Philatelisten in Stadtroda auf der Suche nach dem Besonderen

Frank Kalla
| Lesedauer: 2 Minuten
Winfried Koksch zeigt auf der Herbstbörse der Jenaer Philatelisten im Stadtrodaer Schützenhaus eine historische Postkarte von Jena aus dem Jahr 1905.

Winfried Koksch zeigt auf der Herbstbörse der Jenaer Philatelisten im Stadtrodaer Schützenhaus eine historische Postkarte von Jena aus dem Jahr 1905.

Foto: Frank Kalla

Stadtroda.  Herbstbörse im Schützenhaus lockt aber auch andere Sammler nach Stadtroda.

Coronabedingt zum zweiten Mal hatten die Jenaer Briefmarkensammler am Samstag zu ihrer alljährlichen Herbstbörse in das Schützenhaus Stadtroda eingeladen und wurden, was die Besucherresonanz betrifft, nicht enttäuscht. „Über 80 Sammler und Interessierte haben schon vorbeigeschaut, die Auswahl an Briefmarken, Ansichtskarten, Münzen oder alten Dokumenten ist groß“, freute sich Winfried Koksch, Vorsitzender des Jenaer Philatelistenvereins.

Alle Tische im Schützenhaus-Saal waren belegt, eifrig waren Briefmarken- oder Ansichtskartensammler bei den 20 Ausstellern auf der Suche nach besonderen Stücken unterwegs. Matthias Arnz aus Jena, der seit über zehn Jahren intensiv Ansichtskarten aus der Saalestadt sammelt, war mit dem Angebot auf der Börse überaus zufrieden. „Ich bin schon fündig geworden“, verwies Arnz auf einige historische Ansichtskarten von Jena, die er bei anderen Sammlern entdeckt hatte.

Stirbt die Zunft der Philatelisten also doch nicht aus, wie immer behauptet? Koksch runzelt die Stirn. Na ja, sagt er, der Jenaer Verein zähle nur noch 41 Mitglieder, das Durchschnittsalter liege inzwischen bei über 76 Jahren. „Wir haben alles versucht, Nachwuchs für unser Hobby zu begeistern, aber die Mühen waren umsonst. Briefmarken, das ist nix mehr für junge Leute.“ Dabei, sagt Koksch, gehe es bei den Philatelisten nicht nur um Briefmarken. Er selbst habe sich auf die Geschichte der Luftfahrt spezialisiert und sammle neben Briefmarken insbesondere alte Ansichtskarten.

Bei den Ansichtskarten gehe es ihm nicht nur um das Motiv, sondern auch um die Geschichte der Drucktechniken, um Verlage und Druckereien. „Interessant sind Postkarten auch, weil sie einen Inhalt haben und Geschichten erzählen können.“ Viele Vereinsmitglieder würden sich intensiv mit der Postgeschichte in unterschiedlichen Bereichen auseinandersetzen.

Für Eberhard Schneider aus Quirla war die Herbstbörse ein besonderer Tag. Hatte doch der ehemalige Tankwart jede Menge Postkarten von der Raststätte Hermsdorfer Kreuz entdecken und kaufen können.