Apoldas Handballer verlieren in Halle

Apolda/Halle.  Nein, so haben es sich die Handballer des HSV Apolda nicht vorgestellt: mit 29:38 geht das erste Spiel des Jahres beim USV Halle verloren.

Reichlich Gesprächsbedarf hatte Patrick Schatz, der Trainer der Handball-Männer des HSV Apolda.

Reichlich Gesprächsbedarf hatte Patrick Schatz, der Trainer der Handball-Männer des HSV Apolda.

Foto: Jürgen Scheere

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Wenn Mist, dann richtig. Sagt Patrick Schatz – und kann eigentlich schon wieder lachen. Der Handballpräsidententrainer des HSV Apolda findet eingedenk der herben Pleite seiner Schützlinge beim USV Halle recht rasch die Haare in der versalzenen Suppe: binnen acht Minuten, so erzählt er es, hätte man die Partie hergeschenkt. Das 29:38 am Ende ist deutlich; Apolda rutscht in der Tabelle auf Rang zehn ab.

Viel hatte man sich vorgenommen, geschafft hat man nichts. Nach wirklich guten zwölf Minuten kommt’s beim Stand von 8:9 aus Apoldaer Optik zum Bruch. Dann, bemerkt Schatz, sei es Schlag auf Schlag gegangen. Bapp, bapp, bapp: 8:16. Und das nicht etwa mit vorzüglich herausgespielten Treffern, nein, nein: „Es waren Tempogegenstöße“, sagt Schatz. Die versalzene Suppe mit den vielen Haaren darin, die hat man sich wahrhaftig selbst eingebrockt – in diesen fürchterlichen acht Minuten, in denen dem HSV offensiv alles misslungen ist, was man sich so überlegt hat; und hinten der Laden alles andere als dicht gewesen ist.

Danach läuft’s wieder im normalen Bereich. Zur Pause steht’s 13:21 aus Sicht des HSV. Das Dilemma wird da schon deutlich: „Wir waren wieder im Spiel, haben es aber nicht vermocht, wieder heranzukommen“, sagt Schatz. Der Acht-Tore-Rückstand war zementiert; da hat auch nicht geholfen, dass der verantwortliche Übungsleiter in der Halbzeitpause vor allen Dingen an der eigenen Lautstärkeregelung drehte. Deutlich seien die Worte gewesen, die da in der Kabine gefallen sind – und eben auch unüberhörbar. Das musste sein, erklärt der Trainer. Geplatzte Kragen gehören manchmal zum Geschäft.

Den Schalter hin zu einer Aufholjagd haben seine Jungs nicht mehr umlegen können. Die Hallenser hatten immer eine Antwort parat. „Es gibt so Tage, an denen eben nichts funktioniert. Das war so einer“, sagt Schatz. Eine Erklärung, das gibt er zu, habe er dafür nicht. Gut vorbereitet habe man die Dienstreise ins Sachsen-Anhaltinische angetreten, sich eigentlich präpariert gefühlt, um den Angriff der im Tableau bis dato dahinter platzierten Hallenser abzuwehren. Und nun das! Schatz kündigt an: „Ich werde mir die Partie noch einmal genau auf Video anschauen. Dann werten wir das aus“, sagt er. Noch einmal dürfe man derlei nicht anbieten, schon gar nicht am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen Pirna. Schatz weiß, dass einige Spieler untereinander befreundet seien. „Das wird für diese 60 Minuten ruhen“, sagt er. Von seinen Schützlingen fordert er klipp und klar: „Reaktion zeigen!“ Und das nicht nur im Punktspiel kommenden Samstag, 20 Uhr, sondern schon jetzt in der Woche im Training.

Der Balanceakt des Darüberredens und des schnellen Abhakens, den müssen Schatz und die Seinen in dieser Woche bewerkstelligen. Die sportlichen Erfolge ausgangs des vergangenen Jahres über die Spitzenteams aus Naumburg und Bad Blankenburg haben wohl nur dann einen Wert, wenn sich die HSV-Männer nun aufrappeln, um auch gegen Mannschaften, die tabellarisch auf Augenhöhe stehen, aufzutrumpfen. Das Rüstzeug, das weiß Schatz, sei vorhanden. „Vielleicht war diese Niederlage am Samstag und das Zustandekommen auch der richtige Schuss vor den Bug zur richtigen Zeit“, sagt der Vereinschef. Dann hätte der richtige Mist wenigstens noch etwas eingebracht.

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