Stromtrasse durch SHK-Ost: Bürgerinitiativen schlagen neuen Verlauf vor

Tautenhain.  Bürgerinitiativen haben einen alternativen Verlauf für die Stromtrasse durch Saale-Holzland-Ost erarbeitet. 50Hertz will den Vorschlag prüfen.

Vorschlag der BI für den Trassenverlauf: Unterhalb des Dolomit-Bergbau-Bauwerks sollte an den von 50Hertz geplanten Trassenverlauf die Richtung hin zur Forststraße (grün eingezeichnet) erfolgen. Die weiße Skizzierung zeigt den vorgeschlagenen Verlauf bis hin zum Kilometer 10,5. Hier trifft der Alternativverlauf wieder auf den von 50Hertz geplanten Verlauf.  

Vorschlag der BI für den Trassenverlauf: Unterhalb des Dolomit-Bergbau-Bauwerks sollte an den von 50Hertz geplanten Trassenverlauf die Richtung hin zur Forststraße (grün eingezeichnet) erfolgen. Die weiße Skizzierung zeigt den vorgeschlagenen Verlauf bis hin zum Kilometer 10,5. Hier trifft der Alternativverlauf wieder auf den von 50Hertz geplanten Verlauf.  

Foto: Foto: Andreas Schott

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Unmissverständlich weisen die Vertreter der Bürgerinitiativen darauf hin, dass sie den Netzausbau generell ablehnen. „Das ist eine politische Entscheidung der Bundesregierung, der wir uns verschließen“, stellen die Vertreter der Bürgerinitiativen „Proholzlandwald“ aus Tautenhain, „Holzland“ aus Hermsdorf sowie „Unser Holzland – Kein Windkraftland“ aus St. Gangloff in einem Gespräch mit dieser Redaktion klar. Daher würden sie die im Auftrag der Bundesnetzagentur vom Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz geplante Süd-Ost-Link Trassenführung (Vorhaben 5, Abschnitt B) kritisch begleiten. Allerdings haben sich die drei Bürgerinitiativen, die bereits seit geraumer Zeit sowohl beim Kampf gegen Windräder im Wald als auch bei der Strom-Trassenführung eng zusammenarbeiten, auf Alternativen für den Strom-Trassenverlauf verständigt.

„Uns geht es einzig und allein darum, den ohnehin gegebenen Eingriff in die Natur und unserem Erholungswald, so gering wie nur irgendmöglich zu halten, so Volkhard Pirl, Vorsitzender BI „Proholzlandwald“.

Allein auf einem Abschnitt von fast vier Kilometern sehe die von 50Hertz favorisierte Variante vor, in ein geschlossenes und intaktes Waldgebiet mit einer Trassenbreite von 27 Metern einzugreifen. Das bedeute nicht nur den Verlust von Wald, sondern beeinträchtige auch die Waldfunktion, bis hin zur Einflussnahme auf den Wasserhaushalt, befürchtet die BI.

Befestigte Forststraße nutzen

Dafür haben die drei Initiativen eine Alternative zu den planungsgemäß favorisierten Verlauf durch 50Hertz erarbeitet. Anknüpfend an die Trassenvariante von 50 Hertz aus Richtung Seifartsdorf über das Trockental zum Bergbaugebiet in Richtung Köstritz schlägt die BI ab Kilometer 8,7 einen veränderten Verlauf vor.

Laut BI-Mitglied Jörg Diettrich, er hat den Vorschlag federführend erarbeitet, könnte die Trasse zu einer 400 Meter entfernten Forststraße, die befestigt sei, führen. Von dort aus gelange man zur Landstraße 75, von der man aus parallel die Fortführung der Trasse bis zum Kilometer 10,5 fortführen könnte und auf die von 50Hertz dargestellten Verlauf treffe.

„Die Forststraße ist übrigens drei Meter breit und für schwere Fahrzeuge befahrbar. Allein zur Verlegung der Kabel in das Erdreich, eine Kabeltrommel mit eintausend Metern Kabel bringt 42 Tonnen auf die Waage, würden bei nicht vorhandener Befestigung zwingend eine Baustraße angelegt werden müssen. Und das aller eintausend Meter. Für die Forststraße würde das entfallen“, nennt Jörg Diettrich ein nicht unwesentliches Detail, das wiederum die Natur schonen würde.

Halboffene Bauweise vorgeschlagen

Und weil empfohlen werde, eine Erdkabelverlegungen unter anderem entlang von Forstwegen zu vermeiden, schlagen die BI vor, ein halboffenes Verlegeverfahren, als Fräs- oder Pflugverfahren bezeichnet, anzuwenden. „Jetzt wird eine Baubreite von 27 Metern beim offenen Bau- und Verlegeverfahren vorgesehen, die deutlich minimiert werden und den Eingriff in den Wald mildern könnte“, plädiert Jörg Diettrich für dieses Verfahren.

Der Alternativvorschlag der BI enthalte zudem zwei Vorschläge zur Anwendung des halboffenen Verfahrens zur Erdkabelverlegung. Das betreffe den Bereich Bergbau-Bauwerk, der hin zur Forststraße führe sowie am Ende des BI-Trassenvorschlages kurz vorm Auftreffen des von 50Hertz geplanten Vorschlages bei Kilometer 10,5. „Hier gibt es eine 200 Meter breite Fläche mit striktem Meidungsgebot, das aber durchörtert werden könnte“, ergänzt Diettrich.

Wie Volkhard Pirl informiert, habe man den alternativen Trassenverlauf mit dem Forstamt Jena-Saale-Holzland abgesprochen und Zustimmung erfahren. Weiter sagte er, dass man bei der Antragskonferenz am 4. Februar in Zeulenroda-Triebes gehört wurde und den Vorschlag an 50 Hertz übergeben habe. Zudem habe man deutlich gemacht, dass man ein einfaches „Das geht nicht!“ nicht akzeptieren werden. „Aber uns wurde eine ernsthafte Prüfung zugesichert“, betont Volkhard Pirl. Außerdem habe die Bundesnetzagentur bei der Konferenz den Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz aufgefordert, eine ausgewogene und effektive Planung anzustreben, ergänzt Diettrich.

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