Ein Dank an die Schiedsrichter

Bier und Nougat-Tütchen

Saalfeld.  Die Fußballer des FC Saalfeld danken den Schiedsrichtern für ihr Engagement.

Die Saalfelder Kicker überraschen die Referees.

Die Saalfelder Kicker überraschen die Referees.

Foto: Symbolbild/Alexander Hebenstreit

Nein, es war keine Bestechung: Als am vergangenen verlängerten Wochenende die Kicker des FC Saalfeld auf das Feld zu ihren fälligen Pokal- und Punktspielen aufliefen, gab es vor dem Spiel für die Referees Gerstensaft und Nougattütchen. „Wir wollten uns bei den Schiedsrichtern für ihre allwöchentliche ehrenamtliche Arbeit bedanken“, sagt Dirk Gierga, Trainer und Mitglied der Nachwuchsleitung des 2014 gegründeten Vereines.

Und Phil Illner, Vorstandsmitglied und Nachwuchsverantwortlicher beim FC, ergänzt: „In den letzten Wochen kam es im Amateur-Fußball immer häufiger zu Respektlosigkeiten und Handgreiflichkeiten gegen Schiedsrichter. Uns schockieren die vielen Meldungen über verbale und vor allem tätliche Übergriffe auf Unparteiische. Wir wissen, dass der Einsatz der „Schiris“ den sportlichen Wettkampf erst möglich macht. Ihnen verdanken wir das fulminante Erlebnis Fußball - Wochenende für Wochenende.“

Denn die ungewöhnliche Aktion hat einen traurigen Hintergrund: „Nach den Vorkommnissen in Berlin und auf anderen Sportplätzen der Republik im Amateurbereich wollten wir ein Zeichen setzen. In Berlin kam es ja darauf hin sogar zu Streiks bei den Schiedsrichtern“, so Gierga. Und man wollte die englische Woche nutzen, um besonders viele Referees zu erreichen. Und so wechselten Bier und Nougat-Tütchen bei insgesamt 19 Spielen mit Saalfelder Beteiligung den Besitzer, in allen Altersklassen: Sowohl die Landesklasse-Elf der Männer überraschte so die Unparteiischen, als auch der Nachwuchs bis hinab zu den F-Junioren.

Die Resonanz war groß, auch bei den gegnerischen Mannschaften, die vorab von der Aktion natürlich informiert wurden und die diese auch ausdrücklich begrüßten. „Der Tenor, auch in den verschiedenen sozialen Netzwerken, war sehr positiv“, sagt Dirk Gierga, dem beim Pokalspiel seiner A-Junioren in Haarhausen auch Zuschauer fragten, was die Saalfelder mit dieser Aktion bezwecken und sich danach anerkennend äußerten.

Dirk Gierga, seit vielen Jahren mit dem Saalfelder Fußball verbunden, weiß, wovon er spricht: „Ich war vier Jahre Schiedsrichter, da erlebt man so einiges. Da prasselt eine ganze Menge auf einen ein, sowohl an der Linie als auch als Unparteiischer auf dem Feld.“ Und so begrüßt er die Aktion seines Vereins ausdrücklich, blickt aber dennoch mit einem tränenden Auge auf das vergangene Wochenende: „Nach den ganzen wohlwollenden Äußerungen vor dem Spiel hat der Sinn der Aktion leider häufig nicht das ein oder andere Spiel überlebt. Nicht selten wurde der Schieds- oder Linienrichter wieder verbal attackiert, wenn er seine Entscheidungen traf.“

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