Schullandheim setzt mehr aufs regionale Leben

Tonndorf  Nach dem Umbau des Bettenhauses will der Kreis in seinem Tonndorfer Schullandheim auch neue Inhalte vermitteln, die für Schulen relevant sind.

Der Kreis Weimarer Land will seinem Schullandheim in Tonndorf ein neues inhaltliches Konzept geben und setzt dabei auf regionale Partner.

Der Kreis Weimarer Land will seinem Schullandheim in Tonndorf ein neues inhaltliches Konzept geben und setzt dabei auf regionale Partner.

Foto: Jens Lehnert

Das Bettenhaus des Tonndorfer Schullandheimes ist umgebaut und erweitert, verfügt nun über behindertengerechte Zimmer, separate Räume für Lehrer und moderne Möblierung. Dass die ersten Gäste am vergangenen Wochenende ihre Buchung wahrnehmen und hier Quartier beziehen konnten, scheiterte indes an den Corona-Vorkehrungen.

Für die Zeit nach den Einschränkungen setzt der Landkreis als Träger nicht nur auf bauliche Neuerungen. Auch die Inhalte des Schullandheimes sollen zeitgemäßer werden. Der Fachbeirat der Einrichtung hat dazu ein Papier erarbeitet, welches die Angebote des Hauses konkreter an den Bedürfnissen der Schulen orientiert.

So soll es einen der früheren Stützpfeiler des Schullandheimes, das multimediale Zentrum, nicht mehr geben. „Das hat sich überholt. Längst gibt es ausreichend Rechner an den Schulen. Hier 20 Computerarbeitsplätze anzubieten und alle fünf Jahre neue Technik anzuschaffen, ist nicht mehr sinnvoll“, sagte Fred Menge als Vorsitzender des Fachbeirates.

Die neuen Themen, mit denen das Tonndorfer Haus für Schulen wieder relevanter wird, könnten „Gesunde Ernährung“, „Ländlicher Raum“, „Natur und Umwelt“, „Erneuerbare Energien“, „Erlebnisregion“, „Regionales Handwerk“ wie auch „Sport und Bewegung“ heißen. Hierfür hat das Schullandheim mit seiner Holzwerkstatt, seinem großen Backofen und der ausgebildeten Fachköchin einerseits eigene Kapazitäten. Andererseits setzt der Beirat auf Partner in der Region, die das Programm mit ausgestalten. Mehr als 20 sind bereits gefunden – von Krankenkassen sowie Agrar- und Handwerksbetrieben über Vereine und die Gemeinschaft auf Schloss Tonndorf bis hin zum Freilichtmuseum Hohenfelden und weiteren touristischen Anbietern.

Auch personell stehen Entscheidungen an. Der Leiter des Schullandheimes erreicht im kommenden Jahr den Ruhestand. Ihm, so der Wunsch des Beirates, sollen neue Verantwortliche folgen, die neben den pädagogischen Voraussetzungen auch Strategien fürs Marketing mitbringen.