Lesser nicht für Heim-Weltcup in Oberhof nominiert

Oberhof  Beim Heim-Weltcup in Oberhof müssen die deutschen Biathleten auf den Thüringer Erik Lesser verzichten.

Erik Lesser kann beim Weltcup in Oberhof nicht an den Start gehen. (Archivfoto)

Erik Lesser kann beim Weltcup in Oberhof nicht an den Start gehen. (Archivfoto)

Foto: Matthias Balk / dpa

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Die deutschen Biathleten bestreiten den Heim-Weltcup ab Donnerstag in Oberhof ohne Erik Lesser vom SV Eintracht Frankenhain. Der 31 Jahre alte Doppel-Weltmeister von 2015 wurde von Bundestrainer Mark Kirchner nicht nominiert. Erstmals seit 2013 könnte ein Biathlon-Großereignis ohne Lesser stattfinden. Der Suhler Sportler hat im besten Fall nur noch vier Chancen um die Norm für die Weltmeisterschaften vom 13. bis 23. Februar in Antholz zu schaffen.

Lesser aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht dabei

„Erik hat, auch aufgrund von gesundheitlichen Problemen, nicht die Leistungen gebracht, die wir von ihm erwarten“, sagte Kirchner. Statt auf seinen Heimstrecken im Thüringer Wald geht der Familienvater nun im zweitklassigen IBU-Cup in Osrblie an den Start. In der Slowakei stehen ein Einzel und ein Sprint auf dem Wettkampfprogramm.

Lesser, seit Jahren etatmäßiger Staffel-Startläufer, plagt sich schon seit längerem mit hartnäckigen Rückenproblemen, die ihn sowohl beim Laufen als auch beim Schießen beeinträchtigen. Zudem hatte er in der Sommervorbereitung einen Schlüsselbeinbruch erlitten. Erkrankt musste der Olympia-Zweite im Einzel von 2014 und Verfolgungsweltmeister von 2015 am 28. Dezember auch auf den gemeinsamen Start mit Laura Dahlmeier bei der World Team Challenge auf Schalke verzichten.

Lesser noch weit von WM-Norm entfernt

Lesser ist noch weit von der WM-Norm entfernt. Beim letzten Weltcup kurz vor Weihnachten im französischen Le Grand-Bornand hatte er als Sprint-82. die Qualifikation für die Verfolgung verpasst. Davor reichte es für ihn nur zu den Plätzen 33, 70 und 72. Im Gesamt-Weltcup ist er mit nur acht Zählern 60., sein Saisonziel waren die Top 15. Für die WM-Norm muss Lesser einmal unter die besten Acht oder zweimal in die Top 15 laufen. Sollte er für die folgenden Weltcups in Ruhpolding und Pokljuka wieder nominiert werden, blieben ihm im Optimalfall vier Rennen für die WM-Norm.

Dabei ging die Saison in Östersund für ihn mit Platz zwei in der Single-Mixed ganz gut los. „Aber dann...peng peng. Ich weiß nicht, was falsch lief“, schrieb der für seine schonungslose Selbstkritik bekannte Lesser auf seiner Facebook-Seite. „Harte Zeiten in meiner Karriere. Das ganze Training nach meiner Verletzung scheint nutzlos. Aber wie Arnie es einmal sagte: Ich komme wieder!“ Ob der Suhler das in dem extrem leistungsstarken Männer-Feld schafft, ist offen.

Karriereende für den Suhler Sportler nicht ausgeschlossen

Sollte er wirklich die WM in Südtirol verpassen, scheint auch ein Karriereende nach der Saison nicht ausgeschlossen. „Wenn ich wieder 23. im Gesamtweltcup werde, kann es sein, dass ich sage, ich habe keinen Bock mehr“, hatte Lesser zuletzt in einem dpa-Interview gesagt. Sein Weg nach der sportlichen Karriere ist schon vorgezeichnet: Lesser wird Trainer.

Der Bundestrainer berief als Ersatz für den dreimaligen Olympia-Medaillengewinner Lokalmatador Lucas Fratzscher ins Team für Oberhof. „Lucas steht in der IBU-Cup-Gesamtwertung auf Platz eins und war dementsprechend der Beste im ersten Trimester im IBU-Cup“, sagte Kirchner.

Gesundheitlich seien die Männer „alle mehr oder weniger gut ins neue Jahr gekommen“, fügte Kirchner an und meinte zum aktuellen Stand: „Soweit sind jetzt alle wiederhergestellt und konnten in den letzten Tagen gut trainieren“.

Franziska Hildebrand zurück im Team

Bei den Frauen kommt Franziska Hildebrand zurück ins Team. Sie hatte zuletzt eine dreiwöchige Trainingsphase eingelegt. Franziska Preuß laboriert noch an einer Nasennebenhöhlenerkrankung mit Schnupfen und Husten. Sie wurde daher nur als siebte Frau nominiert. „Wenn sich alles optimal entwickeln würde, wäre eventuell ein Start beim Massenstart denkbar.

Die anderen Mädels sind gesundheitlich soweit gut durchgekommen“, sagte Frauen-Trainer Kristian Mehringer. Der Weltcup in Oberhof beginnt am Donnerstag mit dem Sprint der Frauen, am Freitag folgt der Sprint der Männer. Nach den Staffeln am Samstag schließen die beiden Massenstartrennen (alle ARD) am Sonntag die Veranstaltung am Grenzadler ab.

Das deutsche Aufgebot für Oberhof:

  • Männer: Benedikt Doll (Breitnau), Lucas Fratzscher (Oberhof), Philipp Horn (Frankenhain), Johannes Kühn (Reit im Winkl), Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld), Simon Schempp (Uhingen)
  • Frauen: Marion Deigentesch (Oberteisendorf), Maren Hammerschmidt (Winterberg), Denise Herrmann (Oberwiesenthal), Janina Hettich (Schönwald), Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld), Vanessa Hinz (Schliersee), Franziska Preuß (Haag)

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