Donkor bricht Bann für ersten Saisonsieg des FC Carl Zeiss Jena

Jena.  Die Wanduhr im Medienraum tickt wieder richtig. Lange sei sie kaputt gewesen, hieß es, seit wenigen Tagen läuft sie wieder. Und die Freude ist zurück, sie ist riesig wie die Erleichterung. Vor allem auch bei Anton Leander Donkor.

Anton Donkor trifft hier zum 1:0 kurz vor der Halbzeit.

Anton Donkor trifft hier zum 1:0 kurz vor der Halbzeit.

Foto: Peter Poser

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Die Umarmung mit Jonas Hildebrandt kam von Herzen. Die Zeit bei Hansa Rostock verbindet. Und dem deutsch-ghanaischen Stürmer wich das Lächeln nicht aus dem Gesicht. Der 21-Jährige besaß allen Grund dazu. Er sprach davon, dass er endlich auch für Jena ein Tor machen will. Oft träumte er von dem Moment, seit er im Sommer fest verpflichtet worden war, besonders vorm Duell mit seinem Ex-Verein. „Ich habe mir immer gesagt: Wie geil wäre das denn, wenn du heute triffst.“ Der Traum ist wahrgeworden. Mehr noch. Das Tor ebnete den Weg für den ersten Saisonsieg.

„Endlich!“ Viele der 7353 Zuschauer hatten wohl dieses Wort auf den Lippen gehabt, als Schiedsrichter Benjamin Cortus um 15.50 Uhr abpfiff. Endlich hatten die Jenaer Fans Grund zu jubeln, endlich durfte sich die Mannschaft als Sieger fühlen. Endlich das Zeichen: Der FC Carl Zeiss lebt.

Im 14. Versuch gelang Jena mit dem 3:1 (1:0) gegen die Spitzenmannschaft aus Rostock das ersehnte Erfolgserlebnis . Eine Zentnerlast fiel von den Schultern. „Kompliment an alle“, lobte Trainer Rico Schmitt den kollektiven Einsatz seiner Elf, die mit Kampf und Laufbereitschaft Hansas Serie nach acht Partien beendete.

Einen hob er hervor. Anton-Leander Donkor. Dabei war dem Angreifer bis dahin kaum etwas gelungen. „Ich hatte das Gefühl, dass ich eher schwierig ins Spiel gekommen bin“, sagte der Torschütze, „aber dann kam diese eine Chance“.

Und er wusste, wie er sie gegen die einstigen Teamgefährten zu nutzen hatte. Im Laufduell mit Max Reinthaler von der Mittellinie setzte er sich durch und schloss den beherzten Vorstoß ins lange Eck ab (43.). Für Trainer Schmitt besaß diese Energieleistung Symbolcharakter. Er sprach von einem „Willenslauf“ und von einem „Türöffner“.

Rostock trat gefestigt auf, versuchte von Beginn an Druck zu machen. Und der Gast profitierte von der Verunsicherung der Einheimischen nach 13 Partien ohne Sieg. Der Annahmefehler von Keeper Jo Coppens drückte dies aus. In der Not drosch er den Ball ins Aus. Glück, dass Korbinian Vollmann nach dem Einwurf den Ball nicht unter Kontrolle bekam (9.). Tiefer musste der Zeiss-Anhang durchatmen, als Aaron Opoku die Riesenchance zur Führung ausließ (24.).

Doch plötzlich tickte die Uhr anders. Donkors Treffer beflügelte die Jenaer, aber auch die Rostocker. Und die Gäste kamen – durch Sven Sonnenberg, der zum 1:1 traf (54.).

Der Letzte war geschockt: Doch im Gegensatz zu anderen Partien brach er nicht ein. „Wir waren griffiger hinten, haben gezeigt, dass wir den Ball erobern wollen, haben vorne gepresst. Das, was der Trainer von uns sehen wollte“, sagte Donkor und konnte sich mit seinem Coach freuen. Nacheinander trafen schließlich Ole Käuper und Dominik Bock. Nach einer Klasse-Vorlage von Justin Schau fackelte Käuper nicht lange und haute den Ball aus 16 Metern ebenso trocken ins Netz (61.) wie kurz darauf Bock (69.). Der Rest war Kampf pur.

Dann 15.50 Uhr: das Paradies im Freudentaumel.

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