Neue Kläranlage in Schöngleina in Betrieb

Schöngleina.  Mit der Fertigstellung des 1. Bauabschnittes kann das Abwasser von mehr als einem Drittel der Einwohner behandelt werden.

Blick auf die neue Kläranlage im Schüsselgrund in Schöngleina, die jetzt offiziell in Betrieb genommen worden ist.

Blick auf die neue Kläranlage im Schüsselgrund in Schöngleina, die jetzt offiziell in Betrieb genommen worden ist.

Foto: Frank Kalla

Corona-bedingt ist jetzt der 1. Bauabschnitt des neuen Entwässerungssystems von Schöngleina offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. In knapp einjähriger Bauzeit ließ der ZWA Thüringer Holzland durch die Naumburger Bauunion eine vollbiologische Kläranlage für 600 Einwohnergleichwerte im Schüsselgrund errichten und im Unterdorf neue Schmutz- sowie Regenwasserkanäle inklusive Hausanschlüsse auf einer Gesamtlänge von 865 Metern verlegen.

Damit könne das Abwasser von mehr als einem Drittel der Bevölkerung Schöngleinas nach dem derzeitigen Stand der Technik behandelt werden, erklärte ZWA-Werkleiter Steffen Rothe. Er dankte den Mitarbeitern der Naumburger Bauunion ausdrücklich für deren Arbeit. So habe man die Umsetzung der Maßnahme mit den Anwohnern durchführen können. „Die Zusammenarbeit zwischen der Firma und den Anwohnern war hervorragend“, lobte auch Bürgermeister Holger Mix die Bauunion. Die offizielle Inbetriebnahme ist ein Meilenstein in der Geschichte der Kläranlage Schöngleina. Jahrelang hatten Bürger in dem Ort für eine zentrale Lösung gekämpft, dank einer Förderung in Höhe von 600.000 Euro durch das Land Thüringen erklärte sich der ZWA Holzland 2017 bereit, den Bau einer zentralen Anlage in Angriff zu nehmen.

1,8 Millionen Euro alleinfür den 1. Bauabschnitt

Rothe betonte zur Übergabe, dass der Zweckverband bei Gesamtinvestitionskosten in Höhe von 1,8 Millionen Euro allein für den 1. Bauabschnitt selbst eine Menge Eigenmittel in die Hand genommen habe, um den Bau einer zentralen Abwasserlösung für Schöngleina in Angriff nehmen zu können. Die bislang investierte Summe verdeutliche auch, vor welchen Kosten der Verband in Zukunft stehe, um andernorts zentrale Lösungen umzusetzen. Dies werde auch Auswirkungen auf die Höhe der künftigen Abgaben haben.

ZWA-Verbandsvorsitzender Hans-Peter Perschke verwies darauf, dass man diese Aufgabe nur mit dem Land finanziell stemmen könne. Zudem beklagte er die Kostensteigerungen und den hohen bürokratischen Aufwand. Man müsse künftig mehr Realismus bei dem Thema walten lassen, betone der Verbandschef.

Ausgelastet ist die neue Kläranlage, die ein Fassungsvermögen von 300 Kubikmeter Schmutzwasser hat und im Kern vollautomatisch läuft, mit dem Anschluss von rund 200 Einwohnern noch nicht. So sollen in einem 2. und 3. Bauabschnitt auch die übrigen Ortsteile von Schöngleina an die Anlage angebunden werden. Rothe erklärte hierzu, dass man bereits mit dem Land Thüringen wegen einer weiteren Förderung im Gespräch sei. Seitens des Landes sei bereits eine Förderung in Aussicht gestellt worden. Ziel sei es, 2021 weitere innerörtliche Bereiche wie „Im Unterdorf“, der Hauptstraße und des Gebietes „Im Görtlich“ an die Kläranlage anzubinden. Dafür müssten Abwasserkanäle auf einer Länge von rund 1,6 Kilometer verlegt werden.

„Verkehrstechnisch wird dies auf jeden Fall eine große Herausforderung“, erinnerte Bürgermeister Mix auf die Folgen der allein in diesem Jahr längere Zeit notwendigen Vollsperrung der Hauptstraße. Insgesamt hat Schöngleina rund 530 Einwohner, ein Großteil der Grundstücke ist also noch nicht angeschlossen.

Auswirkungen dürfte die Inbetriebnahme er Kläranlage Schöngleina auch auf die umliegende Region haben. So wird das nun geklärte Wasser in den Schöngleinaer Bach abgegeben. Dieser wiederum mündet in die Krinitz, die durch den Stadtrodaer Ortsteil Gernewitz fließt und dort in die Roda mündet. „Die Wasserqualität wird besser, aber das ist ja auch der Sinn der Sache“, sagte Rothe.