Saalfelder Downhill-Fahrerin Nina Hoffmann und die abgehakte WM

Leogang/Maribor.  Downhill-Fahrerin Nina Hoffmann ist mit ihrem WM-Abschneiden nicht wirklich zufrieden

Nina Hoffmann nach ihrem WM-Lauf im österreichischem Leogang. Die Strecke glich einer Schlammwüste, dementsprechend sah die Saalfelderin nach den Rennen aus.

Nina Hoffmann nach ihrem WM-Lauf im österreichischem Leogang. Die Strecke glich einer Schlammwüste, dementsprechend sah die Saalfelderin nach den Rennen aus.

Foto: Rick Schubert

Mitte dieser Woche war der Haken schon dran an der Weltmeisterschaft: „Ich war nicht zufrieden, wie es dort gelaufen ist“, sagt Nina Hoffmann. Die als deutsche Downhill-Hoffnung angekündigte Saalfelderin kam im österreichischem Leogang auf den siebten Platz, wurde zweitbeste Deutsche. Die deutsche Meisterin wollte mehr, wollte unter die besten Fünf fahren. Doch das war bei den Verhältnissen im Pillerseetal, nahe der Biathlon-Mekka Hochfilzen, nicht möglich, ging schief.

„Die Bedingungen waren schon sehr hart“, erzählt die Saalfelderin. Stundenlanger Regen im mittleren und unteren Teil der Strecke, Schneefall sogar im Starthäuschen machten die Strecke quasi zur Schlammwüste. „Im unteren Bereich hatte es wahrlich nicht mehr viel mit Radfahren zu tun“, sagt die 24-Jährige, die gleich nach dem Start wertvolle Zeit verlor: Einen Stein sah sie zu spät, flog über den Lenker. „Da hab ich bestimmt 20 Sekunden liegen gelassen“, ist sie überzeugt, die später auf der eigentlich schnellen Strecke mit bis zu 39 Prozent Gefälle vor allem darauf achtete, nicht wieder unfreiwillig vom Rad absteigen zu müssen.

Lieber keinen Blick auf die anderen

Ansonsten hatte der gesamte Lauf „viel mit Glück und Pech zu tun“, sagt Nina Hoffmann, die in zwei Sektoren Bestzeit fuhr und so irgendwie dem Sturz hinterher trauerte: „Die ersten Fünf wären auf jeden Fall drin gewesen.“ Doch alles, was sie vorher trainiert hatte, konnte sie bei den Bodenverhältnissen nicht abrufen. Nach den Stürzen der Kontrahentinnen vor ihr wusste sie, was da wohl auf sie zukommen dürfte: „Eigentlich bekommt man das nur selten mit, aber im Warm-Up-Zelt am Start stand ein großer Fernseher und dort lief das Rennen. Da war es schwer, das alles auszublenden“, so die Studentin, die es sonst gewohnt ist, schon am Start „im Tunnel“ zu sein: „Ich will eigentlich gar nicht wissen, wie die anderen unterwegs sind.“

Nach Platz neun bei der WM im Jahr 2018 im schweizerischen Lenzerheide nun also Platz sieben bei einem Lauf, bei dem sie mit einigen Handicaps unterwegs war: „Irgendwie hatte ich überall Schmerzen“, sagt Nina Hoffmann, die das aber nicht als Entschuldigung verstanden wissen will. Fast trotzig sagt sie, als sie auf der Rolle trainiert und mit uns telefoniert, dass „ich mich jetzt auf Maribor konzentriere“.

Doppel-Weltcup als besondere Herausforderung

Denn von Österreich aus fuhr die Saalfelderin – nach diversen Corona-Tests – nach Slowenien weiter. Dort findet an diesem Wochenende ein Doppel-’Weltcup statt. Am heutigen Freitag gibt es den ersten Lauf, am Sonntag dann den zweiten. Es ist in diesem verrückten Corona-Jahr die überhaupt erste Weltcup-Veranstaltung für die Fahrerinnen: „Ich bin mal gespannt, wie ich diese Tage überstehe. Denn fünf Tage am Stück bin ich noch nie gefahren“, blickt die Saalfelderin voraus.

Die meisten ihrer Kontrahentinnen haben es ihr gleich getan, sind aus Leogang direkt nach Maribor weiter gefahren. „Ich habe die Startnummer vier. Das wäre schön, wenn ich sie behalten könnte“, so die junge Frau. Und die Startnummern werden bekanntlich immer nach der aktuellen Weltcup-Platzierung vergeben.