Hermsdorfer Kinderkirche trainiert für Herstellung eines Audioguides

Ulrike Demuth
| Lesedauer: 2 Minuten
Julia Bauer (Bildmitte) erklärt den Erst- und Zweitklässlern die Handhabung professioneller Aufnahmegeräte.

Julia Bauer (Bildmitte) erklärt den Erst- und Zweitklässlern die Handhabung professioneller Aufnahmegeräte.

Foto: Ulrike Demuth

Hermsdorf.  Wie beschreibe ich jemandem den Weg, wenn derjenige nichts sehen kann? Mit dieser Frage beschäftigen sich derzeit die jungen Teilnehmer der Kinderkirche in Hermsdorf.

Um die Hermsdorfer Kirche sah man am Dienstag Kinder in Zweier- und Dreiergruppen mit Aufnahmegeräten herumlaufen. Es waren die kleinen Teilnehmer der Kinderkirche, die unter der Leitung von Gemeindepädagogin Almut Elsässer und der Medienpädagogin Julia Bierau vom Offenen Kanal Jena erprobten, wie man mit einem Aufnahmegerät Geräusche aufnimmt. Dabei wollten sie herausfinden, worauf zu achten sei, wenn man jemandem den Weg beschreibt, dessen Sehvermögen eingeschränkt ist. Ihr Ziel dabei ist es, einen Blindenpfad in Hermsdorf zu errichten, eine Station, an der interessierte Touristen, Schüler oder Einwohner einen Audioguide auf die Ohren bekommen, sich die Augen verbinden und anhand der Beschreibungen der Kinder eine bestimmte Wegstrecke in Hermsdorf zurücklegen (wir berichteten). Schnell war klar: Das ist nicht einfach!

Hilfe, wo geht es hier lang?

Die Erst- und Zweiklässler übten zunächst den Umgang mit den Aufnahmegeräten, denn auch die Handhabung der Technik ist nicht ganz einfach. Dazu bat Julia Bierau die Kinder, zu zweit loszugehen und um die Kirche herum Geräusche aufzunehmen. Als die Gruppe wieder zusammenfand und die Geräusche vorgespielt wurden, bemerkten die Kinder schnell: Zu erraten, was genau jemand anderes da aufgenommen hat, ist nicht so einfach! Klopfgeräusche etwa konnten von einer Tür, einem Fallrohr oder einer Bank stammen, überlegten die Kinder gemeinsam. Einen Schritt weiter ging die zweite Gruppe der Dritt- und Viertklässler: Hier wurde je einem Kind die Augen verbunden, während ein anderes Kind den Weg beschrieb und das dritte Kind die Technik hielt. „Hilfe, wo geht es denn hier lang?“, hörte man schon bald eines der Mädchen rufen. Ihre Freundin hatte ihr zwar „rechts“ und „links“ angegeben, aber Hindernisse wie ein Straßenschild oder den Bordstein außer Acht gelassen.

Aufnahmen für den 2. Juli geplant

„Mit dem heutigen Tag konnten wir gut üben, wie genau wir einen Audioguide für Blinde erstellen müssen“, erklärte Almut Elsässer. Die Beschreibung der Stationen ist für Samstag, den 2. Juli geplant. Da werden die Kinder in Hermsdorf die Stationen festlegen und die Texte für die Wege aufnehmen, erzählt Elsässer weiter. Auch der Offene Kana Jena werde diesen Tag begleiten und eine Live-Übertragung vornehmen, so die Gemeindepädagogin. Kinder, die Interesse haben, an diesem Projekt teilzunehmen und am Samstag bei der Live-Übertragung dabei zu sein, können sich bei Almut Elsässer unter der E-Mail almut.elsaesser@gmx.de und per Telefon unter 0176 20048447 anmelden.