Weltcup-Premiere auf sattem Saalfelder Grün

Peter Scholz
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Florian Berk (rechts) mit Paul Glaser im vergangenen Jahr beim gemeinsamen Training. Beide starten am Wochenende beim Weltcupfinale in Saalfeld.

Florian Berk (rechts) mit Paul Glaser im vergangenen Jahr beim gemeinsamen Training. Beide starten am Wochenende beim Weltcupfinale in Saalfeld.

Foto: Peter Scholz

Saalfeld.  Am Samstag findet Am Weidig in Saalfeld das Casting-Weltcupfinale statt. Welche Aussichten die Gastgeber haben und wie wichtig ein Rasentraktor ist, steht hier:

Olaf Schulz atmet auf, als es letzte Woche das erste Mal seit langem so richtig regnete in der Region: „Das Gras ist jetzt nun schön sattgrün“, sagt der Trainer und vielfach „Mann für alles“ bei den Casting-Sportlern des Angelvereins Saalfeld. Jetzt, nur noch wenige Stunden vor dem Beginn des Wettkampfes am Wochenende, schwingt er sich auf seinen Rasentraktor, stutzt das Grün auf dem 1,25 Hektar großen Areal am Saalfelder Weidig.

Denn es soll alles tipptopp aussehen, wenn erstmals im Städtedreieck überhaupt ein Weltcup ausgetragen wird. 36 der weltbesten Akteure in dieser Sportart werden am Freitag erwartet, die nach einem Trainingstag dann am Samstag um die begehrten Weltcuppunkte und damit auch um den Weltcup-Gesamtsieger kämpfen werden.

Und unter den Sportlern aus fünf Nationen – neben Deutschland kommen die Starter aus Tschechien, Slowakei, Österreich und der Schweiz – sind mit Florian Berk und David Glaser auch zwei Sportler vom Gastgeber, die ein- bis zweimal wöchentlich auf der Saalfelder Anlage trainieren. Es sind zugleich die einzigen beiden Starter aus dem Freistaat.

„Für beide ist es schon etwas Besonderes, hier vor der Haustür mit dabei zu sein“, sagt Olaf Schulz, der trotz seiner Aufgaben als Gesamtleiter der Veranstaltung natürlich auch den sportlichen Überblick hat. Und so weiß er auch, dass es beide im Elitefeld schwer haben werden: „Sie bringen zwar Weltcuperfahrung mit, aber die Konkurrenz ist mit einer großen Zahl an aktuellen Weltmeistern sehr groß.“

Favorisiert sind aus seiner Sicht vor allem die tschechischen Sportfreunde, von denen gleich ein reichliches Dutzend an die Saale kommen. Aber auch die Deutschen könnten bei der Gesamtwertung ein Wort mitreden.

Den Saalfeldern traut er dennoch eine Überraschung zu, zumindest in der Tageswertung: „Die Tagesform wird entscheiden“, sagt Schulz. Und fügt hinzu: „Und hoffentlich nicht das Wetter.“ Denn Casting ist nun einmal eine Outdoor-Veranstaltung, die „bei jedem Wetter stattfindet, auch wenn es Mistgabeln regnet“, so Olaf Schulz.

Eine Vorhersage der Sieger ist deshalb schwierig, zumal es auch keinen Heimvorteil für die Saalfelder gibt: „Zum einen ist es für die Sportler egal, wo der Wettkampf stattfindet. Zum anderen kennen einige der Starter die Saalfelder Anlage gut, trainieren hier zum Teil“, sagt der Saalfelder, der gern neben den europäischen Startern auch jene aus Fernost begrüßt hätte: Aber die mögliche japanische Konkurrenz müsste wegen Corona bei der Rückkehr auf die asiatische Insel zwei Wochen in Quarantäne.

Und so werden sich am Samstag ab 8.45 Uhr auf der Anlage Am Weidig duellieren, wobei Zuschauer gern gesehen sind. Bis etwa 15 Uhr zeigen die Sportler ihre Treffgenauigkeit, wobei sie eine Fünf-Kampf absolvieren.

„Der Eintritt ist frei“, sagt Olaf Schulz, setzt sich auf seinen Rasentraktor und mäht. Allein am Donnerstag fünf Stunden lang.