Leichte Entspannung bei Kitaplätzen im Saale-Holzland-Kreis

Eisenberg.  Betreuungslage weitgehend stabil, aber Mehrbedarf in Hermsdorf, St. Gangloff, Stadtroda und Zöllnitz.

Erzieherin Heike Taucher feiert in der Awo-Kindertagesstätte „Hügelland“ im Stadtrodaer Ortsteil Quirla mit Mariella, Louis und Lena Kindergeburtstag.

Erzieherin Heike Taucher feiert in der Awo-Kindertagesstätte „Hügelland“ im Stadtrodaer Ortsteil Quirla mit Mariella, Louis und Lena Kindergeburtstag.

Foto: Frank Kalla

Aufgrund eines Rückgangs bei den Geburten um 94 Kinder im vergangenen Jahr, mehr Gastkindern in Jena, einer hohen Zahl von Schulanfängern und des Ausbaus zahlreicher Kindereinrichtungen stellt sich die Betreuungslage von Krippen- und Kindergartenkindern im Saale-Holzland derzeit als stabil dar. Dies geht aus der neuesten Bedarfsplanung der Kindertagesbetreuung 2020/21 hervor, den der Jugendhilfeausschuss des Kreistages in Eisenberg einstimmig bestätigte.

Ungetrübt ist die Lage aber nicht. Unter anderem der Mangel an qualifizierten Fachkräften in einigen Regionen des Kreises, der zusätzliche Raum- und Personalbedarf bei der Betreuung von Kindern mit besonderem Förderbedarf und drohender beziehungsweise mit Behinderung stellt die Träger mancher Einrichtungen vor Herausforderungen. Gegenwärtig gibt es 159 laufende Verfahren zu Eingliederungshilfen, in integrativen Einrichtungen werden 218 Kinder mit besonderem Förderbedarf beziehungsweise mit einer oder drohender Behinderung betreut. Hinzu kommt, dass es weiterhin Engpässe beim Vorhalten ausreichender Kindertagesstättenplätze in der Stadt Hermsdorf, St. Gangloff, der Stadt Stadtroda und Zöllnitz gibt.

„Hermsdorf ist mit der Knackpunkt im Kreis. Hier sind alle Einrichtungen voll ausgelastet, in der Einrichtung ,Pfiffikus’ muss der Sportraum als Gruppenraum genutzt werden“, erläuterte die für die Erstellung des Bedarfsplanes beim Jugendamt zuständige Sachbearbeiterin Kerstin Vorphal. Allerdings beschäftige sich die Stadt bereits mit einem weiteren Kita-Neubau.

Eng ist es auch in Mörsdorf und St. Gangloff, an Stadtroda kritisierte Vorphal, dass die Stadt die Probleme wegen zu wenig Kitaplätzen auf das Umland abgewälzt habe. Positiv schätzte sie die geplante Gründung eines Waldkindergartens im kommenden Jahr in der Stadt ein. Dass die Plätze im Südlichen Saaletal ausgeschöpft seien, liege auch daran, dass es Zöllnitz trotz jahrelanger Ankündigungen noch nicht geschafft habe, einen neuen Kindergarten zu bauen.

Mehr Druck aus dem Kessel ist in der VG Dornburg/Camburg, weil hier viele ehemalige Jenenser Familien, die aufs Land gezogen sind, ihre Kinder weiter in den Jenaer Einrichtungen betreuen lassen. „Zur Zeit sind keine Ausnahmen bei den Betriebsplänen notwendig.“ Besser sieht es auch in der VG Hügelland/Täler aus, wo in Renthendorf und Weißbach derzeit neue Kitaplätze im Entstehen sind. Dank der Schaffung einer Außenstelle in Bürgel stellt sich auch hier die Betreuungssituation entspannter dar, in Eisenberg ist mit der Eröffnung zweier Krippeneinrichtungen gar eine Art Konkurrenzsituation entstanden, sagte Vorphal.

Knirschen könnte es bald in Hartmannsdorf. Hier sind alle Plätze vergeben, weil aber ein neues Wohngebiet für Einfamilienhäuser geplant ist, dürfte es bald zu Engpässen kommen.

Insgesamt werden derzeit 3723 Kinder in 60 Kindertagesstätten sowie 52 Kinder in 10 Tagespflegestellen betreut. Im Bereich der Betreuung von Krippenkindern belegt der Saale-Holzland-Kreis bundesweit einen Spitzenplatz, auch sonst ist die Kinderbetreuung in Einrichtungen im Vergleich zu anderen Regionen überdurchschnittlich.