Dreimalige Kegel-Landesmeisterin Muhl wechselt von Lauterbach nach Pöllwitz

Lauterbach/Pöllwitz.  Nach dem Rückzug aus der 2. Bundesliga zieht es Thüringens Keglerin des Jahres 2018 nach Ostthüringen. Dort kann sie sogar international spielen.

Foto: Verein Gabriele Muhl Lauterbach Keglen

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Foto: Verein / TLZ

Kegeln in Lauterbach ohne Gabriele Muhl? Kaum vorstellbar. Doch in der kommenden Saison wird das beim Harsberger Kegelsportverein (HKSV) Blau-Weiß eintreten. Die Spitzenspielerin hat sich für einen Wechsel entschieden und wird künftig für den SV Pöllwitz zu den Kugeln greifen. „Ausschlaggebend war die Chance, in 1. Bundesliga und im NBC-Pokal sogar international spielen zu können“, erklärt Muhl, die sich die Entscheidung nicht leicht gemacht hat. „Ich habe schon ziemlich lange überlegt, immerhin kegel ich seit seit 27 Jahren in Lauterbach.“

Während Muhl aufsteigt, stieg ihr HKSV nach der abgebrochenen Saison freiwillig ab. Die Nachricht, dass sich Lauterbach aus der 2. Bundesliga zurückzieht, kam auch in Pöllwitz an. „Kurz nachdem es in der Zeitung stand, klingelte bei mir das Telefon“, schildert Muhl. Bei den Mücken, wie sich die Ostthüringerinnen nennen, freut man sich über den Coup und spricht vom „Königstransfer“, was zeigt, welche Wertschätzung man ihr entgegenbringt. Kein Wunder, denn als dreimalige Landesmeisterin und Thüringens Keglerin des Jahres 2018 ist die Mittdreißigerin weit über die Kreisgrenze hinaus in der Kegelszene bekannt. Bemerkenswert ist der von ihr im vergangenen Herbst in Lauterbach aufgestellte Bahnrekord von 651 Holz – ein Resultat, das auf der „Manfred-Plönzke-Anlage“ noch kein Mann im 120-Wurf-Modus erreicht hat.

Teamkolleginnen kennt Muhl aus früheren Duellen

Ihre neuen Teamkolleginnen, darunter ist die aus Mihla stammende Marie-Christin Illert, kennt Muhl aus den Zweitligaduellen. Als sie letztmals mit dem HKSV in Pöllwitz zu Gast war, machten die Ostthüringerinnen im März 2018 mit einem 6:2-Heimsieg den Aufstieg perfekt. Muhl kam dabei auf starke 618 Holz. „Trotzdem werde ich mich erstmal auf die Bahn einstellen müssen“, sagt Muhl und hofft, dass sie bald zum ersten Teamtraining ins 170 Kilometer entfernte Ostthüringer Dörfchen, einem Ortsteil von Zeulenroda-Triebes, fahren kann.

Schon als kleines Mädchen nahm sie alle Neune ins Visier. „Mit neun Jahren habe ich angefangen“, erinnert sich Muhl, die 2005 mit dem HKSV als Landesmeister in die 2. Bundesliga aufstieg. Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte für das kleine Örtchen, dessen Damenteam bis zu diesem Jahr in der zweithöchsten Spielklasse mitmischte. Personelle Gründe zwangen nun zum Rückzug. Es wird freilich weiter Damenkegeln geben in Lauterbach, wenn auch nur in der Landesliga. Derweil richtet sich der Fokus auf den Nachwuchs, um den sich Gabriele Muhl auch als Neu-Pöllwitzerin künftig zusammen mit Ehemann André kümmert. Ein HKSV-Talent ist ihre gemeinsame Tochter Lea-Fabienne. Und mit ihr möchte Mutti Gabi irgendwann gemeinsam auf der Bahn stehen. Aber zuvor wird erst einmal Erstligaluft geschnuppert.