Rettung der Gedenkstätte in Renthendorf: Brehm-Förderkreis sortiert sich neu

Mit Prof. Ferdinand von Eggeling steht dem 90 Mitglieder zählenden Verein nun ein Mediziner vor. Der Chef des Förderkreises spricht sich für eine klare Trennung der Zuständigkeiten beim Brehm-Haus aus.

Das Wohnhaus von Alfred Brehm in Renthendorf, das die heutige Gedenkstätte beherbergt. Der Förderkreis Brehm will seinen Fokus verstärkt auf die Bewahrung des Erbes richten und die Sanierung der Gedenkstätte dem Zweckverband überlassen. Foto: Stefanie Kob

Das Wohnhaus von Alfred Brehm in Renthendorf, das die heutige Gedenkstätte beherbergt. Der Förderkreis Brehm will seinen Fokus verstärkt auf die Bewahrung des Erbes richten und die Sanierung der Gedenkstätte dem Zweckverband überlassen. Foto: Stefanie Kob

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Renthendorf. Nicht einmischen, sondern das Geschehen begleiten und wenn gewünscht helfend zur Seite stehen: So sieht der neue Vereinschef Prof. Ferdinand von Eggeling die künftige Rolle des Förderkreises Brehm bei der Rettung der Gedenkstätte in Renthendorf. "Wir werden punktuelle Unterstützung leisten und die Sanierung der Gedenkstätte dem Zweckverband überlassen. Mir geht es darum, dass dem Verband keine Steine auf den beschwerlichen Weg gelegt werden", erklärt Eggeling.

Bereits seit einigen Monaten schon sortiert sich der Förderkreis neu. Neben der Wahl eines neuen Vorstands mit Eggeling an der Spitze wurden auch die vordergründigen Ziele der Vereinstätigkeit präziser definiert. War bislang die Arbeit der Gedenkstätte auf unterschiedlichen Ebenen mit der Tätigkeit des Vereins verwoben, so soll es nun bei einer intensiven Zusammenarbeit eine klare Trennung bei den Zuständigkeiten geben: Dort der Förderkreis, der sich das Bewahren des Brehmschen Erbes auf die Fahnen geschrieben hat, auf der anderen Seite der Zweckverband Brehm-Gedenkstätte, der das Ensemble in Renthendorf erhalten, betreiben und der Stätte zu internationalem Renommee verhelfen will.

Förderkreis-Chef Eggeling selbst entdeckte seine Liebe zu den Brehms, nachdem er 1995 in Kleinebersdorf einen Bauernhof erworben hatte und erfuhr, dass die berühmten Brehms einstmals gleich um die Ecke gewohnt hatten. "Ich war baff, als ich das erfuhr." Waren doch dem gebürtigen Oberfranken nur die Bücher von Alfred Brehm geläufig. "Die standen bei meinen Großeltern im Bücherschrank." Ende der 1990er Jahre trat Eggeling dem Förderkreis bei. Vordergründig geht es ihm dabei darum, das Erbe zu bewahren und im Sinne der Brehms zeitgemäß junge Menschen auf populärwissenschaftlicher Ebene über die Tierwelt und Ökosysteme aufzuklären.

Die weitere Erforschung des Lebens und Wirkens von Christian Ludwig sowie Alfred Brehm überlässt der 50-jährige Biologe und Mediziner lieber weiter den Experten innerhalb des Förderkreises. "Da gibt es noch jede Menge Arbeit. So warten zahlreiche Autografen darauf, ausgewertet zu werden." Meist seien die handschriftlichen Aufzeichnungen schwer zu entziffern.

Bei den Autografen sieht Eggeling auch ein weites Betätigungsfeld für den Förderkreis. "Wir werden uns weiterhin darum bemühen, Autografen zu erwerben und sie der wissenschaftlichen Auswertung zugänglich zu machen."

Ob dies über eine Stiftung passieren wird, darüber wird derzeit im Förderkreis, dem auch Förderer aus Österreich oder Spanien angehören, heftig diskutiert. "Was nicht passieren darf, dass wir in Konkurrenz zu anderen Stiftungen geraten", beschreibt Eggeling eine nicht ganz einfache Gratwanderung.

Ausgestanden ist indes die Ungewissheit, wo der Förderkreis seinen künftigen Sitz haben wird. So stimmte die Kirchgemeinde Renthendorf dem Wunsch des Vereines zu, Räume im alten Pfarrhaus anmieten zu dürfen. "Wir brauchen jede Menge Platz", verwies Eggeling auf die umfangreiche Bibliothek des Vereins sowie auf Broschüren und anderes Material, das aus dem Brehm-Haus heraus gebracht musste, weil sich statische Probleme bemerkbar machten. In den nächsten Wochen wollen die Mitglieder das Material sichten und entscheiden, was dem Archiv der Gedenkstätte übergeben und was Vereinseigentum bleiben soll.

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