Traditionelles Maibaumsetzen in Mertendorf und Crossen

Aufgemuntert von Blasmusik stemmten am Wochenende kräftige Männer in Mertendorf und Crossen mächtige Maibäume in die Höhe, bis sie kerzengerade standen. Als die bunten Bänder on gut 22 Meter Höhe flatterten, war Zeit für den gemütlichen Teil des Tages.

Mit einem Trompetenstoß sind die Setzer der Mertendorfer Maibaumgesellschaft an den bunt geschmückten Stamm gerufen worden.

Mit einem Trompetenstoß sind die Setzer der Mertendorfer Maibaumgesellschaft an den bunt geschmückten Stamm gerufen worden.

Foto: zgt

Mertendorf. Bevor in Mertendorf der neue Maibaum von den schmuck beschürzten Männern der Maibaumgesellschaft Stück für Stück gen regentriefenden Himmel gehievt wurde, ist das alte Holz traditionell versteigert worden. Am meisten hat Stefan Treffer - der auch als Setzmeister fungierte - geboten. Die 119 Euro fließen in die Kasse des Vereins.

Die Mertendorfer setzten Punkt 14 Uhr die Scheren an und begannen gemächlich, den 22 Meter langen Fichtenstamm, den ganz oben ein farbenfroh bebänderter Kranz zierte, aufzurichten. Den Baum, der ursprünglich satte 26 Meter maß, holten die Gesellschafter aus dem Forst bei Bad Klosterlausnitz. Dazu spielten die Blasmusikanten aus Schkölen zünftige Volks- und Heimatlieder. Bei jedem Aufruf zum Heben, den Setzmeister Stefan Treffer in regelmäßigen Abständen an die 20 Männer richtete, unterstützten die Blasmusiker den Kraftakt mit einem Tusch.

Die weiblichen Mitglieder der Maibaumgesellschaft hatten für den Nachmittag lecker Kuchen selbst gebacken und auf dem Holzkohle-Rost brutzelten Bratwürste und Rostbrätchen. Für die Knirpse des Dorfes war für Spiel und Spaß gesorgt. Gegen Abend gab es dann noch Tanz in der Tenne.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Maibaumsetzens wurde in Crossen der Stamm am Platz an der Kirche gestemmt. Die kräftigen Männer der Elstertaler Burschenschaft hatten keine Mühe, den 22 Meter langen Fichtenbaum - ebenfalls geschmückt mit buntem Kranz - zu setzen. Der Baum für das 29. Setzen in Crossen stammt aus dem sogenannten Bäckerloch bei Tauchlitz.

Der sonst amtierende Chef-Setzmeister Hans-Peter Rudolph musste in diesem Jahr seinen Zylinder und Setzstab an Hartmut Wittig abgeben. "Leider bin ich am Fuß gehandicapt und krank geschrieben. Da konnte ich dieses Jahr nur von weitem zuschauen", sagte Rudolph. Der wusste allerdings, dass Wittig - der früher bereits das würdige Amt ausführte - leichtes Spiel hatte, die 26 Scherenmänner zu angemessenen Stemmarbeiten zu motivieren. Ganz nebenbei stellte er die kleine Maja als jüngsten Zuwachs der Burschenschaft vor.

Die Frauen kümmerten sich ums leibliche Wohl der Besucher, die den Kirchplatz füllten. Sie hatten 18 Bleche Kuchen gebacken und fein aufgeschnitten. Der Rost brannte und für die Belustigung der jüngsten Festbesucher war gesorgt. Nach weniger als drei Stunden konnten die Setzer ihre Ärmel runterstreifen, ihr hohes Werk begutachten und zum gemütlichen Teil des Tages wechseln.

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