Derby wird für Science City zum Schlüsselspiel

Jena  Basketball-Bundesligist Science City Jena muss heute im Kellerduell beim Mitteldeutschen BC unbedingt gewinnen

Die Jenaer Spieler – hier mit Immanuel McElroy, Ermen Reyes-Napoles, Julius Jenkins und Mauricio Marin (von links) – stimmen sich auf das wichtige Spiel heute beim Mitteldeutschen BC ein.

Foto: Sascha Fromm

Der Geschäftsführer spricht von einem „Endspiel“, der Trainer von einer „vorentscheidenden Begegnung“: Keine Frage, wenn heute um 18 Uhr im Weißenfelser „Wolfsbau“ der Basketball beim Tipp-Off in die Höhe fliegt, steht für den Mitteldeutschen BC und Science City Jena eine ganze Menge auf dem Spiel. Der Sieger wird aller Voraussicht nach auf einen Nichtabstiegsplatz klettern, während der Verlierer tiefer in den Keller rutscht und bei dann noch sieben ausstehenden Spielen ganz schlechte Karten auf den Klassenerhalt bekommt.

„Es geht ja auch um den Dreiervergleich mit Bremerhaven“, sagt Jenas Coach Björn Harmsen. Bei Punktgleichheit von drei Teams – aktuell belegen Weißenfels, Bremerhaven und Jena mit je fünf Siegen die letzten drei Ränge – wird die Differenz der Zähler aus den direkten Vergleichen entscheidend. Harmsen erklärt: „Aktuell haben wir in dieser Statistik plus vier Punkte, Bremerhaven plus acht und der MBC minus zwölf.“

Deshalb seien Erfolge gegen direkte Konkurrenten doppelt wertvoll, zumal die Saalstädter beide Partien gegen Bremerhaven verloren haben. Da soll mit dem zweiten Erfolg in dieser Saison gegen Weißenfels im Dreikampf um den Klassenerhalt die Bilanz ausgeglichen werden.

Im Hinspiel hatte Jena beim 81:64 im Ost-Derby gegen Weißenfels die Nase deutlich vorn. Diesmal gehen alle Beteiligten vor einer engen Partie aus. „Im Endeffekt wird die Mannschaft gewinnen, die sich mehr reinhängt, mehr kämpft“, glaubt Harmsen, der, obwohl einige Spieler noch immer angeschlagen sind, davon ausgeht, dass ihm alle Jenaer Korbjäger heute zur Verfügung stehen.

„Die Mannschaft hat in den letzten Tagen gut trainiert. Wir konnten an den Dingen arbeiten, die zuletzt nicht so gut liefen und bekommen das am Samstagabend hoffentlich auch im Spiel umgesetzt“, versprüht Harmsen Optimismus. Sein Team habe die bittere 78:82-Niederlage gegen Würzburg, als man in den letzten sechs Minuten noch einen 12-Punkte-Vorsprung verspielte, trotz allen Frusts gut verkraftet und den Fokus umgehend auf den Abstiegskrimi in Weißenfels gelegt.

250 bis 300 Jenaer Fans erwartet Geschäftsführer Lars Eberlein heute als Unterstützung beim MBC. Er verriet am Donnerstagabend den Unterstützern des Vereins bei einer Veranstaltung in der Jenaer „Villa am Paradies“, dass der Club sogar überlegt habe, bis zum Ende der Transferperiode am 31. März noch einen vierten Spieler nachzuverpflichten. Zuvor hatte sich Science City Anfang des Jahres noch mit Ronald Roberts, Reggie Williams und Mauricio Marin verstärkt. Dennoch habe Eberlein Vertrauen, „dass unsere Mannschaft die Qualität für den Klassenerhalt hat“.

Und wenn das Spiel – auch angesichts von sieben Jenaer Niederlagen in Folge – doch verloren geht, lautet der Plan B des Geschäftsführers: „Wenn wir in Weißenfels nicht gewinnen, gewinnen wir die sieben folgenden Spiele und bleiben drin.“ Selbst beim Abstieg: „Science City ist nicht für ein, zwei Jahre gemacht. Science City gibt es seit 13 Jahren und soll es mindestens noch 30, 40 weitere geben.“ Der Verbleib im Oberhaus wäre freilich trotzdem allen lieber.

Mitteldeutscher BC – Science City Jena, Samstag, 18 Uhr

Zu den Kommentaren