Rockets-Nationalspieler Andreas Obst: „Es geht um die Thüringer Krone“

Erfurt  Neu-Nationalspieler Andreas Obst spricht vor dem Basketball-Duell zwischen Oettinger Rockets und Science City Jena über die Saison, seine Nominierung und Zukunft.

Mann für die Zukunft: Andreas Obst wurde für die A-nationalmannschaft nominiert.

Mann für die Zukunft: Andreas Obst wurde für die A-nationalmannschaft nominiert.

Foto: Sascha Fromm

Die Thüringer Basketball-Fans können es kaum noch erwarten. Am Sonntag (17.30 Uhr) steigt in der Messehalle Erfurt das erste Thüringenderby in der 1. Bundesliga. Vor dem Spiel der Oettinger Rockets gegen Science City Jena sprachen wir mit „Rakete“ Andreas Obst (21).

Zuletzt mussten Sie in Ludwigsburg die höchste Saisonniederlage (54:94) einstecken. Waren die Rockets zu schlecht oder Ludwigsburg so gut?

Wir waren schlecht, haben uns blöd angestellt. Defensiv wussten nicht alle, was zu tun ist. Das kann man nur mit Training hinbkriegen. Wir wollen alle, müssen dafür aber auch mehr opfern.

Die Bilanz ist bei einem Sieg aus acht Spielen ernüchternd. Wie ist die Stimmung im Team?

Die Lage ist uns bewusst. Das beschreibt aber nicht, was für ein Team sind. Wir haben viel Potenzial, müssen viel trainieren, was wir diese Woche auch sehr fokussiert gemacht haben. Die Teamchemie stimmt, wir puschen uns gegenseitig und kämpfen bis zum Geht-nicht-mehr. Bis zur Länderspielpause wollen wir noch zwei Siege.

Ist Druck von außen spürbar?

Druck ist da. Aber diesen können wir gut ausblenden. Wir wissen, dass wir besser sind, haben einiges liegengelassen, aber das wollen wir nun nachholen und mit freiem Kopf auflaufen.

Hauptsponsor Oettinger zieht sich zum Saisonende zurück. Ein Thema in der Mannschaft?

Nein, damit haben wir überhaupt nichts am Hut.

In der A2-Nationalmannschaft spielten Sie mit dem Jenaer Maximilian Ugrai zusammen. Wurde sich vor dem Derby bereits ausgetauscht?

Wir freuen uns auf das Spiel. Es war mein Zimmerkollege bei der A2. Da wird es lustig sein, gegen ihn zu spielen. Ein paar Sprüche wird es vorm Spiel noch geben.

Für die Fans ist es ein Derby. Für Sie ein normales Spiel?

Am Ende ist es ein normales Spiel, in dem es um zwei Punkte geht. Aber klar, es geht um die „Thüringer Krone“. Vielen Fans ist das Spiel wichtig. Derbys sind immer was Tolles. Da ist Feuer dabei, die Stimmung ist top. Deswegen freue ich mich darauf.

Mit gerade mal 21 Jahren haben Sie bereits eine große Verantwortung auf dem Feld.

Deswegen bin ich hergekommen. Ich kenne Trainer Ivan Pavic schon länger. Wir hatten uns nach dem Aufstieg direkt in Kontakt gesetzt und es war frühzeitig klar, dass ich hier spielen werde. Hier habe ich eine geile Herausforderung, versuche nun als Mensch und Spieler zu wachsen.

Für Sie persönlich läuft es fast optimal. Im Sommer mit der A2-Nationalmannschaft ein gutes Universiade-Turnier in Taipeh gespielt und nun für die A-Nationalmannschaft nominiert.

Es kann noch besser laufen, wenn man auf die Tabelle schaut. Persönlich bin ich aber zufrieden. Ich will die WM-Qualifikationsspiele auf jeden Fall spielen. Aber ich kenne auch meine Schwächen.

Welche wären das?

Ich muss noch fitter werden, aber daran arbeiten wir.

Kam die Nominierung überraschend?

Ich hatte mit Bundestrainer Henrik Rödl schon längeren Kontakt. Da wusste ich, wie es um mich steht, wie er mit mir plant. Ich nehme es als Herausforderung an und freue mich darauf.

Die Nominierung ist ein weiterer Karriereschritt. Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?

Ich will irgendwann in Europa spielen. Im Ausland rumkommen, Kultur und Sprachen lernen. Ob Spanien, Türkei oder Italien, das wird sich noch zeigen. Ich habe ja noch etwas Zeit.

Oettinger Rockets – Science City Jena, Sonntag 17.30 Uhr, Messehalle Erfurt

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