Jenaer Basketballer will Deutschland bei WM in China schlagen

Jena  Ronald Roberts von Science City Jena spielt bei der Weltmeisterschaft in China für die Dominikanische Republik.

Jenas Center Ronald Roberts hat sich für die WM viel vorgenommen. Mit der Dominikanischen Republik will er unter die besten acht Teams.

Jenas Center Ronald Roberts hat sich für die WM viel vorgenommen. Mit der Dominikanischen Republik will er unter die besten acht Teams.

Foto: Christoph Worsch

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„Meine Mutter hat gesagt, es ist zu 100 Prozent sicher.“ Und Danea Roberts muss es wissen. Immerhin spielte sie in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren selbst für die Nationalmannschaft der Dominikanischen Republik, schaffte sogar den Sprung in die Hall of Fame des Landes und kennt auf dem Inselstaat der Großen Antillen so ziemlich jeden, der etwas mit Basketball zu tun hat.

Und Danea Roberts ist sich sicher: Ihr Sohn Ronald spielt für die Dominikaner bei der Weltmeisterschaft in China (31. August bis 15. September).

Mutter ist Mitglied in der Hall of Fame

Den Center von Bundesligist Science City Jena, der eigentlich in den USA geboren wurde, verbindet eine ganz besondere Beziehung mit dem Heimatland seiner Mutter. „Drei Monate nach meiner Geburt bin ich wieder in die Dominikanische Republik gegangen, bin dort, bis ich fünf Jahre alt war, bei meinen Großeltern aufgewachsen.“ Entsprechend sprach er auch erst Spanisch, ehe er Englisch lernte.

Die Schule besuchte er dann aber wieder in den Vereinigten Staaten, wo er sich auch zum Basketball-Profi mauserte. Kein Wunder, schließlich hat nicht nur die Mutter die Korbjäger-Gene vererbt, sondern auch der Vater. „Er stammt aus Trinidad und Tobago und hat in vielen verschiedenen Ländern gespielt“, erzählt Filius Ronald.

Der Basketball führte die Eltern auch zusammen. Nachdem sich die beiden schon einmal auf der Dominikanischen Republik kennengelernt hatten, verliebten sie sich erst später. Bei einem Turnier in Portugal, wo sie sich wiedertrafen. Kein Wunder, dass das Kind ihrer Liebe Basketballer werden musste.

Und dass die Familiengeschichte der Roberts international ist, spiegelt sich auch darin wieder, dass Ronald einen Pass von Trinidad hätte haben können. „Aber die sind im Fußball gut, nicht im Basketball“, sagt der 27-Jährige.

Noch bevor er seinen ersten Profivertrag unterschrieb, feierte er sein Debüt im Nationaltrikot der Dominikanischen Republik. Das war 2014. „Seitdem ist der Kontakt nie abgerissen“, erzählt Ronald Roberts, auch wenn er danach einige Jahre das Nationaltrikot nicht mehr trug. „Es gab verschiedene Gründe – hauptsächlich Verletzungen. Manchmal waren die Spiele aber auch in der Sommerpause, die ich brauchte, um für die neue Saison wieder fit zu werden.“

Das Ziel: Die Qualifikation für die Olympischen Spiele

Aber Anfang dieses Jahres passte es mal wieder. Roberts stand in den entscheidenden Qualifikationsspielen gegen Venezuela und Brasilien auf dem Parkett und trug seinen Teil dazu bei, dass der Traum von der WM in China wahr wurde. Deswegen sei die Nominierung nur noch Formsache. „Das ist das größte Event, an dem ich je teilgenommen habe“, freut er sich schon auf den Trip nach Asien. „Es ist eine große Möglichkeit für mich, mich zu zeigen. Viele Leute werden zuschauen.“

Die Vorbereitung werden die Dominikaner in den USA absolvieren, wo auch Testspiele gegen Roberts Geburtsland sowie die Spanier anstehen. Bei der WM sei das Ziel, sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Um das Ticket für Tokio 2020 direkt zu erhalten, müsste Roberts Team unter die besten acht Mannschaften kommen. Dafür ist natürlich auch ein Sieg gegen seine heutige Wahlheimat Pflicht. Die Deutschen spielen mit den Dominikanern, Frankreich und Jordanien in Gruppe G. „Ich liebe Deutschland, es ist ein tolles Land. Aber natürlich wollen wir gewinnen“, gibt er schon mal eine Kampfansage ab.

Zuvor habe ein anderes Ziel aber höchste Priorität: der Klassenerhalt mit Jena. Der wird nach der 92:109-Niederlage beim Mitteldeutschen BC nun besonders schwer. Die Jenaer sind Tabellenletzter, müssen in den verbleibenden sieben Spielen, um die Klasse zu halten, mindestens ein Spiel mehr als die Eisbären Bremerhaven und zwei Spiele mehr als der MBC gewinnen. Der Anfang soll mit einem Erfolg am Sonnabend im Heimspiel gegen Frankfurt (20.30Uhr) gemacht werden.

10 x 2 Freikarten für Frankfurt-Spiel

Science City Jena ist gegen die Fraport Skyliners Frankfurt am Freitagabend im Heimspiel fast schon zum Siegen verdammt. Der Tabellenletzte aus Thüringen hat nur noch sieben Spiele, um den Abstieg noch zu verhindern. Vom Papier her sollte gegen den Tabellen-13. auf alle Fälle etwas möglich sein. Sie, liebe Leserinnen und Leser, können das Jenaer Spiel live verfolgen. Unsere Zeitung verlost heute von 0 bis 24 Uhr 10 x 2 Freikarten.

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