Bekenntnis des Herzens

Axel Eger über die Wahl der Thüringer Sportler des Jahres.

Die Wahl der Athleten des Jahres bleibt ein verlässlicher Seismograf des Sportlandes Thüringen. Eine Zustandsbeschreibung von Wohl und Wehe seiner Talente und seiner Sterne. Fast zwei Jahrzehnte lang bestimmten die Wintersportler den Kurs zwischen Harz und Rennsteig, jetzt macht sich dort leise der Generationenwechsel bemerkbar. Oder ist es der Klimawandel? Während Leichtathleten zwischenspurten, ist nur noch ein Drittel der diesjährigen Kandidaten auf Schnee und Eis unterwegs.

Keine Frage, Kristina Vogel, Marcel Kittel und das gerade in vorolympischer Hochform durch die Kunsteisbahnen der Welt jagende Rennrodel-Duo Toni Eggert/Sascha Benecken sind würdige Sportler des Jahres. Vor allem bei den Männern war die Leistungsdichte groß und mit ihr die Qual der Wahl.

Dass die Wahrnehmung außerhalb der Thüringer Grenzen manchmal eine andere ist, mussten vor allem die schnellen Schlittenpiloten registrieren. Bei der deutschen Sportlerwahl tags zuvor in Baden-Baden schaffte es keine und keiner der weltmeisterlich Gekrönten unter die besten zehn.

Doch im heimischen Revier werden sie alle eben zusätzlich von der starken Stimme der Fans getragen. Das macht die Thüringer Wahl so reizvoll. Sie ist nicht Fachurteil allein, sondern zugleich Publikumsmeinung. Ein Votum von Thüringern für Thüringer. Und bleibt somit, trotz leicht rückläufiger Beteiligung in diesem Jahr, immer auch ein kostbares Bekenntnis des Herzens.

Das sind Thüringens Sportler des Jahres