Obstgut Triebe: Eisheilige sorgen für Ernteverluste

Zinna.  Der Nachtfrost Mitte Mai sorgt für Verluste bei Kirschen und Pflaumen im Obstgut Triebe. Geerntet werden jetzt spätere Kirschsorten.

Im Obstgut Triebe im Schöngleinaer Ortsteil Zinna hat Mitte Juni die Kirschenernte begonnen. Lars Triebe schaut auf die Kirschsorte „Summit", die derzeit geerntet wird.   

Im Obstgut Triebe im Schöngleinaer Ortsteil Zinna hat Mitte Juni die Kirschenernte begonnen. Lars Triebe schaut auf die Kirschsorte „Summit", die derzeit geerntet wird.   

Foto: Andreas Schott

Nur wenige Stunden Frostgrade in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai haben ausgereicht, um einen Großteil der früh blühenden Kirschsorten „Earlise“ und „Burlat“ erfrieren zu lassen. Ebenso betroffen waren die Pflaumen. „Am 11. Mai hatte es ausgiebig bis gegen 22 Uhr geregnet, danach fielen die Temperaturen für etwa sechs Stunden auf bis minus 1,5 Grad Celsius. Dazu zog sich noch ein Nebel wie ein Eispanzer über die Plantage“ schildert Lars Triebe das Dilemma.

Betroffen waren unter anderem auch die Weinpflanzen der Sorte „Blauer Zweigelt“ auf dem Elfenberg, fügt Elfi Triebe an. Die Obstexpertin gesteht ein, dass sie tagelang gar nicht mehr nach den Rebstöcken schauen wollte, weil sie einen jämmerlichen Anblick boten. „Jetzt haben sich die Weinstöcke ein bisschen erholt, aber beim Wuchs sowie der Fruchtausbildung sind deutliche Minderungen zu sehen“, so Elfi Triebe.

Dennoch wollen die Triebes optimistisch nach vorn schauen. Denn seit Mitte Juni läuft die Ernte der spät blühenden Kirschsorte „Summit“, die etwas Linderung verspricht. „In einer Woche ist dann wohl auch die ‘Kordia’, eine großfleischige und fast schwarzfarbige Kirsche, reif. Bis Ende Juli wird die Ernte der einheimischen Früchte wohl andauern“, so Elfi Triebe.

Dass trotz der Eisheiligen noch einheimische Kirschen geerntet werden können, sei dem Umstand zu verdanken, dass Kirschbäume auf etwa zwei Hektar mit einem Folienzelt überdacht seien. „Dadurch konnte der Frost nicht gänzlich seine Wirkung entfalten“, sagt Lars Triebe.

Polnische Erntehelfer durften einreisen

Bei der derzeitigen Kirschenernte können die Obstbauern auf ihre polnischen Erntehelfer bauen. Trotz Corona-Pandemie war es für sie möglich, nach Zinna zu kommen. An dieser Stelle loben die Obstbauern das Agieren der Mitarbeiter vom Gesundheitsamt des Landkreises. „Sie haben uns dabei hervorragend unterstützt“, betont Lars Triebe und erntet von seiner Frau Zustimmung.

Um Produkte im Obstgutes während der Corona-Zeit verkaufen zu können, habe man den Hofladen umgebaut, um Hygiene- und Abstandsregeln einhalten zu können. Unter anderem habe man den Einkauf für Kunden verändert. So können Kunden derzeit das Obst nicht selbst eintüten, weil Triebes das für sie aus Hygienegründen übernehmen.

Ansonsten wolle man alle einheimischen Obstsorten im Hofladen anbieten. Dabei ergänze man das Sortiment mit Apfelsaft und Apfelmus, selbst angebautem Wein und im Hof destillierten Obstler, bis hin zu Marmeladen, Honig und Kartoffeln aus der Region.

Zwar werde man in diesem Jahr keine Steinobstfrüchte an die Absatzgenossenschaft abgeben, dafür wolle man Kirschen auf dem Jenaer Wochenmarkt sowie im Gernewitzer Hofladen anbieten und werde auch an der Belieferung der Firmen mit frischem Obst festhalten.

Gesperrte Straße als Problem

Weil seit Mitte Mai die Ortsdurchfahrt Schöngleina in Richtung Jena wegen Straßenbaumaßnahmen gesperrt ist, könne man so den Absatzverlust durch das Wegbleiben der Jenaer Kundschaft wenigstens etwas mildern.

„Leider ist es während der Bauphase trotz geführter Gespräche nicht möglich gewesen, den Verkehr wenigstens einspurig an der Baustelle vorbeizuführen. Noch dazu dauert die Sperrung bis Mitte Juli an. Länger als ursprünglich geplant“, sagt Lars Triebe und bekennt, im Gegensatz zu seinen süßen Kirschen, doch ein bisschen sauer zu sein.