Reichenbach: Bakterien und Viren in der Raumluft entkeimen

Reichenbach.  Firma Prechtl mit Neuerung, die Mikroorganismen schädigt. Etwa 50 Kubikmeter Raumluft sollen nach zweieinhalb Stunden nahezu bakterienfrei sein.

Die Firma Prechtl Lufttechnik hat ein mobiles und geschlossenes Entkeimungsgerät für kleinere Räumlichkeiten entwickelt. Die Produktionsleiter Dirk Schau (links) und Rainer Schindler stellen das säulenförmige gehaltene Endgerät in der Reichenbacher Niederlassung vor.

Die Firma Prechtl Lufttechnik hat ein mobiles und geschlossenes Entkeimungsgerät für kleinere Räumlichkeiten entwickelt. Die Produktionsleiter Dirk Schau (links) und Rainer Schindler stellen das säulenförmige gehaltene Endgerät in der Reichenbacher Niederlassung vor.

Foto: Andreas Schott

Die Hans Prechtl GmbH & Co KG mit ihrem Hauptsitz in Weidenberg (Landkreis Bayreuth) sowie der Produktionsstätte im Reichenbacher Gewerbegebiet (Saale-Holzland-Kreis), hat ein mobiles Gerät zur Entkeimung von Bakterien und Viren in der Raumluft entwickelt.

Das Familienunternehmen, das auf die Herstellung von energieeffizienter Lüftungstechnik für Industrie- und Produktionsstätten, Einkaufscenter sowie Klinik-, Büro- und Sozialgebäude spezialisiert ist, habe das mobile Endgerät mit Unterstützung von Bundesmitteln nach einer zehnwöchigen Entwicklungsarbeit jetzt zur Marktreife gebracht. Nach Unternehmensangaben erfolge die Desinfektion mit Hilfe einer UV-C-Strahlung, bei einer gleichzeitigen permanenten Luftumwälzung.

Damit soll es möglich sein, etwa 50 Kubikmeter Raumvolumen innerhalb von zweieinhalb Stunden zu etwa 90 Prozent komplett zu desinfizieren und damit keimfrei zu machen, beschreibt Produktionsleiter Rainer Schindler.

Die Desinfektionsvorgang laufe in einem geschlossenen System ab, in dem kurzwellige UV-C-Strahlungen im Wellenbereich von etwa 250 Nanometer die DNA beziehungsweise RNA von Mikroorganismen nachhaltig schädige, informiert die Firmenleitung.

Bakterien und Viren „inaktiviert und an der Vermehrung gehindert“

„Entscheidend für die Inaktivierung von Bakterien und Viren ist dabei die Verweildauer der angesaugten Raumluft während der intensiven Bestrahlung. Wir haben eine Verweildauer der Luft von etwa einer Sekunde vor dem UV-C-Licht erreicht. In diesem Zeitraum werden Bakterien und Viren inaktiviert und an der Vermehrung gehindert“, beschreibt der Produktionsleiter, der an der Entwicklung mit einem Team maßgebend beteiligt war.

Während der Entwicklung habe Prechtl eng mit der Fachsektion Umweltbiotechnologie in Halle (GMBU e.V.) zusammengearbeitet. Umfangreiche Tests zur Prüfung der Desinfektionswirkung seien unter verschiedenen Bedingungen in der Sektion durchgeführt worden, heißt es.

Das mobile und in sich geschlossene Desinfektionsgerät wurde in kompakter Bauweise, in dem sämtliche Bauteile aus Deutschland stammen, säulenförmig gefertigt. Es sei etwa 1,70 Meter hoch, wiege etwa 15 Kilogramm, sei wartungsarm und energieeffizient. Das klassifizierte Gerät firmiert unter der Bezeichnung „UV-Air Protector“. Wie der Hersteller informiert, sei das transportable Endgerät aufgrund seiner Konstruktionsweise für Menschen ungefährlich. Gleichfalls sei eine Geruchsbeeinträchtigung nicht gegeben.

Als mögliche Einsatzorte sieht Schindler kleinere Räumlichkeiten, wie unter anderem Büros, Aufenthaltsräume sowie Warteräume von Arztpraxen, Meetingräume von Hotels und Gaststätten, aber auch Seniorenheime bis hin zu Schulen seien denkbar. Nach Angaben der Firma werde man den Protector für einen Preis im unteren vierstelligen Bereich anbieten.