Anzeige gegen Präsident des FSV Wacker Nordhausen

Nordhausen.  Warum gegen den Wacker-Präsidenten Nico Kleofas nach der Insolvenz der Profiabteilung nun auch ermittelt wird.

Nico Kleofas

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Foto: Sascha Fromm

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Unruhige Fußball-Zeiten weiter in Nordhausen. Im Zuge der Pleite der Profi-Abteilung wurde nun bekannt, dass gegen Präsident Nico Kleofas und gegen Hauptsponsor Carlo Knauf Anzeige erstattet wurde. Das bestätigte unserer Zeitung der Mühlhäuser Staatsanwalt Dirk Germerodt. „Die Anzeige ging Ende letzten Jahres ein. Ermittlungen dazu laufen. Näheres wollen wir dazu aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen“, erklärte Germerodt.

Laut Informationen unserer Zeitung hat ein mittelständisches Familien-Unternehmen aus Leverkusen Kleofas und Knauf angezeigt. Der Wacker-Präsident, der Geschäftsführer der seit 2013 aus dem Verein ausgegliederten Spielbetriebs-GmbH in Personalunion war, habe einen im Sommer erhaltenen Überbrückungskredit für eine Woche über eine mittlere sechsstellige Summe, bisher nicht zurückgezahlt. Der Unternehmer habe sich auf eine Bürgschaft des Hauptsponsors Carlo Knauf, dessen Familie ein milliardenschweres weltweites Gipsunternehmen betreibt, verlassen. Der Kreditgeber geht nun davon aus, dass die Unterschrift Knaufs möglicherweise gefälscht sei. Anwälte Knaufs hätten bereits die Bürgschaft angefordert, um sie zu prüfen. Nico Kleofas wollte mit Verweis auf ein laufendes Verfahren nichts sagen. Insolvenzverwalter Peter Staufenbiel sagte „es gelte die Unschuldsvermutung.“

Kein Vorwurf an Ulf Kirsten

Der Unternehmer aus dem Rheinland war vom Ex-Nationalspieler Ulf Kirsten mit Kleofas bekannt gemacht worden. Kirsten sollte versuchen, Sponsoren außerhalb der Region für Wacker zu begeistern. Er mache seinem Freund Kirsten natürlich keinen Vorwurf, aber für sein Unternehmen sei der offensichtliche Verlust des Geldes eine schwierige Situation, die ihm schlaflose Nächte bereite. Es sei unglaublich, wie sich Kleofas noch in der Öffentlichkeit präsentiere.

Kleofas war Mitte 2019 das Geld für die Gehälter der für einen Viertligisten sehr teuren Mannschaft ausgegangen. Mit Knauf-Bürgschaften hatte er auch bei anderen regionalen Sponsoren noch Geld organisiert, um die Insolvenz der Spielbetriebs-GmbH zu verhindern, so ergaben es Recherchen unserer Zeitung. Doch größere Sponsoren, die die fehlende eine Million Euro an sofort fälligen Zahlungen übernehmen konnten, fand der Wacker-Boss nicht. Es folgte schließlich im Dezember die Insolvenz der GmbH. Kleofas übernahm inzwischen persönlich die Verantwortung für die entstandene Situation.

Am kommenden Freitag (19 Uhr) könnte Wacker auf Kunstrasen gegen Fürstenwalde in die Rückrunde gehen. Kleofas will jedenfalls trotz aller Anwürfe Präsident bleiben und die Regionalliga halten. Im Frühjahr wird bei Wacker diskutiert, mit wem und wie es in Nordhausen weitergeht, ob in der vierten, fünften oder sechsten Liga.

Scholl nun für Garching

Lucas Scholl (23) kehrt indes von Wacker in seine alte Heimat zurück. Mit Ablauf der Wechselfrist unterschrieb der gebürtige Münchner beim VfR Garching, dem Tabellenletzten der Bayern-Regionalliga. Scholl, der im Januar 2017 in den Südharz kam, war einer von 13 Wacker-Profis, die sich nach der Insolvenz der Spielbetriebs-GmbH im Dezember einen neuen Verein gesucht haben.

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