Silbitz Guss: Kurzarbeit für 90 Beschäftigte beantragt

Silbitz  Das Unternehmen in Silbitz gibt gesamtwirtschaftliche Lage als Grund für die Kurzarbeit an. Bis Dezember fehlen der Woche dann ein bis zwei Tage.

Produkte aus der Gießerei sind weniger gefragt.

Produkte aus der Gießerei sind weniger gefragt.

Foto: Girwert

Die Firma Silbitz Guss meldet für etwa 90 der 433 Mitarbeiter am Standort in Silbitz Kurzarbeit an. Verantwortlich dafür ist nach Angaben des Unternehmens eine eingetrübte wirtschaftliche Lage in zahlreichen Industriebereichen, wie Personalchef Christian Blödner auf Nachfrage unserer Zeitung sagte. Zunächst sei die Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit bis Ende des Jahres beantragt, also insgesamt vier Monate. Bis dahin hofft man auf eine Besserung der Lage und besser gefüllte Auftragsbücher.

60 Prozent der Differenz zahlt die Arbeitsagentur

Nach Angaben des Unternehmens gehören die betroffenen Mitarbeiter derzeit drei verschiedenen Abteilungen an, für die es in den vergangenen Monaten nicht genug Aufträge gegeben hat. „Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der betroffenen Fertigungsbereiche wurden vorab über die Gründe und den Umfang der Kurzarbeit in Abteilungsversammlungen informiert“, schrieb die Firma.

Zunächst hatte man versucht, den Auftragsrückgang mit dem Abbau von Überstunden zu überbrücken. „Leider reichen die eingeleiteten Maßnahmen nicht aus, um die Auftragsrückgänge zu kompensieren“, sagte Geschäftsführer Torsten Tiefel. Derzeit ist geplant, dass die betroffenen Mitarbeiter pro Woche ein bis zwei Tage weniger arbeiten. 60 Prozent der Differenz beim Nettolohn zahlt die Bundesagentur für Arbeit. Wer Kinder hat, bekommt 67 Prozent. Maximal zulässig ist eine Bezugsdauer von 12 Monaten.

Das Unternehmen mit insgesamt mehr als 1200 Mitarbeitern geht nach eigenen Angaben allerdings davon aus, dass die Kurzarbeit nur ein vorübergehendes Phänomen sei und das Unternehmen es schaffen könne, „schnellstmöglich wieder unsere volle Produktionskapazität“ zu erreichen. Gesamtmetall, der Spitzenverband der deutschen Metall- und Elektroindustrie, hatte erst am Dienstag vermeldet, dass die Auftragseingänge der Branche bis Juli um 5,6 Prozent unter Vorjahresniveau lagen. Silbitz Guss bekommt das als Zulieferer dieser Branche nun ebenfalls zu spüren. Der Einstieg bei Meuselwitz Guss hat nach Firmenangaben mit der Kurzarbeit nichts zu tun.

Die Auszubildenden sollen von den Einschränkungen nicht betroffen sein.

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