Radfahrer dürfen Autobahnbrücke bei Hermsdorf wieder nutzen

Hermsdorf.  Straßenverkehrsbehörde setzt Sperrung der Brücke Hermsdorf-Süd außer Kraft. Leser unterbreitet verkehrstechnische Lösung.

Die Autobahnquerung an der Autobahnabfahrt Hermsdorf-Süd darf wieder von Radfahrern genutzt werden.

Die Autobahnquerung an der Autobahnabfahrt Hermsdorf-Süd darf wieder von Radfahrern genutzt werden.

Foto: Frank Kalla

Der Protest gegen die Sperrung der Autobahnbrücke Hermsdorf-Süd für Radfahrer (wir berichteten) war immens und zeigte Wirkung: Wie das Landratsamt Saale-Holzland auf Nachfrage mitteilte, habe die Straßenverkehrsbehörde des Saale-Holzland-Kreises nach intensiven Gesprächen - unter anderem mit dem Landesamt für Bau und Verkehr - und nach „Abwägung aller Umstände …. die verkehrsrechtliche Anordnung bezüglich der Sperrung der Autobahnbrücke Hermsdorf-Süd für Radfahrer bis auf weiteres ausgesetzt. Das heißt, die Brücke kann nach wie vor von Radfahrern genutzt werden“, so die Mitteilung.

Allerdings sieht die Straßenverkehrsbehörde jedoch weiterhin Handlungsbedarf für die Verkehrssicherheit der Radfahrer in diesem Bereich und hat das Landesamt als Straßenbaulastträger gebeten, auch in baulicher Hinsicht nach möglichen Lösungen zu suchen. Alle Verkehrsteilnehmer seien aufgefordert, auf der Brücke besondere Vor- und Rücksicht walten zu lassen.

Unterdessen hatten sich zahlreiche Leser an unsere Zeitung und die zuständigen Behörden gewandt, um ihrem Unmut freien Lauf zu lassen. So fehlt beispielsweise Klaus Eidam aus Mörsdorf, der jedes Jahr mit seinem Rennrad rund 4000 Kilometer in der Region zurücklegt, jedes Verständnis dafür, dass einerseits Firmen in der Region ihre Mitarbeiter für viel Geld mit E-Bikes ausstatten, andererseits aber das öffentliche Radwegenetz nicht den aktuellen Entwicklungen angepasst wird und die Brücke gesperrt wurde.

„Die Argumentation, dass ein Überqueren der Straße notwendig ist, kann ich nicht akzeptieren. Das ist ein normaler Vorgang im Straßenverkehr. Dieser Bereich ist sehr übersichtlich. Anders als zum Beispiel an der Stelle, wo der Radweg Richtung Ortslage Mörsdorf die Straße quert. Hier ist die Sicht durch die zwischen Radweg und Straße gepflanzten Büsche eingeschränkt. Auch in Richtung St. Gangloff ist die notwendige Querung im Bereich Einmündung Reichenbach weniger übersichtlich. Eng ist ausschließlich der Bereich direkt auf der Brücke. Aber hier hat die StVO eine Lösung: gegenseitige Rücksichtnahme“, schrieb Eidam.

Jürgen Koch aus Bad Klosterlausnitz machte sich unterdessen die Mühe, die Brücke eingehend zu inspizieren und einen Lösungsvorschlag zu erarbeiten, wie man in Zukunft eine Gefährdung für Radfahrer in diesem Bereich ausschließen kann. Schon bei der Besichtigung fiel Koch auf, dass die Brücke komplett mit Leitplanken eingebaut wurde. Zudem seien die Planken auf beiden Fußwegen über die Brücke mittig platziert und weiterhin schon viele Meter vor der Brücke die Leitplanken so gesetzt worden, dass ein Betreten des Fußweges gar nicht mehr möglich sei.

„Also, beim Montieren der Leitplanken hat man billigend in Kauf genommen, dass die Radfahrer auf der Fahrbahn fahren müssen und auch die Fußgänger auf der Fahrbahn laufen müssen!! …. Ignoranz auf höchster Stufe!“, schrieb Koch.

Sein Vorschlag, um das Problem aus der Welt zu schaffen: Erstens die Leitplanken vor der Brücke öffnen. Zweitens: Die Leitplanken auf der Brücke um 60 Zentimeter in Richtung Straße versetzen. Dadurch würde sich auf der Brücke in Zukunft eine Wegbreite von 1,50 Meter ergeben, genug Platz also für Radfahrer. Beim Setzen einer einfachen statt einer doppelten Leitplanke kämen weitere 40 Zentimeter Platzgewinn dazu, so Koch, der jedes Jahr rund 1300 Kilometer mit seinem Rad zurücklegt.

Das Landratsamt teilte unterdessen mit, dass man Kochs Vorschlag bereits an das Landesamt für Bau und Verkehr als zuständigen Straßenbaulastträger weitergeleitet habe.