-Sophie Losse. Besonders schwer falle ihr die „andere Art der Kommunikation“. „Im Gegensatz zur deutschen Kultur, in der Konflikte offen angesprochen und diskutiert werden, wird in Panama indirekt kommuniziert. Das bedeutet, dass meine Gasteltern zum Beispiel einfach einen Tag lang nicht mit mir sprechen. Später erhalte ich einen Anruf von meiner Organisation, die mir dann sagt, dass meine Gastfamilie bestimmte Dinge stören.“ Trotz allem sei sie ihrer Gastfamilie sehr dankbar. „Dafür, dass sie mich bei sich aufgenommen haben und mir die lateinamerikanische Kultur näherbringen.“

Grundsätzlich seien die „Panamaños“ sehr entspannt. „Abgesehen vom Straßenverkehr, da kann es ihnen nicht schnell genug gehen.“

Eine typische Speise in Panama sei Reis mit Hühnchen, was auf Spanisch „arroz con pollo“ heißt. Generell werde viel Fleisch gegessen und „überraschenderweise wenig Obst und Gemüse“.

Zu ihrem 20. Geburtstag im Februar habe sie Besuch von einer Freundin aus Deutschland bekommen. Zusammen reisten die beiden durch Panama. „Dabei ist mir aufgefallen, dass meine Freundin von vielen Dingen überrascht war, die für mich mittlerweile schon völlig normal geworden sind. Zum Beispiel die tropischen Temperaturen über 30 Grad, Geckos im Haus, ständiges Hupen von Autos, kaltes Wasser sowie häufiger Strom- und Wasserausfall. Generell habe ich viel entspannter auf überraschende Situationen reagiert und war mir sicher, dass es für alles eine Lösung geben wird. Der entspannte Lebensstil macht sich bei mir schon bemerkbar.“

„Generell läuft alles viel entspannter ab als in Deutschland“

Die Arbeit mit beeinträchtigten Kindern auf Spanisch fordere viel Geduld, sagt sie. „Dafür bekomme ich aber häufig ein Lächeln zurück.“ Beim Schreiben, Lesen und Rechnen helfe sie den Kindern, es werde gemeinsam gebastelt und Musik gemacht. „Generell läuft alles viel entspannter ab als in Deutschland. Wenn der Schulbus mal nicht fahren kann und nur die Hälfte der Kinder in der Klasse ist, ist das für die Lehrer kein Problem.“

Natürlich aber vermisse sie Deutschland und ganz besonders ihre Familie und Freunde. „Mir fehlt es auch sehr, Auto oder Motorrad fahren zu können. Das darf ich aus Versicherungsgründen in Panama nicht.“

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