Orchideenliebhaber wandern zum Dohlenstein

Ulrike Demuth
| Lesedauer: 2 Minuten
Peter Rode (2. v. rechts) aus Stadtroda zeigt interessierten Exkursionsteilnehmern, wo sie am Dohlenstein einheimische Orchideenarten finden.

Peter Rode (2. v. rechts) aus Stadtroda zeigt interessierten Exkursionsteilnehmern, wo sie am Dohlenstein einheimische Orchideenarten finden.

Foto: Christine Teumer

Seitenroda.  Orchideenarten wie das Purpur-Knabenkraut oder die Spinnen-Ragwurz gibt es auch im Saale-Holzland-Kreis. Man muss sich nur auskennen, so wie Peter Rode.

Schon seit vielen Jahren halten sich Orchideen als Modepflanzen: Ob im Blumengeschäft, im Super- oder Baumarkt, das Angebot der zarten und doch so farbenprächtigen Zierpflanzen ist groß. Die bunten Züchtungen mögen uns exotisch vorkommen, tatsächlich aber ist die Orchidee auch in unseren Breiten beheimatet. Der „Arbeitskreis Heimische Orchideen Thüringen e. V.“, der im Juni sein 30-jähriges Bestehen feiert, widmet sich der Pflege der Thüringer Wildwiesen, auf denen die einheimischen Orchideen zu finden sind. Peter Rode aus Stadtroda bietet als Vereinsmitglied der Regionalsektion Jena-Saale-Holzland regelmäßig Exkursionen zu den Orchideen-Wiesen im Saale-Holzland-Kreis an, wie etwa vor Kurzem auf einer Wanderung zum Dohlenstein bei Seitenroda. Gemeinsam mit Christine Teumer von der NATURA-2000-Station erklärte Rode 42 interessierten Zuhörern, wo am Dohlenstein die „Spinnen-Ragwurz“, das „Helm-Knabenkraut“ oder die „Bocksriemenzunge“ zu finden seien.

Mai und Juni Zeit der Orchideen-Blüte

Waren noch im März die typisch kranzförmigen Blätteransätze gerade einmal zu erkennen, wie sie aus dem Erdboden spitzen, so sind die Thüringer Orchideen nun in voller Pracht erblüht und bedecken dank der umsichtigen Hege des Orchideen-Arbeitskreises die Wiesen und Berghänge um den Dohlenstein. Rode erklärte seinen Zuhörern, die zum Teil bis aus Jena angereist waren, wie das Wachstum und die Verbreitung der Orchideen unterstützt werden: Die Mahd der Wiesen erfolge erst nach der Blüte der Pflanzen, und durch die Beweidung mit Schafen würden die Samen der geschützten Blumen besser verteilt und in den Boden eingearbeitet, erklärte der Pflanzen-Experte.

Geschützte Natur lockt geschützte Arten

Orchideen stehen unter strengem Naturschutz, da sie auf die Düngung in der landwirtschaftlichen Nutzung empfindlich reagieren. Seltene Lebensräume wie etwa die Trockenwiesen um den Dohlenstein oder auch der Schotter am sogenannten Bergsturz bieten nicht nur Entfaltungsmöglichkeiten für die seltenen, empfindlichen Pflanzen, sondern auch einen Lebensraum für bedrohte Tierarten, berichtete Rode. So sei ab August die sogenannte Rotflügelige Ödlandschrecke am Dohlenstein zu beobachten, eine Heuschreckenart, die normalerweise in Deutschland gar nicht beheimatet ist, die sich aber durch die Ruhe und die besonderen landschaftlichen Gegebenheiten hier angesiedelt habe, wusste Rode. Diesen besonderen, durch seine roten Flügel auffälligen Hüpfer können Wanderer im Sommer am Dohlenstein beobachten. Der Arbeitskreis Heimischer Orchideen informiert zum Umwelttag der Stadt Jena am 14. Mai auf der Rasenmühleninsel im Paradies-Park über kommende Veranstaltungen und seine fortlaufende Arbeit.