Für den FC Einheit Rudolstadt kam die Einsicht zu spät

Hartmut Gerlach
| Lesedauer: 2 Minuten
Nils Halbauer (links, hier im Spiel gegen Inter Leipzig) wurde im Sandersdorfer Strafraum gefoult, doch der Pfiff blieb aus.

Nils Halbauer (links, hier im Spiel gegen Inter Leipzig) wurde im Sandersdorfer Strafraum gefoult, doch der Pfiff blieb aus.

Foto: Peter Scholz

Sandersdorf/Rudolstadt.  Der FC Einheit kommt in der Fußball-Oberliga mit einem 0:0 aus Sandersdorf zurück

Nach einem intensiven, gutklassigen Spiel der beiden Tabellennachbarn fuhr der FC Einheit die 150 Kilometer lange Strecke von Sandersdorf bis in die Schillerstadt mit einem Punkt im Gepäck wieder nach Hause. „Damit muss man auch einmal zufrieden sein, selbst wenn die Partie durchaus auch mit einem Sieg für uns hätte ausgehen können“, sagte Holger Jähnisch.

Der dienstälteste Trainer der Oberliga hatte dabei vor allem die Szene in 58. Minute im Blick. Da drang der eingewechselte Nils Halbauer in den Strafraum ein und wurde attackiert. Doch der Unparteiische wertete die Aktion, bei der Halbauer fiel, als Schwalbe und zeigte dem Einheit-Akteur den gelben Karton. „Ich bin an der Wade getroffen worden“, beschreibt Halbauer die Situation. Jähnisch echauffierte sich auch deshalb, weil der Assistent an der Linie freie Sicht auf die Szene hatte, aber die Unparteiischen nicht kommunizierten. Nach Spielschluss entschuldigte sich der Referee bei Halbauer für den nicht gegebenen Elfer. Auch die Sandersdorfer bestätigten danach das Foul.

Ansonsten präsentierte sich die SG Union ähnlich wie beim Hinspiel als der erwartet schwere, weil robuste Gegner. Man habe gewusst, was auf die Mannschaft zukommt und wollte mit entsprechender Zweikampfführung und hoher Laufbereitschaft dagegen halten, erläuterte der Gästecoach die Taktik. „Das hat die Truppe gut gemacht“, lobte Holger Jähnisch. Die stellten sich diesmal fast von allein auf, denn es fehlten die verletzten bzw. erkrankten Szymanski, Rupprecht, Kaiser, Seturidze, Fiedler, Wachs. Auch die Brüder Baumann waren nicht dabei.

Die Gäste bauten das Spiel auf dem sehr großen, gut präparierten Platz mit längeren Ballbesitzpassagen von hinten heraus auf und versuchten dann, die Bälle in die Tiefe zu spielen oder mit Eingaben zu arbeiten. Die Rudolstädter hatten mehr vom Spiel und wirkten dominanter. Das zeigte sich auch in der Chancenverteilung, als vor allem Luiz Miguel Schack zwei hochkarätige Gelegenheiten (15., 22.) nicht erfolgreich abschließen konnte.

Die zweite Halbzeit war dann ein Spiegelbild der ersten. Sandersdorf versuchte zwar, mehr zu investieren, aber die Gäste konnten die Angriffsversuche immer wieder unterbinden. So gab es nur noch wenige Chancen. Aber die besseren gehörten der Einheit. Zunächst war ein Fallrückzieher von Marco Riemer gefährlich (82.) und wenig später zog der Kapitän sofort und vielleicht etwas überhastet ab. (88.).

„Man kann nach einem guten Oberligaspiel trotzdem mit dem Punkt leben, aber angesichts der beiden Superchancen und des nicht gegebenen Elfmeters muss sich unsere Mannschaft eigentlich dafür belohnen“, zog Holger Jähnisch ein Fazit.