Sieben Tore und Platz sieben für den FC Einheit Rudolstadt

Hartmut Gerlach
| Lesedauer: 3 Minuten
Der Rudolstädter Tim Rühling (rechts, hier in einem früheren Spiel) legte zu drei Toren auf.

Der Rudolstädter Tim Rühling (rechts, hier in einem früheren Spiel) legte zu drei Toren auf.

Foto: Peter Scholz

Rudolstadt.  Warum Tim Rühling am 4:3-Erfolg des FC Einheit Rudolstadt gegen den VfL Halle ganz viele Aktien hat.

Nach fünf Unentschieden hintereinander landete der FC Einheit am Schlusstag der Oberliga endlich einen Sieg. Und der beförderte die Rudolstädter in der Tabelle, da auch die Konkurrenz „mitspielte“, gleich vier Plätze nach vorn. So wurde es doch noch der erhoffte siebte Platz. Das ist immerhin das zweitbeste Abschneiden der insgesamt sieben Thüringer Mannschaften, von denen vier (Erfurt ist Aufsteiger, Arnstadt und Martinroda steigen ab und Jena II zieht zurück) in der Saison 22/23 und damit im elften Oberligajahr der Grün-Gelben nicht mehr dabei sind.

Schon die ersten Aktionen zeigten, dass die Gastgeber gewillt waren, die Partie zu gewinnen. Dabei hatte sich Holger Jähnisch taktische Überraschungen einfallen lassen, was Halle doch anfangs vor Probleme stellte. „Wir sind gut in das Spiel gekommen und haben, da wir auch einige angeschlagene Spieler hatten, etwas ausprobiert. Wir wollten auch sehen, wie sich die Mannschaft mit einer taktisch neuen Grundordnung schlägt“, erläuterte Holger Jähnisch.

Nach Chancen von Niklas Fiedler (3.). Sven Rupprecht (13.) und Ron Wachs (14.) kam der Gegner aus Sachsen-Anhalt erst nach knapp 20 Minuten erstmals vor das Tor von Stefan Schmidt und nach 26. Minuten zur ersten Ecke. Doch in der Situation, in der, so Holger Jähnisch, die Offensivaktionen der Thüringer abzuebben schienen, führte eine wunderbare, schnelle Kombination über Maximilian Schlegel, Tim Rühling und Benjamin Bahner, der das Zuspiel mit Vehemenz und technisch perfekt in die Maschen wuchtete (31.), zum 1:0. Doch die Antwort des Tabellensechsten, der diesen Platz nur dank des besseren Torverhältnissen gegenüber dem FC Einheit verteidigt, ließ nicht lange auf sich warten, Arnold Schunke chippte das Spielgerät aus spitzem Winkel mit Übersicht in den Winkel (38.). Aber Fahid Kadic, der die Mannschaft in seinem letzten Spiel coachte und dann Sportlicher Leiter beim VfL wird, unterstrich: „Wir hatten am Anfang Probleme. Das betraf die Dreierkette von Rudolstadt, da sind wir doch ‚geschwommen’.“

Man habe sich für den zweiten Durchgang einiges vorgenommen, sagte Kadic hinterher. Doch Halle wurde ‚kalt“ erwischt. Wieder war Rühling der Vorlagengeber für einen perfekten Schuss des jungen Wachs aus 20 Metern in den Winkel (48.) zur erneuten Führung der Platzherren.

Nun drehten die Rudolstädter richtig auf, kombinierten, wie schon in den ersten 30 Minuten, so gut wie selten und erzielten nach gelungenen Angriffszügen Tore durch Markus Baumann nach dem dritten Assist von Tim Rühling (58.) und Rupprecht (62.), der ein Zuspiel von Fiedler in die Maschen setzte, zwei weitere Tore.

Dieser klare Vorsprung schien auch Holger Jähnisch zu überraschen. „Ich habe, auch, als wir 4:1 vorn lagen, das Spiel nicht so deutlich gesehen“, sagte er. Und das Bauchgefühl von Jähnisch sollte sich bewahrheiten, denn nach einigen Wechseln und mit „Inkonsequenz vorn und hinten“ (O-Ton Jähnisch) kamen die 96er noch zu zwei Toren. Darunter war auch Tommy Kind, der damit Treffer Nummer 30 erzielte und zum klaren Torjäger der Oberliga wurde. Doch mehr als der Anschluss gelang dem langjährigen Konkurrenten nicht. Wobei der dienstälteste Trainer der Oberliga Süd abschließend bemerkte: „Aber am Ende war es wohl ein typischer Sommer-Schluss-Endspurt-Kick.

Und auch für die Zuschauer sind mit sieben Toren auf ihre Kosten gekommen.“