„Wir kommen wieder“ – Science City Jena steigt aus der Basketball-Bundesliga ab

Bonn  Der Abstieg von Science City Jena aus der Basketball-Bundesliga ist besiegelt. Doch der Club will neu angreifen

Enttäuscht: Der Abstieg von Julius Wolf und seinen Jenaer Basketballerin ist nicht mehr zu verhindern.

Enttäuscht: Der Abstieg von Julius Wolf und seinen Jenaer Basketballerin ist nicht mehr zu verhindern.

Foto: Sascha Fromm

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die endgültige Gewissheit über den Abstieg aus der Basketball-Bundesliga kann Science City Jena die Angriffslust nicht nehmen. Schon vor dem eigenen Auftritt bei Telekom Baskets Bonn am gestrigen Sonntagabend war der Klassenverbleib für die Thüringer nicht mehr zu schaffen. Nach drei Jahren ging es vorerst zurück in die zweitklassige ProA. „Für uns geht die Welt nicht unter. Wir waren jedes Jahr darauf vorbereitet, dass es passieren kann“, sagte Geschäftsführer Lars Eberlein am Sonntagmorgen. „Wir werden definitiv in der 2. Liga wieder angreifen.“

Mit drei Siegen aus den ersten sechs Saisonspielen gelang Jena ein ordentlicher Start – seitdem kamen lediglich noch zwei weitere Erfolge dazu. Mit zwölf Niederlagen in Serie war das sportliche Schicksal durch den 84:81-Sieg des Konkurrenten Mitteldeutschen BC über die Basket-ball Löwen Braunschweig vor-zeitig besiegelt. Auch der unge-wöhnliche Schritt von Coach Björn Harmsen, der sein Amt vor knapp einem Monat an den litauischen Assistenztrainer Marius Linartas übergab, sorgte nicht mehr für die Wende.

Acht Mannschaften spielen um den Aufstieg

„Björn hatte das als letzten Strohhalm gesehen“, sagte Eberlein über den Trainer, der einen unbefristeten Vertrag beim Club besitzt. Ob es mit dem 36 Jahre alten Eigengewächs Harmsen in der 2. Liga weitergeht, sei noch „komplett offen“, betonte der Geschäftsführer. „Es ist sicherlich eine Alternative. Er ist ein Aufstiegstrainer.“

Den neuen Mindestetat von drei Millionen Euro für die Bundesliga hätte Jena nach eigenen Angaben aufstellen können und plant inklusive des Nachwuchsbudgets nun mit einem Etat von circa 2,3 bis 2,4 Millionen Euro in der 2. Liga. Die Qualität der ProA sieht der Verein im Vergleich zur bislang letzten Saison in der Zweitklassigkeit 2015/16 gestiegen. „Es sind acht Mannschaften, die um den Aufstieg spielen“, rechnet Eberlein vor.

Da die Chemnitz Niners im fünften und entscheidenden Halbfinalspiel der ProA an den Hamburg Towers gescheitert waren, steht nächste Saison im Mitteldeutschen BC nur noch ein ostdeutsches Team in der Bundesliga. Aber Eberlein gibt bereits jetzt ein Versprechen ab: „Wir kommen wieder.“

Die gestrige Auswärtspartie in Bonn wurde aufgrund der gefallenen Entscheidung zum Charaktertest für die Mannschaft. Und diesen bestand Science City trotz einer knappen 87:93-Niederlage beim Playoff-Kandidaten.

Ausgeglichen ins zweite Viertel

Dabei dachten die Zuschauer zunächst, einen hohen Sieg zu sehen. Bonn fand besser in die Partie und führte nach etwas mehr als zwei Minuten mit 9:2. Doch die Jenaer gaben nicht so schnell klein bei und blieben in der Folge des ersten Viertels in Schlagdistanz. Mehrfach hätte man sogar in Führung gehen können, besaß beim 17:19 nach den ersten zehn Minuten alle Chancen. Und ausgeglichen ging es auch im zweiten Viertel zu. Mehrfach wechselte die Führung; auf Seiten der Saalestädter zeigte sich Derrick Allen bis zur Pause am treffsichersten. Ihm gelangen 13 Punkte. Fast logischerweise ging es so mit einem Gleichstand in die Kabinen. 43:43 lautete der Halbzeitstand der spannenden Begegnung.

Mit Wiederanpfiff rieben sich die Fans verwundert die Augen, als Dru Joyce dank eines Korblegers Jena mit 47:44 in Front brachte. Allerdings folgte kurze Zeit später ein Bruch im Spiel, und die Bonner zogen auf 60:50 davon. Doch die Jenaer kämpften, wollten die erwartete Niederlage nicht so einfach hinnehmen und schafften es, dass der Rückstand vor dem finalen Viertel nur drei Punkte betrug.

Mit zwei verwandelten Dreiern kippte Jena sogar noch einmal die Partie und war später beim 80:75 sogar kurz vor dem Auswärtscoup. Den längeren Atem besaßen jedoch die Hausherren und durften am Ende jubeln. Bester Jenaer Werfer wurde Allen mit 22 Punkten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren