Erneut kein Geburtstagsgeschenk vom FC Einheit Rudolstadt

Hartmut Gerlach
| Lesedauer: 3 Minuten
Der Rudolstädter Sven Rupprecht versucht den Ball vor dem heranstürmenden Hallenser Linus Lorenz unter Kontrolle zu bringen. Auch der grün gekleidete Einheit-Spieler kam trotz großem Engagements nur zu wenigen Tormöglichkeiten in Halle.

Der Rudolstädter Sven Rupprecht versucht den Ball vor dem heranstürmenden Hallenser Linus Lorenz unter Kontrolle zu bringen. Auch der grün gekleidete Einheit-Spieler kam trotz großem Engagements nur zu wenigen Tormöglichkeiten in Halle.

Foto: Peter Scholz

Halle.  Der FC Einheit Rudolstadt verliert in der Fußball-Oberliga mit 1:3 (0:1) beim VfL Halle. Bahner trifft erst in der Schlussminute.

Andreas Hahn, seit Jahren Fan des FC Einheit und im zehnten Jahr gemeinsam mit seinem Mitarbeiter bei der Deutschen Post, Frank Schrodt, „Chef“ des Fan-Clubs „Rumpelstilzchen“, hielt selbst der eigene Geburtstag nicht davon ab, die Rudolstädter Oberligakicker per Eisenbahn am vergangenen Samstag zum wohl letzten Spiel in diesem Jahr nach Halle zu begleiten. Doch außer Glückwünschen über das Stadionmikrofon durch mitgereiste „Rumpelstilzchen“ konnte er kein weiteres Geschenk in Form von Punkten mit auf die lange Rückreise nehmen.

Warum es nicht dazu reichte, wusste Holger Jähnisch schon kurz nach Spielschluss: „Unsere Durchschlagskraft in der Offensive ging fast gegen null.“

Dabei hatten beide Mannschaften zunächst damit zu tun, sich an die Platzverhältnisse zu gewöhnen. Das Geläuf im ältesten Stadion Deutschlands im Vereinsbesitz präsentierte sich als äußert tief und holprig. Dass dies dem Spiel insgesamt nicht gut tat, bestätigte auch Farih Kadic, der Trainer des VfL 96: „Passspiel und Kombinationen waren auf dem Boden schwer.“

So mussten die wenigen Besucher auch länger auf die erste torgefährliche Aktion warten. Die verbuchte der Gastgeber durch seine „Lebensversicherung“ Tommy Kind – der Mann, der schon höherklassig spielte, war vor der Begegnung mit 16 Treffern der Rekordtorschütze der Liga – mit einem Kopfball im Anschluss an einen Freistoß. Den Einschlag verhinderte Max Bresemann mit toller Parade (12.).

Nach ausgeglichenem Beginn verschafften sich die Hallenser ab der 25. Minute mehr Spielanteile. Vom Gast war kaum etwas zu sehen. So kam die Führung kurz vor der Pause nicht überraschend. Ein VfL-Spieler drang in den Strafraum ein, Bresemann konnte seinen Schrägschuss zwar abwehren. Doch die 96er setzten nach und Kind stand da, wo ein Torjäger stehen muss. Er köpfte aus kurzer Distanz ein (40.). Rudolstadt zeigte sich nicht geschockt und Benjamin Bahner prüfte den Keeper der Hausherren aus 18 Metern.

Der zweite Abschnitt begann mit einer Kopfballmöglichkeit von Abwehrchef Matthias Kühne nach Einheit-Ecke (49.). Nun zeigten sich die Heidecksburgstädter präsenter, ohne jedoch Torchancen kreieren zu können. Nach 61 Minuten dann die Vorentscheidung. Die Gäste verloren den Ball im Spiel nach vorn. Kind hatte auf der rechten Seite plötzlich viel Platz und betätigte sich diesmal als Torvorbereiter für den heranstürmenden Stefan Raßmann, der aus sieben Metern und freier Position direkt einlochte.

Aber es sollte noch bitterer kommen. Nach einem Eckball konnte Gino Böhne am „langen Pfosten“ unbedrängt einköpfen (67.). Damit war die Begegnung entschieden. Dass die Thüringer mit dem Schlusspfiff einen Aussetzer von VfL-Schlussmann Magnus Elm durch Bahner nutzten, fällt unter die Rubrik „Ergebniskosmetik“.

Holger Jähnisch konnte seiner Elf in Sachen Zweikampfführung und Einstellung keinen Vorwurf machen. „Aber wir haben viel Bälle anstatt eines zweiten guten Kontakts zu oft direkt gespielt“, sprach er ein weiteres Problem in diesem Auswärtsspiel an. Sein Gegenüber Fahid Kadic zeigte sich rundherum zufrieden: „Wir haben das Spiel über 90 Minuten dominiert. Rudolstadt hatte in dieser Zeit keine einzige. Es war ein souveränes Spiel von uns. Ausschlaggebend war unser schnelles Umschaltspiel.“

Andreas Hahn befindet sich, was „Geburtstagsgeschenke“ durch den Oberligisten betrifft, in guter Gesellschaft. Vor gut drei Wochen gelang das Vorhaben, damit dem Vereinssprecher ein vorfristiges Präsent zu machen, im Heimspiel gegen Bautzen auch nicht. Deshalb nahm Andreas Hahn die Sache nicht so tragisch, bleibt natürlich weiter Anhänger der Grün-Gelben.