Tierschützer gehen gegen Polizisten vor

Stadtroda/Eisenberg.  In der Silvesternacht ließen Polizisten einen angefahrenen Hund liegen. Das hat jetzt ein Nachspiel vom Tierschutzverein.

Herrchen  Joszef Matthäus mit Tibet Terrier Sissi aus Unterbodnitz. der Hund war am Silvesterabend ausgerissen und bei Meusebach angefahren worden

Herrchen  Joszef Matthäus mit Tibet Terrier Sissi aus Unterbodnitz. der Hund war am Silvesterabend ausgerissen und bei Meusebach angefahren worden

Foto: Jens Henning

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Gegen die beiden Polizisten der Polizeiinspektion (PI) Saale-Holzland, die am Silvesterabend zum Unfall mit einem angefahrenen Hund nach Geisenhain gerufen wurden, ist Fachaufsichtsbeschwerde erstattet worden. Das bestätigte Doreen Rheinländer, 1. Vorstandsvorsitzende des Tierschutzvereins des Saale-Holzland-Kreises.

„Für uns liegt der Verdacht der strafbaren Nötigung gegenüber einem Einwohner aus Meusebach und der Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung gegenüber dem Hund vor. Das können wir nicht hinnehmen. Hier wurde eklatant gegen das Tierschutzgesetz und das Fundgesetz verstoßen“, sagte Rheinländer. Die Fachaufsichtsbeschwerde hat sie in schriftlicher Form an die Landespolizeidirektion Erfurt gerichtet.

Landespolizeidirektion bestätigtBeschwerde des Vereins

Wir fragten nach in der Landespolizeidirektion in Erfurt. Schriftlich bekamen wir von Jens Heidenfeldt aus dem Direktionsbüro der LPD Erfurt die schriftliche Antwort, dass „die Fachaufsichtsbeschwerde nach einer rechtlichen und sachlichen Prüfung zur weiteren Beschwerdebearbeitung und strafrechtlichen Prüfung wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz an die zuständige Landespolizeiinspektion Jena übersandt wurde.“ Bei der Bearbeitung von Fachaufsichtsbeschwerden gibt es keine Fristen.

Der Hund, der angefahren wurde, sei auch ohne sachkundige Einschätzung erkennbar schwer verletzt gewesen. Die Polizisten hätten eine sofortige tierärztliche Versorgung einleiten müssen, erklärte Rheinländer. „Das hätte man durch den Transport des Tieres mit der Feuerwehr zum Tierarzt gewährleisten können.“ Statt dessen sei Peter Bergner, ein Tierfreund aus Meusebach, genötigt worden, sich um das Tier zu kümmern, da die Polizisten den Hund unversorgt an Ort und Stelle liegen gelassen hätten. „Außerdem sagten sie, dass sie die Feuerwehr nicht kommen lassen könnten, diese bekämen vom Landrat nicht die Einsatzkosten erstattet“, sagte die Vereinsvorsitzende. Der Hund musste zweimal operiert werden. „Zum Glück überlebte er“, sagte Rheinländer.

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