FC Carl Zeiss Jena mit Kampfgeist und Dosenöffner

Großaspach.  Fußball-Drittligist FC Carl Zeiss Jena hat das Kellerduell in Großaspach mit 2:1 gewonnen und hat nun nur noch neun Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz.

Beobachtet von Kilian Pagliuca (links) schließt Ole Käuper vor seinen Großaspacher Verfolgern einen herrlichen Zug zum 2:0 ab. Sekunden zuvor hatte Dominik Bock mit traumhaftem Freistoß getroffen.

Beobachtet von Kilian Pagliuca (links) schließt Ole Käuper vor seinen Großaspacher Verfolgern einen herrlichen Zug zum 2:0 ab. Sekunden zuvor hatte Dominik Bock mit traumhaftem Freistoß getroffen.

Foto: Thomas Corbus

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Was für eine dramatische Partie mit einem verdienten glücklichen Ende für den FC Carl Zeiss. Nach einer nicht enden wollenden Nachspielzeit (Julian Günther-Schmidt: „Die acht Minuten fühlten sich wie halbe Stunde an“) durfte Jena mit seinen über 300 mitgereisten Fans unter den 2240 Zuschauern feiern. Durch das 2:1 (2:0) beim Tabellenvorletzten Sonnenhof Großaspach hat Jena endlich ein zweistelliges Punktekonto. Mit 12 Zählern ist der Abstand zu Platz 16, wo Viktoria Köln steht, auf neun Punkte „geschrumpft“.

Geschäftsführer Chris Förster schrie seine Freude so laut heraus, dass das kanadische Blockhaus von Aspach mit den Mannschaftskabinen erbebte. „Wir haben gewonnen“, entfuhr es viel sachlicher Jenas Präsident Klaus Berka. Die Spieler feierten nach Hunderten harten Zweikämpfen erschöpft mit den Anhängern. Die Jenaer „Südkurve“ hatte das klare stimmliche Übergewicht gegenüber dem knapp hundert Köpfe großen „Südkollektiv“ der schwarz-roten Gastgeber.

FCC kombiniert wie echter Drittligist - doch erfolglos

Jena hätte es sich leichter machen können. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten kombinierte das Team um die schnellen Günther-Schmidt und Donkor wie ein echter Drittligist, versiebte jedoch eine Möglichkeit nach der anderen. Höhepunkt war die Szene, als Donkor nach fünf Zuspielen im Strafraum scheiterte. Nach zahlreichen vergebenen Chancen belohnte sich Jena dann mit gleich zwei spektakulären Toren in der 39. Minute.

FC Carl Zeiss hat den Horizont wieder im Blick

Nach Foul an Günther-Schmidt trat Dominik Bock zum Freistoß an. Aus 18 Metern verwandelte der Jenaer Kunstschütze traumhaft sicher in den rechten oberen Winkel. „Ich wusste gleich, der geht rein. Es war der Dosenöffner für uns“, so Bock.

Zwei spektakuläre Tore in einer Minute

Nur Sekunden später gelang Jena eine herrliche Kombination, die Ole Käuper zum 2:0 abschloss. Wieder hatte Günther-Schmidt vorbereitet. Zwei Tore in einer Minute. Mehr Effektivität geht nicht. „Wir wollten zur Pause in Führung gehen. Das haben wir geschafft“, wollte Trainer Rico Schmitt keine Kritik an den vielen vergebenen Gelegenheiten zuvor üben.

Nach der Pause rettete Kapitän Dominic Volkmer für den verletzten Keeper Jo Coppens vor der Linie (54.). Der Belgier musste mit starken Schmerzen in der Schulter raus. Eine Diagnose steht noch aus. Coppens verließ das Stadion mit dem Arm in einer Schlinge.

Torhüter Jo Coppens verletzt ausgewechselt

Dafür kam Flemming Niemann zu seinem ersten Saisonspiel für Jena zwischen den Pfosten. „Nach drei, vier gehaltenen Bällen war ich warm. Es war ein tolles erstes Profispiel für mich“, so der 23 Jahre alte gebürtige Mindener, der von Coppens mit schmerzverzerrtem Gesicht beim Wechsel noch lautstark angefeuert worden war.

Nach dem Anschlusstor wurde es nochmals eng, weil Jena seine Möglichkeiten wieder großzügig vergab. Der Großaspacher Kapitän Leist spitzelte eine Flanke mit der Fußspitze an den Innenpfosten, von wo er ins Tor prallte (75.).

FCC-Kapitän: „Jeder Stürmer im Sprint auch zurückgerannt“

Vor Weihnachten könnte Jena nun den Rückstand noch weiter verkürzen. „Alles ist möglich“, meinte Kapitän Dominic Volkmer vor der allerdings deutlich schwereren Auswärtsaufgabe am kommenden Sonntag (14 Uhr). Zum Rückrundenstart führt die Reise nach Ingolstadt zum Aufstiegsanwärter.

Das Zeugnis zum Spiel:

  • Jo Coppens 2
  • Flemming Niemann (ab 55.) 2
  • Manuel Maranda 2
  • Tim Kircher (ab 68.) 2
  • Pierre Fassnacht 2
  • Raphael Obermair 2
  • Justin Schau 2,5
  • Dominic Volkmer 2,5
  • Ole Käuper 2
  • Kilian Pagliuca 2,5
  • Julian Günther-Schmidt 2
  • Anton Donkor 2,5
  • Meris Skenderovic (ab 68.) 2,5
  • Dominik Bock 2


Bewertung nach Schulnoten ab 20 Minuten Einsatzzeit.

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