Hermsdorfer Wohnungsgenossenschaft bewegte große Brocken

Hermsdorf.  Hermsdorfer Wohnungsgenossenschaft übergibt seniorengerechtes Wohnen in der Waldsiedlung, baut Balkone und installiert Aufzüge an Wohnblocks

Steffen Preiß, technischer Vorstand der Wohnungsgenossenschaft, vor dem Wohnblock am Grünstädter Platz 22 bis 25, an dem Außen-Fahrstühle für 48 Mieter installiert worden sind.  

Steffen Preiß, technischer Vorstand der Wohnungsgenossenschaft, vor dem Wohnblock am Grünstädter Platz 22 bis 25, an dem Außen-Fahrstühle für 48 Mieter installiert worden sind.  

Foto: Andreas Schott

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Blicken Monika Richter und Steffen Preiß, beide im Vorstand der Hermsdorfer Wohnungsgenossenschaft, auf das vergangene Jahr, ist Zufriedenheit aber auch Erleichterung zu spüren. Denn es war ein über Gebühr herausforderndes Jahr, bekennen sie.

Mit dem im Dezember offiziell abgeschlossenen Projekt „Seniorengerechtes Wohnen“ in der Erich-Weinert-Straße 25 A sei die Spannung ein wenig abgefallen, gibt Monika Richter zu. Immerhin hatte sich die kleine Wohnungsgenossenschaft mit diesem Vorhaben eine gewaltige Aufgabe gestellt. Im Spätsommer 2017 begann im ehemaligen Lehrlingswohnheim in der Waldsiedlung – erbaut 1972 – die Entkernung. Zu Beginn hatte man lange Zeit auf die Baugenehmigung beim Landratsamt warten müssen. Vertragsmodalitäten mit Kreditinstituten standen an, skizziert Steffen Preis. Insgesamt wurden 4,6 Millionen Euro investiert, den eine Förderung durch den Freistaat in Höhe von 260.000 Euro gegenüber stand.

„Alle Wohnungen sind vermietet. Und auch die Wohngemeinschaft für acht Personen - ein Pilotprojekt für den ländlichen Raum in Kooperation mit dem Arbeiter-Samariter-Bund - sei voll belegt. Alle neuen Mieter fühlen sich pudelwohl in ihrem Domizil“, freut sich Monika Richter.

Investiert in mehrere Vorhaben

Und neben dem Projekt „Seniorengerechtes Wohnen“, das die Genossenschaft intensiv begleitete, stellte sie sich im zurückliegenden Jahr weiteren Aufgaben. „In der Rudolf-Breitscheid-Straße 13 bis 18 haben wir beginnend im Juni Balkone an unser Objekt angebaut, um den Wohnkomfort zu erhöhen. Die Balkone sind fertig, aber am Außengelände sind noch Restarbeiten zu erledigen. 900.000 Euro haben wir dafür berappt. Fördermittel konnten wir keine in Anspruch nehmen“, informiert Steffen Preiß.

Doch damit war es in diesem Jahr für die Genossenschaft noch nicht getan. Am Grünstädter Platz 22 bis 25 begannen im Mai die Arbeiten für die Installation von Aufzügen am Gebäudekomplex, der über 48 Wohneinheiten verfügt. Das sei gleichfalls eine gewaltige Aufgabe gewesen. Die Fassade wurde vertikal aufgeschnitten, um die alten Treppensegmente herauszunehmen und die neuen Elemente einsetzen zu können. Dabei sei man Haustür für Haustür vorgegangen. Während der Arbeiten mussten unsere Mieter für 14 Tage weichen, wir hatten ihnen Gästewohnungen angeboten. Sportlich sei der Bauablauf gewesen, weil in dieser Zeit nicht nur die Treppen gewechselt sondern zugleich das Fundament für den Aufzug fertig gestellt werden musste. „Wahrlich eine Herausforderung für die Baufirma, um alle notwendigen Abläufe punktgenau auszuführen. Aber auch für uns, weil die zeitliche Bauabfolge haargenau passen musste“, schildert Steffen Preiß.

Ende September waren die Aufzugsbauer vor Ort, Ende Oktober waren alle vier Eingänge mit einem Aufzug versehen. Die Gesamtkosten für das Vorhaben am Grünstädter Platz umfasste 1,3 Millionen Euro. „Etwas billiger wäre es geworden, wenn wir die Aufzüge auf der halben Etage etabliert hätten. Wir wollten aber einen ebenerdigen und damit altersgerechten Zugang zu den Wohnungen haben“, sagt Steffen Preiß. Fördergelder in Höhe von 480.000 Euro konnten für das Vorhaben in Anspruch genommen werden.

Im Tagesgeschäft selbst, so Preiß, standen Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten von 80 Wohnungen an, die durch Auszug frei geworden seien. Auch hierbei hat die Genossenschaft in die Tasche gegriffen und etwa 600.000 Euro investiert.

Im neuen Jahr könne die Wohnungsgenossenschaft solche Herausforderung aus finanzieller Sicht aber auch personellen Gründen nicht stemmen. Jetzt brauche man erst einmal eine Verschnaufpause, meinen Monika Richter und Steffen Preiß.

Die Wohnungsgenossenschaft hat 1070 Wohnungseinheiten in Hermsdorf und Bad Klosterlausnitz im Bestand. Der Wohnungsleerstand, der zum Teil durch Bauvorhaben bewusst künstlich nach oben getrieben wurde, liege bei der Genossenschaft lediglich bei etwas mehr als zwei Prozent.

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