„Der Trend passt nicht beim HSV Bad Blankenburg“

Bad Blankenburg.  Vier Niederlagen in Folge in der Mitteldeutschen Oberliga: Beim HSV Bad Blankenburg hängt der Haussegen schief.

Alexander Werner ist mit bislang 79 Treffern der erfolgreichste Torschütze der Bad Blankenburger. Das sind fast fünf Treffer pro Begegnung. Doch auch der beste HSV-Torschütze konnte nicht verhindern, dass sich die Lavendelstädter zur Zeit in einer Negativserie befinden.

Alexander Werner ist mit bislang 79 Treffern der erfolgreichste Torschütze der Bad Blankenburger. Das sind fast fünf Treffer pro Begegnung. Doch auch der beste HSV-Torschütze konnte nicht verhindern, dass sich die Lavendelstädter zur Zeit in einer Negativserie befinden.

Foto: Peter Scholz

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Nach vier Niederlagen in Folge ist der Handballsportverein (HSV) Bad Blankenburg in der Mitteldeutschen Oberliga der Männer auf Rang vier abgerutscht und hat jetzt den direkten Kontakt zur Spitze verloren. Über die möglichen Gründe des Abwärtstrends unterhielten wir uns mit Tobias Jahn, dem Sportlichen Leiter des Viertliga-Aufsteigers.

25:28 gegen Einheit Plauen, 27:29 gegen den HSV Apolda, 24:30 gegen den EHV Aue II, 28:29 gegen die HSG Freiberg – was ist da los beim HSV Bad Blankenburg?

Gute Frage. Wir stecken auf jeden Fall derzeit voll in einer Negativserie.

Wie kam es denn dazu?

Vielleicht haben wir uns irgendwie zu sicher gefühlt. Für uns als Aufsteiger ging die Hinrunde fast zu gut über die Bühne. Wir haben zwar immer gewarnt, dass es auch einmal schnell in die andere Richtung gehen kann. Aber einige von uns haben sich vielleicht schon mit Zielen beschäftigt, die für uns als Aufsteiger gar nicht realistisch sind.

Die Blankenburger blieben lange von Verletzungen verschont. Das war sicherlich sehr positiv in der Hinrunde.

Ja, aber als sich Stefan Remke und danach auch noch Tomas Zeman verletzten, wurde es schon schwieriger, die Begegnungen positiv für uns zu gestalten. Dann, nach dem Spiel in Apolda, fehlte auch Ivo Havel wegen einer geplanten Operation. Aber die Verletzungen waren aus meiner Sicht nicht der Hauptgrund. Es gab viele kleine Störfeuer, viele Kleinigkeiten, die in der Summe dann nicht zu kompensieren waren.

Kleine Störfeuer? Inwiefern?

Ich will zwei Beispiele nennen: Wir haben seit Ende vergangenen Jahres ein bisschen den Fokus verloren, sich von Spiel zu Spiel auf die jeweiligen Begegnungen zu konzentrieren. Und dann gab es auch ein Defizit in der Trainingsbeteiligung.

Das Selbstvertrauen war dann auch irgendwie verloren gegangen.

Das glaube ich gar nicht mal. Aber auf einer Erfolgswelle ist es natürlich einfacher, da geht halt vieles auch wie von allein. Vielleicht herrschte da auch etwas zu viel Zufriedenheit.

Das Handballspielen hat die Truppe ja bestimmt nicht verlernt, oder?

Nein, natürlich nicht. Es ist ausschließlich eine Sache des Kopfes. Das hat man ja beispielsweise im jüngsten Auswärtsspiel in Freiberg gesehen. Nach der ersten Halbzeit, als wir quasi ohne Deckung und überzeugenden Angriff spielten und mit zehn Toren zurücklagen, spielten wir in der zweiten Hälfte normalen Handball und hätten das Spiel ja fast noch gedreht. Konditionell gab es da keine Probleme, und auch spielerisch passte es. Da haben wir gezeigt, dass wir es können und was in uns steckt.

Im Umfeld des Vereins und auch unter den Fans macht sich die Vermutung breit, dass die Mannschaft vielleicht gegen den Trainer spielt. Was sagen Sie dazu?

Das will ich nicht hoffen. Sicherlich gibt es hier und da ein paar Befindlichkeiten. Aber das ist durchaus normal.

Kommt den Blankenburgern nach diesen vier Niederlagen das bevorstehende spielfreie Wochenende entgegen?

Ja, davon bin ich überzeugt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil voraussichtlich nächste Woche auch wieder Ivo Havel ins Training einsteigen wird. Wir haben uns jetzt mit dem Trainergespann zusammengesetzt, über die unmittelbar vor uns liegenden zwei Trainingswochen gesprochen. Denn dann kommen für uns zwei richtungsweisende Spiele, die wir schon gewinnen wollen: Zunächst fahren wir zum Vorletzten nach Oebisfelde, dann kommt der Tabellenletzte Jena zu uns nach Bad Blankenburg.

Das klingt ja schon fast nach Abstiegskampf.

Nein, das ist es sicher nicht. Aber der Trend passt derzeit einfach nicht. Wenn wir unser Saisonziel, einen Platz im gesicherten Mittelfeld, erreichen wollen, müssen wir ganz schnell wieder in die Erfolgsspur.

Im März empfängt der HSV seinen Namensvetter aus Apolda im Landespokal-Halbfinale. Ein schönes Los, oder?

Auf jeden Fall. Da können wir uns gleich für die Punktspiel-Niederlage im Dezember revanchieren. Denn an unserem Ziel, Pokalsieger zu werden, hat sich trotz der derzeitigen Niederlagenserie nichts geändert.

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