Rinn Stadtroda: Der Pflasterstein-Experte mit neuen Ideen

Stadtroda.  Das neue Pflaster „Lukano“, das inzwischen auch in Stadtroda hergestellt wird, enthält 40 Prozent Recycling-Granulat.

Die Stadtrodaer Rinn-Betriebsleiter Lutz Dalibor (links) und Alexander Poltermann zeigen zusammen mit Gesellschafter Christian Rinn das neu entwickelte Pflaster Lukano, das mit 40 Prozent hochwertigem Recycling-Granulat hergestellt wird.

Die Stadtrodaer Rinn-Betriebsleiter Lutz Dalibor (links) und Alexander Poltermann zeigen zusammen mit Gesellschafter Christian Rinn das neu entwickelte Pflaster Lukano, das mit 40 Prozent hochwertigem Recycling-Granulat hergestellt wird.

Foto: Foto: Frank Kalla

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Dass man in Sachen Nachhaltigkeit schon immer zu den Pionieren in der Branche gehörte, stellt das Familienunternehmen Rinn Beton- und Naturstein, das in Stadtroda ein großes Werk betreibt, nicht erst seit gestern unter Beweis. 2018 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet, punktet das Unternehmen nun zunehmend mit seinem neuartigen Pflaster „Lukano“ auf dem Markt, das mit 40 Prozent hochwertigem Recycling-Granulat hergestellt wird. Inzwischen findet die Produktion nicht nur mehr in Heichelheim, sondern auch am Standort Stadtroda statt.

„Lukano ist der nachhaltigste Stein überhaupt“, sagt Lutz Dalibor, der gemeinsam mit Alexander Poltermann das Werk in Stadtroda leitet. Nicht nur, dass durch die Verwendung von recycelten Material wertvolle Naturstein-Ressourcen geschont werden könnten: „Durch seine aufgeweitete Fuge kann problemlos auch bei gepflasterten Flächen wertvolles Oberflächenwasser in die Erde versickern.“

Ziel sind geschlossene Kreisläufe

Ziel seien geschlossene Kreisläufe, sagt Mehrheitsgesellschafter und Geschäftsführer Christian Rinn. „Wir machen aus recycelten Steinen einfach wieder neue Betonsteine.“ „Lukano“ unterscheide sich hinsichtlich der Qualität in keinem Punkt von einem ohne Recyclingmaterial gefertigten Betonpflasterstein. Dies sei bei umfangreichen Materialprüfverfahren bestätigt worden.

Hinter „Lukano“ steckt eine jahrelange Entwicklungsarbeit. „Wir sind in diesem Bereich weiterhin der Vorreiter in der Branche“, sagt Christian Rinn mit ein wenig Stolz in der Stimme. Zwischen 10- bis 15.000 Tonnen Betonsteine, die recycelt werden müssen, fallen allein am Standort Stadtroda an. Man würde auch gern gebrauchtes Pflaster von Bauherrn entgegen nehmen, aber soweit sei man hier noch nicht. „Wir sind aber dabei, die Voraussetzungen zu schaffen“, betont Dalibor.

Neuer Oberflächenschutz

Neue Maßstäbe setzt das Unternehmen in diesem Jahr mit dem neuen Oberflächenschutz „Color Protect“. Immer wieder sei man von Kunden mit der Frage konfrontiert worden, wie lange eigentlich die Farbe bei coloriertem Pflaster halte. „Das war für uns Ansporn, uns mit der Farbbeständigkeit auseinanderzusetzen, auch wenn es keine Qualitätsnorm für diesen Bereich gibt“, sagt Christian Rinn. Fünf Jahre lang habe man an dem Thema getüftelt, vor knapp zwei Jahren habe man schließlich die finale Rezeptur gehabt.

So gibt man bei Rinn nunmehr Zusätze zum Beton, die mit den Farbpigmenten eine Reaktion eingehen. „Der Zusatz kleidet das gesamte Matrixgefüge aus, die Farbkraft bleibt dauerhaft erhalten.“ Man gehe davon aus, dass die Steine durchschnittlich 30 Jahre lang genutzt werden können, eine Reinigung von Flächen mit Heißdampf sei da eingeschlossen, erklärt Dalibor. Inzwischen beschäftige sich die ganze Branche mit dem Thema. Die mit dem Oberflächenschutz versehenen Steine oder Platten seien ökologisch unbedenklich und zu 100 Prozent recycelbar.

Pflaster in Natursteinoptik

Neu ist auch das Pflaster „Passee“, das in Natursteinoptik gefertigt wird. „Das Pflaster wird in der neuen Fertigungsanlage in Stadtroda produziert. Vor der Investition in eine neue Fertigung in Höhe von über 9 Millionen Euro wäre das hier am Standort nicht möglich gewesen“, erklärt Dalibor. Die Besonderheit bei „Passee“: Das Pflaster wird in sechs verschiedenen Steingrößen sowie 18 Konturen hergestellt und lässt sich laut dem Unternehmen trotzdem sehr leicht verlegen.

Zudem will das Unternehmen im Frühjahr mit einer weiteren Überraschung aufwarten: So will man Trendstone-Platten auf den Markt bringen, deren Oberflächen naturnahe Strukturen wie Holz oder Stein haben. „Wir haben den Digitaldruck auf Betonplatten gebracht“, sagt Rinn. Bei der Entwicklung habe man auf die langjährigen Erfahrungen bei teflonbeschichteten oder imprägnierten Betonsteinen zurückgreifen können.

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