Michael Ende bleibt in Bad Klosterlausnitz im Bücherregal

Bad Klosterlausnitz  3 Fragen an: Annekathrin Rahn, Leiterin der Gemeinde- und Kurbibliothek Bad Klosterlausnitz

Annekathrin Rahn ist Leiterin der Gemeinde- und Kurbibliothek Bad Klosterlausnitz.

Annekathrin Rahn ist Leiterin der Gemeinde- und Kurbibliothek Bad Klosterlausnitz.

Foto: Ute Flamich

Bad Klosterlausnitz. Ganz Deutschland befindet sich im Corona-Shutdown. Für viele Menschen bedeutet das auch, dass sie mehr Zeit zum Lesen haben. Bücher bieten zudem Ablenkung, erlauben das Abtauchen in andere Welten. Annekathrin Rahn (36), die Leiterin der Gemeinde- und Kurbibliothek Bad Klosterlausnitz, spricht über ihren Beruf und hat für jüngere und ältere Leseratten Buchtipps parat.

1. Was ist für Sie das Schönste daran, in einer Bibliothek zu arbeiten?

Das Schönste an meiner Arbeit ist, immer wieder neue Dinge zu entdecken. Ich komme aus einer Familie, in der Lesen stets eine große Rolle gespielt hat. In unserem Ort gab es aber keine Bibliothek, von daher hatte ich wenig Berührungspunkte mit dem Beruf. Während meines Studiums habe ich dann relativ zufällig ein Praktikum in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig gemacht. Ab dem Moment stand für mich fest: Genau das will ich! Dieses immer wieder neue Entdecken von Büchern und sich ganz und gar mit ihnen zu beschäftigen, hat mich begeistert. Jetzt versuche ich, diese Begeisterung an die Leser und Nutzer der Bad Klosterlausnitzer Bibliothek weiterzugeben.

2. Auf welche drei Lieblingsbücher würden Sie im heimischen Bücherregal nie verzichten?

Zum einen auf „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende, denn es ist das Buch meiner Kindheit. Es ist das erste Buch, das ich selbst gelesen habe, der erste Film, den ich im Kino geschaut habe. Und ich finde die Botschaft in diesem Buch heute genauso wichtig wie sie es damals war. Auch „Das ganz und gar unbedeutende Leben der Charity Tiddler“ von Marie-Aude Murail könnte ich nicht entbehren. Das Buch ist eine Art fiktive Biographie, angelehnt an das Leben von Beatrix Potter. Ich finde es unglaublich bezaubernd. Es hinterlässt einfach ein angenehmes Gefühl beim Lesen. Nicht hergeben würde ich als letztes noch „Die Menschheit hat den Verstand verloren: Tagebücher 1939 bis 1945“ von Astrid Lindgren. Es ist ein beeindruckendes Zeitzeugnis einer großartigen Frau, deren Bücher wir alle kennen, aber über deren Leben kaum jemand Bescheid weiß.

3. Welches Buch würden Sie Erwachsenen und welches Kindern jetzt im Shutdown empfehlen?

Der Roman „Wunderlich fährt nach Norden“ von Marion Brasch ist eine wundervolle Erzählung für Erwachsene über das, was im Leben wichtig ist – oder vielleicht auch nicht. Ein tolles Beispiel für die vielen schönen Kinderbücher, die in letzter Zeit erschienen sind, ist „Ein Mädchen namens Willow“ von Sabine Bohlmann. Empfohlen wird es für Kinder ab zehn Jahren und thematisiert unter anderem die Liebe zur Natur.